Um die Website zu personalisieren und Ihnen den größten Mehrwert zu bieten, verwenden wir Cookies. Unter anderem dienen sie der Analyse des Nutzerverhaltens, um herauszufinden wie wir die Website für Sie verbessern können. Durch Nutzung der Website stimmen Sie ihrem Einsatz zu. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.



Alkoholwerbung auf Sportveranstaltungen in Russland

PrintMailRate-it

​​​​​​​​​​​​​​​von Anastasia Kulabukhova und Karina Naumann, Rödl & Partner Moskau

 
Werbung ist in unserer heutigen Gesellschaft ein ständiger Begleiter. Gerade bei Großveranstaltungen wie der bevorstehenden Eishockey- oder Fußball-Weltmeisterschaft in Russland ist Werbung allgegenwärtig und kann von einem großen Bevölkerungsteil wahrgenommen werden.
 
Es verwundert daher nicht, dass die Platzierung von Reklame im Rahmen dieser  Veranstaltungen in Form von TV- oder sog. Bandenwerbung für Unternehmen ein lukratives Geschäft ist. Dies haben auch Bierbrauereien erkannt, die auf Sportveranstaltungen einen großen Teil ihrer Konsumenten erreichen können.
 
Für alle Unternehmen, die  im Rahmen von Sportveranstaltungen für ihre Produkte werben wollen, gilt es jedoch, die rechtlichen Vorgaben des jeweiligen Landes zu beachten.  Insbesondere im Hinblick auf Alkoholwerbung bei solchen Veranstaltungen gibt es landesspezifische Gesetze, die eingehalten werden müssen.​
 

Rechtslage in Russland

Vor dem Hintergrund der bevorstehenden  Eishockey-Weltmeisterschaft im Mai 2016 und der Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer 2018 wurden einzelne Gesetze der Russischen Föderation wesentlich geändert.
 
Die Änderungen beziehen sich auf die Werbung von  Alkoholika, insbesondere auf Bierwerbung während der sportlichen Veranstaltungen. Nach Art. 21 Abs. 2 S. 7 des Gesetzes „Über die Werbung” vom 13. März 2006​1 gilt grundsätzlich, dass das Anbringen von Alkoholwerbung in Sporthallen und in einem Umkreis von 100 Metern verboten ist.
 
Die neu eingeführte Ausnahme von dieser Regel gilt für Bierwerbung. Zu beachten ist, dass unter Bier auch solche Biermischgetränke zu verstehen sind, die auf Bierbasis hergestellt worden sind. Auch solche Getränke fallen unter den Alkoholbegriff in Art. 2 des Gesetzes „Über die Staatsregelung der Produktion und des Vertriebs des Ethylalkohols, der Alkohol- und Spiritusproduktion und die Beschränkungen des Alkoholkonsums”2. Eine Besonderheit ist, dass alkoholfreies Bier mit einem Alkoholgehalt von weniger als 0,5 % vol. laut russischem Recht nicht als Alkoholgetränk gilt.
 
Werbung für Bier ist gemäß Art. 21 Abs. 6 des Gesetzes „Über die Werbung” bei offiziellen sportlichen Veranstaltungen dann erlaubt, wenn der Firmenname des Herstellers angegeben wird.  Werbung, die diesen Vorgaben entspricht, kann in den Sporthallen und in einem Umkreis von 100 Meter angebracht werden. Dabei muss berücksichtigt werden, dass im Rahmen dieser Bierwerbung das eigentliche Produkt und ein Slogan nicht abgebildet werden dürfen3
 
Zu den offiziellen sportlichen Maßnahmen zählen solche Veranstaltungen, die im allgemeinen kalendarischen Plan der Russischen Föderation genannt sind4. Nach Art. 21 Abs. 7 des Gesetzes „Über die Werbung” ist  Werbung für Bier und Biermischgetränke nunmehr auch im Rahmen von Livesendungen oder während der Aufzeichnung sportlicher Wettbewerbe  mit Ausnahme sportlicher Jugendwettbewerbe sowie in den Fernsehsendern und den Radiokanälen, die von diesen Sportveranstaltungen berichten, zulässig.
 
Zu berücksichtigen bleiben allerdings zahlreiche weitere Vorgaben. Zunächst sind die allgemeinen Beschränkungen bezüglich des Inhalts der Werbung der alkoholischen Produkte einzuhalten, die im Art. 21 Abs. 1  des Gesetzes über Werbung geregelt sind. Demnach gelten folgende Restriktionen für Alkoholw​erbung: 
  • Die Werbung darf nicht suggerieren, dass der Konsum von Alkohol zum sportlichen und  persönlichen Erfolg oder zur Verbesserung des physischen oder emotionalen Zustandes beiträgt.
  • Die Werbung darf sich nicht an Jugendliche richten.
  • In der Werbung dürfen keine Menschen oder Tiere abgebildet werden.
     
Des Weiteren soll bei der Bierwerbung im Fernsehen vor dem Schaden des übermäßigen Konsums der alkoholischen Getränke in Form eines Warnhinweises gewarnt werden. Dieser Warnhinweis soll mindestens 10 Prozent der gesamten Werbefläche einnehmen. Die Anzeigedauer einer solchen Warnung ist im Bundesgesetz „Über die Werbung” hingegen nicht geregelt. Daraus folgt, dass der Warnhinweis während der Werbung optisch ständig wahrnehmbar sein muss.
 
Für den Fall der Werbung für Bier, Wein und Sekt im Radio hat der Föderale Antimonopoldienst Russlands beschlossen, dass die Warnhinweise vor dem übermäßigen Alkoholgenuss mindestens 10 Prozent der Werbezeit in Anspruch nehmen müssen5.
 
Im Falle des Verstoßes kann der Werbeträger nach Art. 14.3 KoAP der Russischen Föderation herangezogen werden. Ihm droht eine Strafe von 100.000 bis 500.000 Rubel.​ 
 
Die Änderungen haben allerdings vorübergehenden Charakter und gelten nur bis zum  1. Januar 2019.
 ​​ 
Bundesgesetz vom 13. März 2006 N 38-BG (Red. vom 8. März 2015) „Über Werbung”. im Folgenden - Gesetz „Über die Werbung“. 
Bundesgesetz vom 22. November 1995 N 171-BG (Red. vom 29. Dezember 2015, mit Veränderungen vom 30. März 2016) „Über die Staatsregelung zur Herstellung und dem Handel mit alkoholischen Getränken und über die Beschränkung ihres Konsums”.
Schreiben FAS RF vom 11. August 2014 N АК/32197/14 „Über die Veränderungen des Artikels 21 des Bundesgesetzes „Über Werbung””.
Bundesgesetz vom 4. Dezember 2007 N 329-BG (Red. vom 3. November 2015) „Über Sport in der Russischen Föderation”.
5 ​Schreiben FAS vom 20. Februar 2015 N АК/7749/15 „Über Alkoholwerbung”.

 Aus dem Newsletter

Kontakt

Contact Person Picture

Dr. Tatiana Vukolova

Juristin (Russland)

Associate Partner

+7 495 9335 120
+7 495 9335 121

Anfrage senden

 Wir beraten Sie gern!

Deutschland Weltweit Search Menu