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Steuervorteile Golfstaaten

Ein wichtiger Standortvorteil der Wachstumsregion Golf sind die niedrigen Steuern. Sowohl die Föderation der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) als auch die anderen Golfstaaten, Katar, Bahrain, Saudi-Arabien und Kuwait, werben mit zahlreichen zoll- und steuerrechtlichen Vergünstigungen um Investoren.
 

Niedrige Importzölle erleichtern den Handel

Besonders die VAE haben schon bald nach ihrer Gründung Anfang der 1970er Jahre den Handel als wichtigen Wirtschaftsbereich für sich entdeckt. Neben der guten logistischen Infrastruktur incentiviert die gesamte Föderation den Handel auch mit niedrigen Importzöllen. Der einheitliche Importzoll aller GCC-Mitgliedstaaten liegt bei 5 Prozent. Die Einfuhr in die die Freihandelszonen ist zollfrei.
 

Keine völlige Nullbesteuerung der Unternehmen

Zwar denken viele bei den reichen Ölländern des Arabischen Golfs immer noch an Geringst- oder Nullbesteuerung, doch gänzlich verzichten auch diese Staaten nicht auf Steuereinnahmen. Allerdings wenden einige Regierungen Steuergesetze teilweise nicht an, um Investitionen außerhalb der Erdölbranche zu fördern.
 
In Saudi-Arabien gilt für Unternehmen mit ausländischer Beteiligung grundsätzlich ein Steuersatz von 20 Prozent. In Kuwait und Katar gilt ein einheitlicher Steuersatz von 15 bzw. 10 Prozent. Staatsangehörige Gesellschaften unterliegen überwiegend keiner Besteuerung.
 

Keine Körperschaftsteuer in den Vereinigten Arabischen Emiraten

Die Vereinigten Arabischen Emirate erheben innerhalb ihres Staatsgebiets keine Körperschaftsteuer. Das könnte sich grundsätzlich ändern, da gesetzlich in den einzelnen Emiraten durchaus Ertragsteuern vorgesehen sind. Beschließen die Emirate, in ihrer Investitionspolitik andere Akzente zu setzen, könnten sie künftig auch Steuern erheben. Für die Vermutung eines solchen Richtungswechsels in naher Zukunft besteht aktuell aber wohl kein Anlass.
 

Voraussetzung: Gründung einer lokalen Kapitalgesellschaft

Um in den Genuss der Nichtbesteuerung zu kommen, muss das ausländische Unternehmen in den VAE eine rechtlich selbstständige Tochtergesellschaft in Form einer lokalen Kapitalgesellschaft gegründet haben. Eine Repräsentanz und eine Zweigstelle als rechtlich unselbstständige Einheiten erfüllen diese Voraussetzung nicht.
 
Die als Gewinn an die Muttergesellschaft abgeführten Dividenden sind in Deutschland steuerfrei. Auf sie wird nur eine sogenannte Schachtelstrafe in Höhe von 5 Prozent erhoben.
 
In Hinblick auf die deutsche Besteuerung entfaltet die Tochtergesellschaft in den VAE somit eine steuerliche Abschirmwirkung. Die Steuerfreiheit gilt allerdings nur, wenn die Tochtergesellschaft vor Ort aktiv geschäftstätig ist. Fehlt es an der Geschäftstätigkeit vor Ort, entfällt die Abschirmwirkung. Wo es keine Doppelbesteuerungsabkommen gibt, besteht sogar das Risiko einer Doppelbesteuerung. Zwischen den VAE und Deutschland ist ein Doppelbesteuerungsabkommen aktiv . Das gleiche gilt für Kuwait. Kein Doppelbesteuerungsabkommen auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen gibt es mit Bahrain, Katar, Oman und Saudi-Arabien.
 
Indirekte Steuern, also eine Mehrwertsteuer oder Verbrauchssteuern werden in allen GCC-Staaten nicht erhoben. Zwar ist ihre Einführung geplant, doch in absehbarer Zukunft rechnen Experten noch nicht damit.
 
zuletzt aktualisiert am 18.06.2014

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