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Der Transaktionsberater bei Refinanzierung von Unternehmen

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von Matthias Zahn, Rödl & Partner München, und Glendi Maliqati

Refinanzierung ist der Prozess, in dessen Rahmen sich Unternehmen frisches Kapital beschaffen, indem sie bestehende finanzielle Verpflichtungen durch neue Verträge mit aktualisierten Bedingungen, d.h. Darlehensbeträgen, Zinssätzen oder Zahlungsplänen, ersetzen. Meistens wird die Refinanzierung genutzt, um entweder bessere Finanzierungsbedingungen aufgrund besserer Kreditwürdigkeit bzw. reduzierte Zinssätze zu erhalten oder um Kapital für die Betriebstätigkeit (z.B. Finanzierung von Working Capital) und für Investitionen (z.B. M&A oder Wachstumsprojekte) zu beschaffen.

Die Refinanzierung kann aber auch eine wichtige Liquiditätsquelle in Zeiten sein, in denen Einnahmen und liquide Mittel wegen externer Schocks geringer als üblich sind. Diese Option ist in der aktuellen Zeit umso bedeutender, in der sich der Ausbruch der Covid-19-Pandemie und der daraus folgende Lockdown in vielen Branchen (z.B. Automotive, Luftfahrttechnik, Gastgewerbe) auf die Nachfrage negativ ausgewirkt haben. Ein Nachteil der Refinanzierung in solchen Zeiten besteht darin, dass die Bedingungen und Klauseln (z.B. Covenants) in den neuen Darlehensverträgen wahrscheinlich strenger sein werden, da die Unsicherheit der zukünftigen Kapitalflüsse und das Ausfallrisiko zunehmen.

Ungeachtet der Gründe für die Wahl der Refinanzierung ist es das vorrangige Ziel im Refinanzierungsprozess, die Wahrscheinlichkeit der Finanzierung zu angemessenen Bedingungen zu erhöhen. In dieser Hinsicht ist die Wahl eines kompetenten Transaktionsberaters von enormer Bedeutung, weil seine Erfahrung und Anleitung in jeder Phase des Refinanzierungsprozesses Mehrwert liefert.

 

Der Refinanzierungsprozess

Der typische Refinanzierungsprozess besteht bei Unternehmen aus den folgenden vier Phasen:
  1. Bewertung – Analyse des internen (Wirtschaftlichkeit, Liquidität und Investitionen) und externen (Kreditrating, Zinssätze, Schocks) Umfelds zwecks Ermittlung des Kapitalbedarfs durch Refinanzierung;
  2. Vorbereitung – Wahl der Corporate Finance und Transaktionsberater, Zusammenstellung und Analyse der Daten für die Entwicklung der Credit-Story und des Business Case sowie Festlegung der Due Diligence Schwerpunkte (finanzielle, kommerzielle, technische Due Diligence, usw.);
  3. Umsetzung - Kontaktaufnahme mit potenziellen Kreditgebern, Bereitstellung von Informationen (einschließlich Business Plan, Due Diligence Berichte) und Q&A-Runden mit potentiellen Interessenten;
  4. Closing – Verhandlung und Abschluss des Refinanzierungsprozesses.

 

Schwerpunkte

Ein klarer Fokus während jeder Phase unterstützt das effiziente Management des Refinanzierungsprozesses, da dies nicht nur zu niedrigeren (internen und externen) Kosten führt, sondern auch die Chancen für die Zusage angemessener Finanzierungsbedingungen erhöht.

Während der Bewertungsphase ist es wichtig, die Ressourcen entsprechend zuzuweisen, indem das externe und interne Umfeld sowie dessen Auswirkung auf die Liquidität mithilfe umfangreicher KPIs effektiv und dauerhaft überwacht werden. Die Zurückhaltung, diese Aufgabe anzugehen, kann zu einer verzögerten Reaktion auf Liquiditätsprobleme führen, was in der Folge einen Restrukturierungsprozess oder sogar Zahlungsausfall nach sich ziehen kann.

