Bioproduktion in der Ukraine

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veröffentlicht am 22. März 2016

 

​Es ist allgemein bekannt, dass die Ukraine einer der größten Agrarproduzenten der Welt ist. 33 Prozent des weltweiten Schwarzerde-Vorkommens befindet sich in der Ukraine. Das Land war schon immer als Getreidespeicher bekannt und gehört zu den größten Exporteuren von Getreide, Sonnenblumenöl und Kartoffeln. Seit einigen Jahren entwickelt sich eine neue Branche in der ukrainischen Agrarproduktion – die Bioproduktion. Die Produktion von Bioprodukten ist in der Ukraine in den letzten 5 Jahren um das Doppelte gestiegen. Der Bereich wurde von der Politik als „perspektivistisch” bezeichnet und es wird damit gerechnet, dass die Produktion in den nächsten Jahren um ein Vielfaches wachsen wird.

 

 

        
Seit der Unterzeichnung des Freihandelsabkommens strebt die Ukraine danach, auch die europäischen Märkte zu erobern. Mit den Bioprodukten sieht das Land gute Chancen, die Märkte zu beliefern, da die Nachfrage sehr groß ist und jährlich kontinuierlich um durchschnittlich 10 Prozent steigt. Ukrainische Bioproduzenten haben wegen dem schwachen Hrywnja und den günstigen Produktionskosten einen klaren Wettbewerbsvorteil auf den europäischen Märkten.

   

Gute Voraussetzungen für Bioproduktion

Die Ukraine hat beste Voraussetzungen, um ein bedeutender Exporteur von Bioprodukten zu werden. Neben großen Landflächen und geringer Umweltverschmutzung kommt die gute geografische Lage hinzu. Die Transportwege nach Europa sind relativ kurz, somit ist die Ukraine als Produzent von Bioprodukten attraktiver als andere Länder (z.B. China). Eine der erforderlichen Bedingungen für Bioprodukte ist, dass die Frische ohne Einsatz von chemischen Produkten gewährleistet werden kann.

 
Im Moment befindet sich die Ukraine auf dem 11. Platz der größten Bioproduzenten in Europa. Die Ukraine hat den Anspruch, bis 2018-2020 in diesem Bereich zu den Top 5 der Welt zu gehören. Die Anzahl von Bioproduzenten und Landflächen für Bioprodukte wächst in der Ukraine kontinuierlich. Es ist zu erwarten, dass sich diese Tendenz auch in den nächsten Jahren fortsetzen wird.

 

Rechtliche Grundlagen

Die Ukraine hat Bemühungen unternommen, rechtliche Grundlagen für die Bioproduktion zu schaffen. Seit Januar 2014 ist das Gesetz der Ukraine Nr. 425-VII „Über die Produktion und den Umsatz von Bio-Agrarprodukten und Rohstoffen” in Kraft. Es definiert die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Produktion und den Vertrieb von ökologischen landwirtschaftlichen Produkten und Rohstoffen. Es soll außerdem die Durchführung von Kontrollen und die Überwachung dieser Aktivitäten regeln und so für einen fairen Wettbewerb sorgen. Das Gesetz beinhaltet jedoch viele Unklarheiten und bedarf einer Novellierung. Im Agrarministerium wird ein neuer Entwurf des Gesetzes vorbereitet, das demnächst in Kraft treten soll. In den letzten Jahren wurden sehr viele Verordnungen erlassen, die das oben genannte Gesetz ergänzen sollen. Zu nennen ist vor allem die Verordnung Nr. 241 vom 30. März 2016. In dieser Verordnung wurden die Regeln der ökologischen Erzeugung weiter konkretisiert sowie die Anforderungen für die Tierhaltung und für die Herstellung von Rohstoffen tierischen Ursprungs festgelegt.

  

Die Produzenten, die ihre hergestellten Produkte als Bioprodukte markieren möchten, sind verpflichtet, innerhalb von 6 Monaten die Produktion umzustellen und innerhalb dieser Zeit allen Anforderungen des Gesetzes gerecht zu werden. Nur die Produzenten, die alle Anforderungen erfüllen, dürfen in der Produktbezeichnung die Wörter „biologisch”, „ökologisch”, „biodynamisch”, etc. benutzen.

  

Inländischer Verbrauchermarkt

Auch der inländische Verbrauchermarkt für Bioprodukte wächst in der Ukraine kontinuierlich. Nach offiziellen Angaben ist er in den letzten 7 Jahren um das 29-fache gewachsen. Diesen Trend kann man auch in ukrainischen Supermärkten beobachten. Das Angebot der inländischen Bioprodukte wird von Monat zu Monat größer. Die Produkte sind sehr hochwertig und erfreuen sich großer Nachfrage. Verbraucher in Europa müssen im Schnitt mindestens das Doppelte für Bioprodukte bezahlen. Die ukrainischen Bioprodukte dagegen kosten im Vergleich zu herkömmlichen Produkten zwischen 30 und 40 Prozent mehr. Das ist auf die günstigen Produktionskosten zurückzuführen.

 

Fazit

Es ist zu erwarten, dass die Ukraine die Bioproduktion kontinuierlich erweitern wird und dass die Nachfrage auf den europäischen Märkten nach den Produkten steigen wird. Zu beachten ist, dass die Ukraine über sehr große landwirtschaftliche Flächen verfügt und sehr viele Investitionsmöglichkeiten in diesem Bereich bietet. Mit dem steigenden Wohlstand der Bevölkerung wächst die Nachfrage nach Bioprodukten auch auf dem inländischen Markt. In jeder Hinsicht ist es ein sehr interessanter Bereich für inländische und ausländische Investoren.

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