Vom staatlichen Schutzschirm zur Eigenverantwortung: Gewährträger unter Druck – Finanzierung sichern und Zukunft gestalten

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​​​​​​​​​​​​​veröffentlicht am 27. November 2025

Die wirtschaftliche Lage deutscher Krankenhäuser verschlechtert sich deutlich: Fast jedes zweite Haus schreibt 2023 Verluste und die Gewinnmargen sinken erstmals in den negativen Bereich. Immer mehr Krankenhäuser sind dafür auf finanzielle Unterstützung ihrer öffentlichen Träger angewiesen – doch auch deren finanzielle und rechtliche Möglichkeiten stoßen zunehmend an Grenzen. Dadurch wird die langfristige Sicherung der Versorgungsstrukturen herausfordernder und neue Wege wie Kapitalmarktfinanzierung, Investitionsaufschub oder Sanierung und Insolvenz rücken in den Fokus.

Daher: Handeln Sie jetzt – stärken Sie Ihr Krankenhaus aus eigener Kraft durch konsequente Ergebnissteuerung, moderne Versorgungskonzepte, professionelles Liquiditäts- und Ratingmanagement sowie eine aktive Transformation der Organisation!

Zunehmende finanzielle Unterstützung durch Krankenhausträger gleicht operative Defizite aus

Die wirtschaftliche Lage deutscher Krankenhäuser verschärft sich: 2023 sank die EAT-Marge deutscher Krankenhäuser im Schnitt auf 0,2% (Vorjahr: 0,5%), 42,6% der Häuser weisen ein negatives Jahresergebnis aus (Vorjahr: 31,5%) und die durchschnittliche Umsatzrendite aller Häuser erreicht mit -0,2% erstmals negative Werte (Vorjahr: +0,5%).1 Die meisten Einrichtungen gehen für das Jahr 2024 von einer weiteren Verschlechterung der Lage aus.

Die operativen Verluste werden zu wesentlichen Teilen durch den Träger substituiert: Bereits 42% der Krankenhäuser erhielten 2023 finanzielle Unterstützung von ihrem Träger, um Liquiditäts- und Insolvenzrisiken abzumildern.2 Die stoßen jedoch zunehmend selbst an die Grenze des Finanzierbaren …
 

Gewährträgerhaftung und Anstaltslast stoßen an Grenzen – faktisch, haushaltstechnisch und beihilferechtlich

Für Universitätsklinika und für die meisten Krankenhäuser in der Rechtsform der Anstalt des öffentlichen Rechts gilt eine (subsidiäre) Gewährträgerhaftung, zudem ist der Träger oft verpflichtet, die Anstalt mit den nötigen Mitteln zur Aufgabenerfüllung auszustatten (Anstaltslast). Dadurch lassen sich Schließungen defizitärer Anstalten häufig vermeiden.

Vor allem im Fall wirtschaftlicher Fehlentscheidungen oder hoher operativer Defizite können Klinikdefizite nicht beliebig vom Träger ausgeglichen werden, zumal rechtliche Vorgaben wie das EU-Beihilferecht zusätzliche Schranken setzen. Kommunale Gewährträger sind zudem selbst zunehmend unterfinanziert3, was die Möglichkeiten zu Verlust- und Haftungsübernahme beschränkt.
 

Das „Wie“ des Erhalts der Versorgungsstruktur war noch nie so ergebnisoffen wie heute

Wird die Verlustfinanzierung für den Träger zur Herausforderung, erweitert sich der politisch akzeptable Instrumentenkasten:
  • Investitionen werden trotz staatlicher Einstandspflicht in den Kapitalmarkt verschoben,
  • Trägerzuschüsse unter dem Notwendigen gehalten, sodass Investitionsfördermittel zur Zwischenfinanzierung verwendet werden müssen und Investitionen zurückgestellt werden,
  • Übertragende Sanierung, ggfs. sogar mittels Insolvenzverfahren, kann durch den Träger forciert werden,
  • Letztlich wird die gesamte Versorgungsstruktur in ihrer heutigen Form auf den Prüfstand gestellt.
Um den Rückzug staatlicher Stellen bei der Finanzierung von Verlusten und Investitionen auszugleichen, greifen die Häuser zunehmend auf den privaten Finanzmarkt zu – und verlassen zunehmend den staatlichen Finanzierungsschirm …
 

Das Krankenhaus jenseits staatlicher Unt​erstützung: Finanzierung sichern und Zukunft selbst gestalten

Krankenhäuser in staatlicher Trägerschaft werden von Kreditinstituten meist immer noch im institutionellen Geschäft geführt – mit einem zu vernachlässigenden Ausfallrisiko aufgrund der staatlichen Einstandspflichten. Allerdings verschlechtert sich das Rating in der Branche: Die statistische Ausfallwahrscheinlichkeit von Krankenhäusern in Deutschland stieg 2023 auf 1,8% (Vorjahr: 1,3%),4 Tendenz steigend.

Halten Sie daher den Zugang zum Finanzmarkt aktiv offen: Betreiben Sie jetzt schon Ratingpflege und schaffen Sie Investitionskraft aus dem Inneren!
  • Verringern Sie operative Verluste durch an die Strukturreform angepasste medizinische Konzepte und effektive Planung der Patientenreise, sowie angemessene Kapazitätsreduktion
  • Verringern Sie Kapitalbindung und managen Sie Liquidität effektiv
  • Schaffen Sie selbst Frühwarnsysteme für Verlusttreiber und Liquidität
  • Investieren Sie in gutes Controlling
  • Schaffen Sie ein Klima der Veränderung – fit für eine dynamische Zukunft!
 

Wir unterstützen Sie:

  • Beihilferechtliche Einordnung und rechtssichere Gestaltung von Verlustausgleichen und Investitionsfinanzierung
  • Sanierungs- und Restrukturierungsgutachten nach IDW S 6
  • Prüfung der wirtschaftlichen Tragfähigkeit von Investitionsvorhaben
  • Cash Management, Bankenverhandlungen und Liquiditätsplanung
  • Risikomanagement und Governance gemäß IDW PS 340 – Frühwarnsysteme, Controlling, Investitionspriorisierung
  • Strategische Trägerberatung – Fusionen, Ausgliederungen oder PPP-Modelle

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AUTOREN

Alexandra Oliveira Faria
Tobias de Koster


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Bernd Vogel

Wirtschaftsprüfer, Steuerberater

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