Die Zusammenstellung und Aufbereitung der finanziellen und nicht-finanziellen Daten ist äußerst wichtig, um einen zuverlässigen Informationsfluss während der Vorbereitungsphase zu gewährleisten, weil diese Informationen die wesentliche Basis für die Analyse zur Entwicklung der Credit-Story und des Business Case darstellen. Unstimmigkeiten zwischen Datenquellen und das Nichtberücksichtigen von nicht-finanziellen KPIs können zu ungenauen Finanzkennzahlen und Annahmen im Business Plan führen. Damit ist man beim nächsten wichtigen Schritt der Vorbereitungsphase angelangt, d.h. der Entwicklung der Story, mit der die Gesellschaft ihre potenziellen Finanzierungspartner ansprechen will. Die Kernaussagen müssen durch die finanziellen Analysen unterstützt und der Grund für die Refinanzierung klar dargestellt (d.h. bessere Kreditwürdigkeit, Investitionen in Wachstum oder reduzierte Liquidität) werden. In dieser Phase des Prozesses müssen die Daten aus der Perspektive der Gläubiger betrachtet und erklärt werden, warum diese das Unternehmen bei der Refinanzierung unterstützen sollten.

In der Umsetzungsphase richtet sich der Hauptfokus auf die Bereitstellung aller notwendigen Informationen an die interessierten Parteien, damit diese eine bewusste Entscheidung treffen können. Dies umfasst auch Q&A-Runden mit den potentiellen Finanzierungspartnern, um auf Fragen einzugehen, die diese bezüglich der Finanzlage der Gesellschaft haben könnten.

 

Bedeutung eines Transaktionsberaters

Der Refinanzierungsprozess kann langwierig sein und viele Hindernisse für das Unternehmen beinhalten. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass ein kompetenter Transaktionsberater dem Unternehmen während des gesamten Prozesses zur Seite steht. Während der Vorbereitungsphase wird das Transaktionsteam das Unternehmen bei der Zusammenstellung, Aufbereitung und Abstimmung der finanziellen und nicht-finanziellen Daten aus vielen Quellen unterstützen. Das trägt vor allem zu der Steigerung der Prozesseffizienz und der Konsistenz der Informationen bei. Außerdem analysiert und visualisiert der Transaktionsberater bei der Entwicklung der Credit-Story nicht nur die Daten, sondern schafft auch Mehrwert, indem er die Botschaft, die das Unternehmen den Investoren kommunizieren will, entsprechend durch die Analysen untermauert. Der Mehrwert besteht in der Überprüfung, ob die Annahmen im Business Plan plausibel sind und in der Analyse der finanziellen Themen, die für die potenziellen Finanzierungspartner von signifikanter Bedeutung sind, z.B. bereinigtes EBITDA, Free Cashflow und Working Capital. Im Endergebnis wird der Transaktionsberater (durch eine Financial Due Diligence) die Refinanzierung des Unternehmens unterstützen und verfeinern, indem er die Bedürfnisse der Finanzierungspartner antizipiert.

In der nächsten Phase – der Umsetzung – wird die Erfahrung der Transaktionsberater nützliche Erkenntnisse während der Q&A-Runden liefern. Da die Transaktionsberater über Fachwissen auf beiden Seiten der Transaktion verfügen, können sie die Themen, die für die Finanzierungspartner von Bedeutung sind, antizipieren und entsprechend im Rahmen des Refinanzierungsprozess aufbereiten. Dies erweist sich vor allem für die nächste Phase als vorteilhaft, weil es die Grundlagen für die Verhandlungen liefert.

Schließlich bietet das Transaktionsteam (indirekte) Unterstützung auch nach dem Abschluss des Refinanzierungsprozesses. Die Unternehmen werden von den Erkenntnissen profitieren, die ihnen die Transaktionsberater während des vorausgegangenen Refinanzierungsprozesses übermittelt haben. Zukünftig werden die Unternehmen wissen, worauf sie sich bei der Analyse der entsprechenden KPIs konzentrieren müssen, welche Aspekte und Daten für die Finanzierungspartner wichtig sind und wie sich die Effizienz zukünftiger Finanzierungsinitiativen steigern lässt, um somit auch die anfallenden Kosten minimieren zu können.
 

Fazit

Das wichtigste Ziel des Unternehmens bei einem Refinanzierungsprozess ist die Erhöhung der Wahrscheinlichkeit, eine Refinanzierung zu angemessenen Bedingungen zu erhalten. Da der Weg zur Refinanzierung zu einer Herausforderung werden kann, ist die Wahl des Transaktionsberaters von größter Bedeutung für das Ergebnis des Refinanzierungsprozesses. Ein kompetentes Team von Transaktionsberatern bereitet nicht nur die Financial Due Diligence vor, sondern hilft bei der Entwicklung und Verfeinerung der Credit-Story des Unternehmens, indem es einen Outside-In-Ansatz bei der Analyse des Unternehmens verwendet, der die Bedürfnisse der Finanzierungspartner berücksichtigt, sodass diese eine fundierte Entscheidung treffen können.

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