Erfolgreich investieren in der Russischen Föderation

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zuletzt aktualisiert am 23. Juni 2022 | Lesedauer ca. 2 Minuten


 

 

Was ist die derzeitige Realität des Russland-Geschäfts?  

Obwohl die letzten Jahre des deutsch-russischen Handels ertragreich gewesen waren, stehen deutsche Unter­nehmen im Russland-Geschäft nun vor einigen Herausforderungen. Dazu gehören beiderseitige den Handel beschränkende Maßnahmen seitens der EU und Russland. Derzeit sind seitens der EU in den Bereichen Fi­nan­zen, Verteidigung, Energie, Luft- und Raumfahrt Sanktionen verhängt. Russland hat Maßnahmen zur Stabilität des Rubelkurses sowie der Finanzstabilität ergriffen und den Export von bestimmten Waren untersagt. Weiter­hin sind in Russland neue Gesetze in Kraft getreten, welche den Alltag der internationalen Unternehmen beeinflussen. Transport und Logistik müssen derzeit neu gedacht werden, da viele Routen und Dienstleister nicht mehr zur Verfügung stehen und neue Kanäle genutzt werden müssen. 
 

Welche Auswirkungen ergeben sich daraus für deutsche Unternehmen mit Russlandbezug?  

Die Auswirkungen der neuen Bedingungen auf dem russischen Markt betreffen Unternehmen auf verschiede Weisen, und die Auswirkungen auf ein bestimmtes Unternehmen müssen im Einzelfall abgewogen werden. Allgemein gilt jedoch, dass man passende Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität ergreifen soll. Die eigenen Waren und Dienstleitungen sowie Vertragspartner sind auf Betroffenheit von den internationalen Sanktionen zu prüfen. Für sanktionskritische Produkte sind Nullmeldungen beim BAFA zu beantragen. Man muss sich in beiden Rechtsordnungen auf sicherem Boden zu bewegen, sowie auch Sanktionen von relevanten Drittstaaten in die Ausrichtung des Geschäfts einzubeziehen. 
 

Welche Chancen bestehen für deutsche Unternehmen auf dem russischen Markt derzeit?  

Die Regierung will den Abfluss ausländischer Unternehmen vom russischen Markt verhindern, was für Unter­neh­men, die in voller oder reduzierter Kapazität auf dem Markt bleiben wollen, eine gute Nachricht ist. Chan­cen des weiteren Betriebs präsentieren sich in der Umstellung oder Fokussierung der Produktion von Unter­neh­men auf nicht sanktionierte Waren und Dienstleistungen. Regelungen wie die Legalisierung von Parallel­im­porten schaffen in Russland neue Räume für den Handel. Obwohl die meisten Unternehmen Neuinvestitionen in Russland gestoppt und die Entwicklung neuer Projekte vorerst stillgelegt haben, schätzen die befragten Mitglieder der Association of European Businesses in Russland mehrheitlich ein, dass in einer 6-10-Jahres­pers­pektive ein Wachstum der russischen Wirtschaft zu erwarten ist. So sichern die meisten Unternehmen, auch bei einer Einstellung der Geschäfte die Möglichkeit einer Rückkehr auf den russischen Markt.   
 

Welche Handlungsmöglichkeiten haben ausländische Unternehmen, die sich vom russischen Markt zurückziehen wollen? 

Für den Rückzug vom russischen Markt gibt es eine Auswahl von Exit-Strategien, welche von der Liquidierung des Unternehmens und einem endgültigen Verlassen des Marktes bis zu einem Management-Buy-Out mit Schutzmechanismen wie einer Rückerwerbsoption, der Erstellung eines Gesellschaftsvertrags oder einer An­teils­verpfändung reichen. Welche Handlungsoption, darunter auch eine Stilllegung des Geschäfts, eine Art „Winterschlaf“ oder eine Treuhandverwaltung für das jeweilige Unternehmen am besten ist, ist vom Einzelfall abhängig. Die Entscheidung über die passende Strategie zum Verlassen des Marktes hängt unter anderem davon ab, wie dauerhaft die Maßnahme sein soll, welche Langzeitziele verfolgt werden und über welche Kapa­zitäten das Unternehmen verfügt. 

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Alexey Sapozhnikov

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