Erfolgreich investieren in Kenia

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zuletzt aktualisiert am 2. September 2022| Lesedauer ca. 3 Minuten


 

   

Wie schät­zen Sie die der­zei­ti­ge wirt­schaft­li­che La­ge in Ke­nia ein?

Kenia hat eine recht diversifizierte sowie dynamische Wirtschaft erfolgreich aufgebaut und bietet ein gutes Inves­titionsklima. Der wichtigste Hafen von Ostafrika, „Hafen von Mombasa“, über welchen ein Großteil des interna­tio­na­len Warenverkehrs abgewickelt wird, dient als Zugangstor zum ostafrikanischen, panafrikanischen sowie zum asiatischen Markt. Hinzu kommt ein weiterer großer Tiefseehafen vor der Küste des Landes, der sich derzeit im Bau befindet (Hafen von „Lamu“). 
 
Stärker als ursprünglich erwartet, zeigt sich eine seit Jahresbeginn ansteigende Inflationsrate, die nun erstmals seit August 2017 die Obergrenze des Zielbereichs der kenianischen Zentralbank (CBK) von 7,5 Prozent über­schrit­ten hat. Die Inflationsrate, die im Juli 2022 bereits 8,32 Prozent betrug, die zugleich die Konjunktur und den pri­va­ten Konsum gebremst hat, wird durch steigende Preise für Brennstoffe und Nahrungsmittel wie Milchprodukte, Mehl und Speiseöl weiter angekurbelt und zugleich beschleunigt. Diese Entwicklung lässt sich u.a. auf die Folgen der COVID-19-Pandemie zurückführen, aber auch auf die durch den Krieg in der Ukraine unterbrochenen Liefer­ketten, die die Inflation noch weiter verschärft hat. Die hohen Preise betreffen auch die Warenimporte des Landes, bspw. für Brennstoff-, Nahrungsmittelimporte oder Maschinen. Es ist davon auszugehen, dass Kenia in den kom­menden Monaten mit weiter steigenden Preisen für Nahrungsmittel aufgrund der hohen Kosten für Düngemittel konfrontiert sein wird. Hinzu kommen die geringen Niederschläge, die zusätzlich für einen Rückgang der Mais­produktion verantwortlich sein werden.  
 
Allerdings bleiben die Wirtschaftswachstumsaussichten vieler Unternehmen für 2022 und 2023 recht positiv. Für das laufende Jahr wird ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 4,5 Prozent prognostiziert. Für 2023 belaufen sich die Aussichten auf 5 Prozent (Economist Intelligence Unit). 

 

Wie würden Sie das Investitionsklima in Kenia beschreiben? Welche Branchen bergen großes Potenzial?

Kenia hat ein gutes Investitionsklima, das für internationale Unternehmen, die einen Standort für regionale oder panafrikanische Wirtschaftsaktivitäten suchen, attraktiv ist.
 
Vor Ort befinden sich viele Infrastrukturvorhaben in der Entstehung und Planung, wobei öffentlich-private Partner­schaften (PPP) zunehmend stärker an Bedeutung gewinnen sollen. Ein Beispiel für eine „PPP“ ist die erste Maut­autobahn „Nairobi-Expressway“. 
 
Als weitere bedeutende Wirtschaftssektoren gelten zudem die Bereiche Gesundheit, Wohnungsbau, Agrarwirt­schaft sowie Herstellung/Fertigung („Big Four“-Agenda der kenianischen Regierung). Auch in den Branchen Energie, Wasser, Transport, Nahrungsmittelindustrie, Kommunikation und IT (IT-basierte Dienstleistungen, Bandbreiten) werden positive Aussichten vorhergesagt, in denen verstärkt ausländische Direktinvestitionen getätigt werden.
 
Kenia arbeitet kontinuierlich an der Verbesserung seines regulatorischen Rahmens und seiner Attraktivität als Zielland für ausländische Direktinvestitionen. 

 

Welchen Herausforderungen steht ein deutscher Unternehmer beim Engagement in Kenia gegenüber?

Herausforderungen für deutsche Unternehmen sind u.a.:
  • ein geringeres verfügbares Einkommen/reduzierter Umsatz aufgrund der Covid-19-Pandemie,
  • die Local-Content-Vorschriften in einigen Sektoren,
  • ein anderes Rechtssystem (Common Law System).

 

Die panafrikanische Freihandelszone (AfCFTA) soll die wirtschaftliche Position Afrikas stärken. In Kenia entsteht bspw. einer der größten Seehäfen Afrikas, der sich künftig als ein Tor zum asiatischen Markt sowie zu einem bedeutenden Umschlagsplatz für Waren entwickeln soll. Wie groß ist die Bedeutung der Freihandelszone für ausländische Inverstoren?

Die panafrikanische Freihandelszone wird für ausländische Investoren sehr vorteilhaft sein, da sie Hindernisse für den Zugang zu Investitionen beseitigt, Zeit und Kosten für Investitionsgenehmigungen spart, die Transparenz erhöht, die Effizienz verbessert und die investitionsbezogene Zusammenarbeit und Koordination auf dem gesam­ten afrikanischen Kontinent fördert. Zugleich wird diese Freihandelszone ausländischen Investoren einen größeren Markt bieten. 
 
Bis zu den erhofften Vorteilen wird es sicherlich noch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen. 

 

Wie wird sich aus Ihrer Sicht Kenia weiterentwickeln?

Wenngleich die wirtschaftlichen Aktivitäten Kenias durch die Covid-19-Pandemie stark beeinträchtigt wurden, hat sich die Wirtschaft von diesen Auswirkungen allmählich erholen können. Obwohl das 1. Halbjahr 2022 recht zufrie­denstellend verlaufen ist, zeigen sich die Unternehmen dortzulande in Bezug auf den Ausgang der Präsident­schaftswahlen am 9. August 2022 noch abwartend. Dennoch geht die Mehrzahl der vor Ort ansässigen deutschen Unternehmen von positiven Wirtschaftsaussichten für 2023 aus. 
 
Diese Prognose könnte jedoch durch störende soziale Bedingungen aufgrund des Ausgangs der Parlamentswahlen 2022 sowie durch einen erneuten Anstieg der COVID-19-Infektionen beeinträchtigt werden (Impfquote Stand Juni 2022: rund 30 Prozent).
 
Eines der bedeutenden Ziele der kenianischen Regierung ist die Qualifizierung von jungen Fachkräften. Zudem hat sie Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels ergriffen, in dem der Anteil der Erneuerbaren Energien für die Stromerzeugung erhöht werden soll. Ein weiteres Beispiel ist die Zunahme des Baumbestands auf mindestens 10 Prozent der Landesfläche. Kenia befindet sich auf einem guten Weg, seine Klimaschutzziele bis 2030 zu erreichen. 

 Kulturelle Besonderheiten in Kenia (englisch)

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