Financial Modeling: Belastbare Finanzpläne für junge Unternehmen

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Neben der Entwicklung der Geschäftsidee und des Unternehmens auch noch Zeit für die Finanzplanung zu finden, ist nicht immer einfach. Zur Einwerbung finanzieller Mittel und zur Steuerung des Unternehmens ist sie jedoch unerlässlich. Wir zeigen, welche Stolpersteine es zu vermeiden gilt.
 
Financial Modeling für die Unternehmensplanung umschließt die Erstellung, Prüfung, Überarbeitung und Dokumentation von Business-Plänen, Umsatz- und Unternehmensplanungen – sowohl konzeptionell bzgl. der Annahmen, Planungssystematik und Dokumentation („Planung”) als auch technisch bei der Umsetzung in einem meist in MS Excel geführten Planungsmodell („Modeling”). Das Ergebnis eines erfolgreichen Planungsprozesses ist schließlich eine inhaltlich belastbare Geschäftsplanung, die eine übersichtliche Darstellung der integrierten Finanzplanung bietet; sei es zur Aufnahme von Investoren oder als Vorbereitung des (teilweisen) Exits.
 

Ausrichtung am Adressatenkreis – Nachvollziehbarkeit für Dritte

Gerade junge Unternehmen haben aufgrund mangelnder Erfahrung oder knapper Kapazitäten im Rechnungswesen und Controlling häufig Schwierigkeiten, zeitgleich mit der Entwicklung und Umsetzung der Geschäftsidee auch eine Finanzplanung aufzustellen, die den Ansprüchen von Investoren oder Banken genügt. Diese Adressaten erwarten von einer Finanzplanung jedoch neben einer allgemeinen Erfolgsperspektive vor allem Übersichtlichkeit, Nachvollziehbarkeit und Plausibilität. Daher gilt es nicht nur die künftigen Erfolge und Umsätze zu planen, sondern in einem über Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz und Kapitalflussrechnung integrierten Modell auch Kosten und Finanzbedarf zu berücksichtigen. Dabei sind bei der Ermittlung der Planzahlen alle Annahmen zu belegen und Rechenwege möglichst offen herzuleiten. Nur so kann das nötige Vertrauen in die Robustheit der Planzahlen gewonnen werden, um spätere unangenehme Überraschungen oder gar die Verweigerung finanzieller Mittel zu vermeiden.
 

Stolpersteine vermeiden – häufige Fehler

Bei der Prüfung von Finanzplänen stoßen Investoren und weitere Adressaten häufig auf die gleichen „Fundstellen” und fordern Überarbeitung:
  • mangelnde Dokumentation der Annahmen und deren Begründung (z.B. Wachstumsraten) bzw. der Quellen und Belege (z.B. Kostenannahmen oder eingeplante Fördermittel);
  • mangelnde Abstimmung der Annahmen aufeinander („Mitwachsen” der Kosten mit dem Umsatzwachstum, wie etwa Mietsteigerungen aufgrund nötiger Bürovergrößerung bei Mitarbeiterzuwachs);
  • fehlende Kostenpositionen (Mietnebenkosten; Sozialabgaben; Versicherungen; Porto und Verpackung; Spesen für Vertriebsaktivitäten; Rechts- und Beratungskosten für Patente, Buchhaltung, Jahresabschluss, u.a.);
  • unübersichtliche Struktur der Planungsdatei (kein „Cockpit” mit Übersicht der zentralen Annahmen und Ergebnisse; keine Beschreibung der in der Planungsdatei vorgenommenen Rechenschritte; Bezüge, die zwischen Tabellenblättern vor und zurück springen statt der Logik einer „Einbahnstraße” zu folgen; unklare Trennung belegbarer Benchmark-Werte von „freien” Plan-Annahmen);
  • Inkonsistenz von Zahlen verschiedener Teilpläne, die von unterschiedlichen Personen und Abteilungen oder zu unterschiedlichen Zeiten erstellt wurden;
  • mangelnde Überleitbarkeit der Planung sowie interner Finanzberichte („Management Accounts”) zu den Vergangenheitszahlen des externen Rechnungswesens;
  • fehlende Dokumentation der Planung in einem druckbaren und ansprechenden Format;
  • fehlende Kapitalflussrechnung (Cash Flow) zur Abschätzung des Finanzbedarfs (eine reine Orientierung an der Gewinn- und Verlustrechnung reicht nicht aus);
  • Verknüpfungsfehler, die etwa aus der Verknüpfung zwischen mehreren Dateien rühren oder weil je Planungsvorgang erneut die gleichen, jedoch fehleranfälligen Handgriffe nötig sind.
 
