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Neue Vorschriften für die bilanzielle Erfassung von Wechselkursdifferenzen ab 2015

PrintMailRate-it
von Mark Fenster
 
Ab 1. Januar 2015 werden die Vorschriften für die gewinnsteuerliche Erfassung von Erträgen und Aufwendungen geändert, die in Folge von Wechselkursschwankungen entstehen. Die Änderungen betreffen sowohl russische Tochtergesellschaften von ausländischen Konzernen als auch Betriebsstätten von ausländischen Unternehmen in Russland. 
 
Derzeit hängt das Verfahren für die Erfassung von Erträgen oder Aufwendungen, die aufgrund von Wechselkursänderungen entstehen, von den Vertragsbestimmungen ab. Hierbei ist bislang bei Verträgen in Fremdwährung zu unterscheiden, ob die letztendliche Begleichung der Vertragssumme in der vereinbarten Fremdwährung oder ihrem Äquivalent in russischen Rubeln zu erfolgen hat. 
 
Falls der Vertrag vorsieht, dass die Zahlung ebenfalls in der vereinbarten Fremdwährung zu erfolgen hat, ist die Verbindlichkeit (Forderung) zum Zeitpunkt ihrer Entstehung in Rubel gemäß dem offiziellen Wechselkurs der Zentralbank der Russischen Föderation umzurechnen. Im weiteren Verlauf bis zum Zeitpunkt ihrer Bezahlung können aufgrund von Wechselkursschwankungen im Zusammenhang mit der Umrechnung jeweils unrealisierte Erträge oder Aufwendungen entstehen. Das russische Steuerrecht enthält jedoch zum gegenwärtigen Zeitpunkt zwei widersprüchliche Regelungen, wie die Umrechnungen solcher unrealisierten Kursgewinne bzw. –verluste zu erfolgen hat. Einerseits legt das Gesetz fest, dass eine nicht getilgte Verbindlichkeit (Forderung) in Rubel jeweils am Ende jeden Quartals umzurechnen ist. Gleichzeitig sollen laut einer anderen Vorschrift Erträge oder Aufwendungen aus Kursgewinnen zum Ende jedes laufenden Monats erfasst werden.
 
Sofern der Vertrag Preise für Waren oder Leistungen in Fremdwährung enthält, die Bezahlung jedoch in Rubel zu erfolgen hat, ist die Verbindlichkeit (Forderung) nach derzeitiger Gesetzeslage nach der erstmaligen Erfassung am Entstehungstag erst wieder am Tag ihrer Tilgung in Rubel umzurechnen. Unrealisierte Zwischengewinne oder -verluste werden nicht berücksichtigt. 
 
Aufgrund dieser unterschiedlichen Handhabung von Wechselkursveränderungen abhängig von der jeweiligen Ausgestaltung des Vertrages werden die Vorschriften ab 1. Januar 2015 für die Umrechnung von Verbindlichkeiten und Forderungen in Fremdwährung vereinheitlicht. Unabhängig davon, ob der Vertrag bei Preisen in Fremdwährung eine Bezahlung in derselben oder in Rubel vorsieht, sind Verbindlichkeiten bzw. Forderungen nach ihrer erstmaligen Erfassung in der Zeit bis zu ihrem Ausgleich am jeweils letzten Tag des laufenden Monats umzurechnen, wobei ein nicht realisierter Vertrag oder Aufwand entstehen kann. Sofern die Bezahlung ebenfalls in der Fremdwährung vorgesehen ist, ist bei der Umrechnung der offizielle Wechselkurs der russischen Zentralbank anzuwenden. Bei vertraglich vereinbarter Zahlung in Rubel und Preisen in Fremdwährung erfolgt die (nunmehr monatliche) Umrechnung zum gesetzlichen Wechselkurs oder einem gegebenenfalls abweichenden vertraglich festgelegten Kurs. Durch die gesetzliche Neuregelung wird die unterschiedliche bilanzielle Handhabung von verschiedenen Vertragsgestaltungen hinsichtlich vertraglicher Preise und Zahlungen in Fremdwährung zum Beginn der nächsten Buchungsperiode 2015 weitestgehend eliminiert. Zudem schafft die Neuregelung Klarheit über den Zeitpunkt der Erfassung unrealisierter Zwischengewinne, die bis zum Zeitpunkt des Ausgleichs der Verbindlichkeit bzw. Forderung entstehen können. 

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