Business Process Outsourcing in Russland – Risiken vermeiden und Effizienz steigern

​Die Rechnungslegung ist in Russland detailliert gesetzlich geregelt und sehr stark steuerlich geprägt. Dabei ändern sich die Anforderungen häufig und meist auch sehr kurzfristig. Um Fallstricke zu vermeiden, empfiehlt sich für in Russland tätige ausländische Unternehmen das Outsourcing des handelsrechtlichen und steuerlichen Rechnungswesens an spezialisierte Gesellschaften.

​Das russische Wirtschaftsleben ist insgesamt sehr bürokratisch geregelt. Das gilt auch für die Rechnungslegung. Der Kontenrahmen für die Buchführung ist gesetzlich vorgeschrieben, wobei sich die Buchungssystematik wesentlich von der in Westeuropa unterscheidet. Nach lokalen Vorschriften erstellte Abschlüsse sind somit nicht international vergleichbar; nicht immer werden Erträge und Aufwendungen vergleichend zugeordnet. Zudem ist in Russland zwingend das Umsatzkostenverfahren vorgeschrieben, das sich in Deutschland nach wie vor nur geringer Beliebtheit erfreut. Daher ist für die Einbeziehung in einen Konzernabschluss i.d.R. die Überleitung der lokalen Rechnungslegungsdaten auf internationale Standards erforderlich.

 
Besonderheiten des Rechnungswesens

Die Kommunikation mit den russischen Steuerbehörden und anderen Stellen ist häufig schwierig, sie handeln oft sehr restriktiv. Erfolgt die Übermittlung der Abschlüsse und Steuererklärungen durch das Unternehmen nicht fristgemäß, sind z.T. empfindliche Strafen und Verzugszinsen vorgesehen. Gleiches gilt, wenn Verfahrensvorschriften nicht beachtet oder vorgeschriebene Meldungen und Dokumentationen nicht abgegeben werden. Hier gilt: „Unkenntnis schützt vor Strafe nicht” – wobei es im russischen Rechnungswesen oder auch bei der Zollabwicklung sehr viele spezielle Regelungen gibt, die es zu beachten gilt.
 
Die Prüfungsdichte seitens der lokalen Steuerbehörden ist sehr hoch – besonders was die Umsatzsteuer- und die Körperschaftsteuer anbelangt. Für die gesetzlich vorgeschriebenen Abschlüsse und Steuererklärungen sowie die Sozialversicherung sind sehr umfangreiche Angaben verpflichtend und trotz gegenteiliger Regierungsankündigungen nimmt der Umfang tendenziell weiterhin zu. Falls eine Gesellschaft der Pflicht zur Abschlussprüfung unterliegt, sind die erteilten Prüfungsvermerke zudem zwingend der Statistikbehörde vorzulegen.
 
Die genannten Punkte führen dazu, dass eine russische Buchhaltung im Vergleich zu westlichen Ländern mehr Personal benötigt, um ihre Verpflichtungen gewissenhaft und qualitativ hochwertig erfüllen zu können. Auf dem Arbeitsmarkt sind die hierfür notwendigen Fachkräfte allerdings nicht ausreichend verfügbar; das gilt besonders für Kräfte, die Fremdsprachen beherrschen und Kenntnisse in den internationalen Rechnungslegungsstandards besitzen. Hinzu kommt eine sehr kurze gesetzliche Kündigungsfrist von 14 Kalendertagen seitens der Mitarbeiter.
 

Outsourcing als Problemlösung

Um die beschriebenen Probleme in den Griff zu bekommen und sich vollständig auf ihr Kerngeschäft konzentrieren zu können, entscheiden sich viele in Russland tätige ausländische Gesellschaften für das Outsourcing des handelsrechtlichen und steuerlichen Rechnungswesens. Spezialisierte Gesellschaften wie Rödl & Partner gewährleisten dabei den Unternehmen die Betreuung und Beratung durch sehr gut aus- und ständig fortgebildete Fachkräfte, die die Vorgänge im Unternehmen und ihre Abbildung im Rechnungswesen stets auch aus Compliance-Sicht würdigen. Damit können erfahrungsgemäß bestehende steuerliche und rechtliche Risiken minimiert werden.
 
Darüber hinaus haben sich in den letzten Jahren das Outsourcing von Controlling-Prozessen (Planung, Kostenrechnung, Berichtswesen etc.) an Fremdunternehmen sowie der Rückgriff auf ausgelagerte Management-Informationssysteme – v.a. für im Ausland tätige Tochterunternehmen – als kostensparend und effizienzsteigernd erwiesen.
 
Ein effektives Berichtswesen liefert gezielt und termingerecht die benötigten, eindeutigen und auf die individuellen Anforderungen speziell zugeschnittenen Informationen. Wesentliche Vorteile, die ein Outsourcing des internen Berichtswesens liefert, sind u.a. die Kosten- und Risikosenkung, Flexibilität und die bestmögliche Erfüllung spezifischer Rechtsvorschriften.
 
Rödl & Partner in Russland begleitet Mandanten beim Outsourcing von Unternehmensfunktionen und unterstützt sie zudem bei der Durchführung sowohl der obligatorischen als auch der durch die Muttergesellschaften initiierten freiwilligen Wirtschaftsprüfung.
 

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