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Vermögensausschreibung – eine moderne Dienstleistung

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Viele Unternehmer sind perfekt im Umgang mit ihrem Unternehmen. Weniger gut kennen sie sich oftmals mit der Vermögensanlage aus. Sparringspartner können Vermögensverwalter sein. Doch wie finde ich den richtigen? Eine gute Vorbereitung ist unerlässlich.
 
Der Markt der privaten Vermögensverwaltung ist für viele Anleger oft ein Buch mit 7 Siegeln: völlig intransparent und nur schwer zu durchschauen. Medien ziehen zwar regelmäßig Vergleiche, diese sind aber in ihrer Qualität unterschiedlich geprägt und häufig nur fiktiver Natur. In sog. Depot-Contests werden häufig „Äpfel mit Birnen” verglichen. Es fehlen einheitliche Rahmenbedingungen für diese Tests. Teilnehmende Vermögensverwalter fahren häufig eine Strategie, die mit echten Anlagegeldern kaum vorstellbar wäre, nur um ganz oben auf dem Treppchen der Preisträger zu stehen. Auf die eingesetzten Produkte und deren Funktionsweise wird häufig nicht eingegangen. Die entscheidenden Fragen lauten: Wie glaubwürdig und verständlich sind die Zahlen und Informationen, und wie sind die jeweiligen Vermögensverwalter mit ihren entsprechenden Strategien objektiv vergleichbar?
 
Wer dabei den Blindflug nicht riskieren will, investiert in die Vermögensausschreibung. Auf Glück sollten Anleger bei der Suche nach geeigneten Vermögensverwaltern allerdings nicht hoffen. Denn wer unvorbereitet diesen Weg geht, kommt selten zu einem optimalen Ergebnis. Die Anleger sind häufig davon überzeugt, dass sie bei anerkannten Adressen die Akkuratesse und Performance finden, die ihnen in angenehmen Gesprächen signalisiert werden. Doch gerade oft bekannte Adressen angeln sich verbal und mit Hochglanzprospekten den freundlichen Vertragsabschluss.
 
Darauf setzen die „Private Banker” aus den hoch gezüchteten Wealth-Managementabteilungen der Privatbanken. Sie wissen genau, dass es etwa für einen Unternehmensverkäufer nicht einfach sein wird, sich den intransparenten und wenig bekannten Markt der privaten Vermögensverwaltung in Kürze zu erschließen. Hatte er doch bisher nur wenig oder gar noch nichts mit der professionellen privaten Geldanlage zu tun.
 
Deswegen ist es sinnvoll, wie im Klausurverfahren von Universitäten, bspw. zehn möglichen Vermögensverwaltern die gleichen Fragen zu stellen, auszuwerten und zu vergleichen. Dies führt zu vielen mehrwertbringenden Erkenntnissen. Die Suche nach einem geeigneten Vermögensverwalter braucht diesen Tiefgang. Sie sollte einer gewissen Systematik folgen:
 

1. Vorüberlegungen

  • Wie viele Vermögensverwalter sollen insgesamt eingesetzt werden?
  • Wie soll das Verhältnis zwischen ausschüttenden und thesaurierenden Erträgen sein?
  • Müssen Depotüberträge vorgenommen werden?
  • Sollen bestehende Wertpapierpositionen in die neue Verwaltungsstruktur übertragen werden?
  • Ist eine aktuelle Anlagerichtlinie vorhanden bzw. soll diese geändert werden?
  • Welche Adressaten sollen angeschrieben werden (freie Verwalter, Großbanken, Banken, Privatbanken, Kapitalanlagegesellschaften, Finanzdienstleister etc.)?
  • Wie viele Teilnehmer sollen in das Verfahren aufgenommen werden?
 

2. Rahmenbedingungen definieren

Hierzu zählen:
  • Anlagebetrag
  • Anlagezweck
  • Anlageklassen (Aktien, Renten, Immobilien, Erneuerbare Energien, Nachhaltigkeit, Cash etc.)
  • Anlagezeitraum
  • Rendite- und Ertragserwartung sowie
  • Risikotragfähigkeit
 

3. Inhalt von Ausschreibungsunterlagen

  • Informationen zum Gegenstand und zur Durchführung der Ausschreibung
  • Anlegerspezifische Informationen
  • Inhaltliche Anforderungen zur Angebotsabgabe
  • Informationen zu den organisatorischen Rahmenbedingungen
 

4. Angebote sortieren und prüfen

Nach etwa 2-3 Wochen, je nach Abgabefrist, gehen die Angebotsunterlagen der jeweiligen Teilnehmer ein. Die Angebote werden dann systematisch ausgewertet und bewertet. Im Ergebnis stehen die Teilnehmer für die 2. Runde – die persönlichen Gespräche – fest.
 

5. Persönliche Gespräche mit interessanten Anbietern

Die persönlichen Gespräche stellen einen wichtigen Teil des Gesamtverfahrens dar. Ziel dieser Gespräche ist es, sich von leistungsfähigen Anbietern persönlich erläutern zu lassen, welche Überlegungen mit dem eingereichten Angebotsvorschlag verbunden sind. Hierbei steht das Anlage- und Risikomanagementkonzept im Mittelpunkt. Weitere Themenfelder zum Kommunikationsverhalten, zu den Inhalten des Berichtswesens, zum Umgang mit bereits vorhandenen Wertpapieren, zu vertraglichen Inhalten mit finaler Honorarverhandlung und zur weiteren Vorgehensweise runden die persönlichen Gespräche ab.
 

6. Entscheidung

Festlegung der/des Ausschreibungsgewinner(s)
 

Fazit

Das Ausschreiben eines Vermögensverwaltungsmandats ist ein systematischer Prozess. Es gilt, den richtigen Dienstleister für eine ganz bestimmte Aufgabenstellung zu finden. Die skizzierten Schritte stellen ein Grundgerüst dar, anhand dessen ein Unternehmer sein Mandat strukturiert ausschreiben kann. Selbstverständlich zählen im persönlichen Gespräch auch weiche Faktoren, aber so aufgesetzt hat „Meister Zufall” so gut wie keine Chance mehr. Damit dürfte dann eine stetig größere Zahl an Anlegern den richtigen und zu ihnen in vielen, wenn nicht allen Facetten, passenden Vermögensverwalter finden.
 
zuletzt aktualisiert am 12.08.2015

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Alexander Etterer

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