Um diese Fehler zu vermeiden und die Bindung interner Ressourcen zu minimieren, empfiehlt sich der Einsatz erfahrener Planer und Financial Modeller. Der Umfang deren Tätigkeit richtet sich dabei am Bedarf des Unternehmers bzw. des Unternehmens aus:  
  • Ein Planungs- und Modeling-Coach unterstützt Sie „von der Seitenlinie aus”: Sie er- oder überarbeiten Ihre Planung selbst und erhalten etappenweise Tipps und Feedback zu Ihrem Fortschritt, möglichen Ergänzungen und etwaigen Schwachstellen des Planungsmodells sowie dessen Dokumentation.
  • Ein Planer und Modeller übernimmt die gesamte Erstellung oder Überarbeitung Ihrer Planung unter regelmäßiger Abstimmung mit Ihren Annahmen und Vorstellungen.
 
In beiden Fällen ist sehr wichtig, dass sich Planungsersteller, Geschäftsführung und Leistungserbringer laufend über die Annahmen und Zusammenhänge der Planung abstimmen. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Erfolgsfaktoren und Erfolgsaussichten des Unternehmens vollständig und nachvollziehbar berücksichtigt und erläutert werden.
 

Unterstützung bei Ihrer Finanzplanung – Beispiel cerbomed

Besonders gefreut hat uns der Erfolg der cerbomed GmbH, die sich kurze Zeit nach unserer Zusammenarbeit an der Überarbeitung und Detaillierung ihres Umsatzmodells sowie der Bewertung auszulagernder Geschäftsteile ein Millioneninvestment eines amerikanischen Medizintechnik-Konzerns sichern konnte. „Die Zusammenarbeit mit den Kollegen von Rödl & Partner war sehr angenehm und produktiv. Gemeinsam haben wir uns tief in unsere Business Cases eingegraben.”, erinnert sich Dr. Robert Pfeffer, CFO der cerbomed, dem wir als Sparringspartner dienen durften. Im Rahmen des gemeinsamen Projektes konnten wir cerbomed unterstützen, unter Zugriff auf Marktdaten und -prognosen den Detailgrad der Umsatzplanung zu erhöhen und die schrittweise Herleitung der den Umsatzannahmen zugrundeliegenden Potenziale rechnerisch aufzubereiten und zu dokumentieren. „Das Spiegeln unserer Planannahmen mit externen Experten war spannend und hat uns geholfen, unsere Planung noch transparenter, noch belastbarer und somit für neue Adressaten zugänglicher zu machen.”, so Dr. Pfeffer.
 

Über cerbomed

Cerbomed ist ein innovatives Medizintechnikunternehmen mit Sitz in Erlangen, Deutschland, das sich auf den Bereich der Neuromodulation spezialisiert hat. Im Fokus der Aktivitäten des 2005 gegründeten Unternehmens steht die transkutane Vagusnervstimulation (t-VNS®), die insbesondere für Patienten mit schwer behandelbaren neurologischen Erkrankungen eine weitere Therapieoption bietet. Die Technologie kommt derzeit bei 2 Erkrankungen zum Einsatz: Epilepsie und Migräne.
 
Im Oktober 2015 wurde cerbomed von den bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken als Bayerns Mittelstandsbetrieb des Jahres ausgezeichnet.
 
zuletzt aktualisiert am 25.01.2017

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Cyril Prengel

EMBA (M&A), Certified Valuation Analyst (CVA)

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