Elektronische Umsatzsteuerrechnungen in Kasachstan von 2016 bis 2019

PrintMailRate-it

Die kasachischen Richtlinien für elektronische Umsatzsteuerrechnungen traten am 1. Juli 2014 in Kraft und wurden bis zum Jahr 2016 auf freiwilliger Basis durchgeführt. Am 16. Oktober 2015 wurde von den Staaten der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) ein Dokument über die Umsetzung von Zollverpflichtungen im Rahmen von Kasachstans Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) unterzeichnet. In diesem Zusammenhang hat sich Kasachstan verpflichtet, den Export von Waren, die ermäßigten Zollsätzen unterliegen, auch in andere Länder der EAWU auszuschließen. Die Warenliste umfasst 1347 Positionen, ab 2017 erweitert sie sich auf 3800 Positionen. Um diese Entscheidungen zu realisieren, muss Kasachstan ein Erfassungssystem für die aufgeführten Waren einrichten, die in andere Mitgliedsstaaten der EAWU exportiert werden dürfen.
 
Da zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Dokuments bereits ein Informationssystem für elektronische Rechnungen in Kasachstan implementiert war, wurde beschlossen, dieses System als Basis für die Erstellung eines Erfassungssystems zur Steuerung des Warenverkehrs zu nutzen und daraus ein „Virtual Warehouse”-Modul zu entwickeln.
 
Der Import von Waren, die in der Warenliste aufgeführt sind, in die Republik Kasachstan erfolgt entweder zum Satz der WTO (aber ohne ein Ausfuhrrecht aus Kasachstan) oder zum Satz des gemeinsamen Zolltarifs der EAWU, zum Zweck ihres weiteren Absatzes in deren Mitgliedsstaaten. In diesem Zusammenhang ist es seit dem 11. Januar 2016 verboten, Waren, die in die Republik Kasachstan zum WTO-Satz eingeführt wurden, aus Kasachstan zu exportieren. Waren, die nach Kasachstan zum Satz des gemeinsamen Zolltarifs der EAWU importiert wurden, müssen für die Ausfuhr in das Zollgebiet der EAWU mit einer Kopie der Zollanmeldung und einer elektronischen Umsatzsteuerrechnung versehen werden. Um die Zollabfertigung von Waren, die nach Kasachstan zum WTO-Satz eingeführt werden, zu kontrollieren, gibt es für diese eine gesonderte Zollanmeldung. In den elektronischen Umsatzsteuerrechnungen müssen die Zolldeklarationsnummer und die Laufnummer der Warenlinie, die sich aus der Zollanmeldung ergibt, sowie der Zollsatz nach WTO oder EAWU-Einheitstarif angegeben werden. Nachdem die Dokumente von den zuständigen staatlichen Behörden beglaubigt wurden, gelten diese als Warenbegleitscheine für die Überschreitung der Grenzen zwischen Mitgliedstaaten der EAWU. Zurzeit wird zur Kontrolle von Warenbewegungen im Gebiet der EAWU das Informationssystem für elektronische Rechnungen verwendet.
 
Bisher sind die Bestimmungen zur Ausstellung von elektronischen Rechnungen nur für bestimmte Steuerzahler verpflichtend.
 

Elektronische Umsatzsteuerrechnungen sind ab 2016 verpflichtend für:

  • Ab dem 1. Januar 2016: Steuerzahler, die zur Wirtschaftsbeteiligung berechtigt sind;
  • Ab dem 11. Januar 2016: Alle Steuerzahler, die Transaktionen mit Waren der Warenliste und Importe in die Republik Kasachstan aus Drittländern oder den Mitgliedstaaten der EAWU durchführen;
  • Ab dem 1. Juli 2016: Steuerpflichtige, die zur Wirtschaftsbeteiligung berechtigt sind, Zollvertreter, Zollträger, Inhaber von temporären Lagerhallen, Inhaber von Zolllagern (Art. 6 des kasachischen Gesetzes „Über die Änderungen und Ergänzungen einiger gesetzlicher Bestimmungen der Republik Kasachstan über die Besteuerung und Zollverwaltung”, Nr. 432-V vom 3. Dezember 2015).

 

Elektronische Umsatzsteuerrechnungen sind ab 2018 verpflichtend für:

  • Ab dem 1. Januar 2018: große Steuerzahler, die dem Monitoring unterliegen.
     

Elektronische Umsatzsteuerrechnungen sind ab dem 1. Januar 2019 verpflichtend für:

  • Juristische Personen, die in der Republik Kasachstan als mehrwertsteuerpflichtig registriert wurden als:
    1. Einzelunternehmer;
    2. Ansässige juristische Personen, mit Ausnahme von Regierungsbehörden;
    3. Nicht-Residenten, die in der Republik Kasachstan durch eine Zweigniederlassung tätig sind;
      • Treuhänder, die aufgrund von Warenabsatz, Arbeiten oder Dienstleistungen im Rahmen von Ermächtigungstreuhandverträgen mit Treuhändern oder mit Bezugsberechtigen oder in anderen Fällen von Treuhandverwaltung Umsätze erzielen.​

 Aus dem Newsletter

Kontakt

Contact Person Picture

Michael Quiring

Rechtsanwalt

stellv. Niederlassungsleiter, Partner

+7 727 3560 655
+7 727 2596 269

Anfrage senden

 Wir beraten Sie gern!

Um die Website zu personalisieren und Ihnen den größten Mehrwert zu bieten, verwenden wir Cookies. Unter anderem dienen sie der Analyse des Nutzerverhaltens, um herauszufinden wie wir die Website für Sie verbessern können. Durch Nutzung der Website stimmen Sie ihrem Einsatz zu. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.
Deutschland Weltweit Search Menu