Erster 10-Jahres-PPA in Spanien abgeschlossen

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Der Beginn einer neuen Ära in der europäischen Photovoltaik kündigt sich für 2018 an. Unabhängig von jeglicher Art von staatlicher Unterstützung sind die spanischen PV-Anlagen wettbewerbsfähig. Steigende Marktpreise unterztützen den Trend.

Der englische Fond Foresight Group als Betreiber der zukünftigen PV-Anlage Torre de Cotillas I in Murcia und der EVU Enérgya-VM der Immobiliengruppe Villar Mir haben den ersten 10-Jahres-PPA in Spanien (und vermutlich in Europa) ohne staatliche Unterstützung geschlossen. Über die wirtschaftlichen Bedingungen wurden keine Informationen an die Presse gegeben. Die Anlage soll Mitte 2019 ans Netz gehen und 3,952 MWp installierte Leistung aufweisen. Dies ist im Vergleich zu den zurzeit geplanten Anlagen (und denen in der Vergangenheit anvisierten) eine relativ kleine Anlage, wobei Torre de Cotillas I nur die erste Ausbaustufe von insgesamt 18 MW sein soll. Entwickelt und errichtet werden soll die Anlage von Solarig Global Services, einem spanischen und internationalen EPC und Projektentwickler.

 

Die Spot-Strompreise in der Strombörse OMIEL haben sich nach historischen Tiefständen im Frühjahr 2016 erholt und lagen im Jahresdurchschnitt bei 52,22 Euro/MWh, wobei die Marktpreise im „PV-Window” noch einmal um ca. 3,5 Euro höher lagen. Die Tendenz spiegelt sich auch bei den „Futures” wieder, die für das dritte Quartal 2018 einen Preis von 50,95 Euro/MWh haben (Quelle Nexus Energia). Aber auch in den anderen europäischen Ländern sind die Spot-Strompreise 2017 im Vergleich zum Vorjahr merklich angestiegen.

 

Durchschnittliche Strombörsenpreise in Europa (in €/MWh)

Abb. 1: Quellen http://www.omie.es/en/files/mercado_electrico_2017_ing.pdf;
http://www.bricklebrit.com/epex.html

 

Es wird abzuwarten sein, wie sich der Spotpreis in den nächsten Jahren in Spanien entwickelt. Faktoren wie die mögliche Nichtverlängerung der Betriebsgenehmigung der Atomkraftwerke Vandellós II und Almaraz (zusammen 2.093 MW) im Jahr 2020 und Cofrentes und Ascó in 2021 (mit zusammen 2.059 MW) sind dabei zu berücksichtigen, ebenso wie die wirtschaftliche Erholung Spaniens und der Ausbau des europäischen Strombinnenmarktes und die Vergrößerung der Stromverbindung zu Frankreich.

 

Eines ist jedoch sicher: Die Europäische Union setzte bereits im Dezember 2017 einen Meilenstein für den Ausbau des europäischen Strommarktes und der europäischen Energiewende. Am 18. Dezember 2017 erteilte der EU-Energieministerrat nämlich seine Zustimmung zum Brüsseler Gesetzespaket „Saubere Energie für alle Europäer”. Mit den darin beschlossenen Maßnahmen will die Europäische Union den europäischen Strommarkt flexibler und damit fit für die Erneuerbaren Energien machen. Zum einen soll der grenzüberschreitende Stromnetzausbau massiv vorangetrieben werden, sodass der innereuropäische Austausch von Strom erleichtert wird. Dadurch könnten Betreiber spanischer Stromerzeugungsanlagen stärker von einem Anstieg des Strombörsenpreises in anderen europäischen Ländern profitieren. Weiterhin will man statt auf Kapazitätsmärkte mehr auf einen europaweiten, möglichst unverzerrten Wettbewerb setzen, um so Impulse für Investitionen zu setzen. Die Förderung klimaschädlicher Kraftwerke soll dabei nach und nach abgebaut werden. Die Europäische Union sieht vor, dass 2020 mindestens 20 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs aus Erneuerbaren Energien bewältigt werden, 2030 sollen es dann mindestens 27 Prozent sein. So wie es aussieht, steht die Zukunft Europas also ganz im Zeichen der „sauberen Energie”.

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