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Erfolgreich investieren in Serbien

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zuletzt aktualisiert am 19. Mai 2021 | Lesedauer ca. 2 Minuten

 

 

 

Wie schätzen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in Serbien ein?

 

Nach Angaben der serbischen Nationalbank (NBS) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) weist die serbische Wirtschaft im Jahr 2020 aufgrund der negativen wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie einen negativen Wachstumssaldo von 2,5 Prozent auf – verglichen mit 4,2 Prozent im Jahr 2019. Dennoch ist das ein relativ geringer wirtschaftlicher Rückgang, da Serbien zu den am wenigsten von der Covid-19-Pandemie betroffenen Ländern in den Schwellenländern Europas (OECD) gehört. Laut der IWF-Prognose vom Oktober 2020 wird für 2021 ein erneutes Wachstum erwartet, das auf 5,5 Prozent des BIP und für 2022 auf 6 Prozent geschätzt wird.

Die Arbeitslosenquote in Serbien, die im Vergleich zu den Nachbarländern auf dem Balkan relativ niedrig ist, liegt weiterhin deutlich über dem europäischen Durchschnitt. Der Trend wurde stark von den negativen wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinflusst. Die Rate stieg von 10,9 Prozent im Jahr 2019 auf 13,4 Prozent 2020.

Aus persönlicher Sicht scheint, dass IT-Dienstleistungen wachsen. Der Bedarf an Buchhaltern und Buchhaltungsdienstleistungen ist ebenfalls hoch, während touristische Dienstleistungen in der Depression sind.
 

Wie würden Sie das Investitionsklima in Serbien beschreiben? Welche Branchen bergen großes Potenzial?

Der Weltbankbericht zeigte, dass Serbien das Geschäftsklima in den letzten Jahren verbessert hat. Das Land wird allmählich offener für den internationalen Handel (110  Prozent des BIP im Jahr 2018 laut der Weltbank). Das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen zwischen der EU und Serbien sowie das stetige Wachstum der Zuflüsse von ausländischen Direktinvestitionen haben zu einem konstanten Anstieg des Außen­handels­volumens geführt.

Die Verhandlungen Serbiens mit der WTO sind weit fortgeschritten. Die Hauptexporte des Landes sind isolierte elektrische Leiter, Kraftfahrzeuge, Reifen und Eisen; bei den Importen werden Rohöl, Kraftfahrzeugteile, Medikamente und Erdölgase angeführt. Auch der wachsende IT-Sektor darf nicht unterschätzt werden, während die Landwirtschaft weiterhin eine Quelle ist, auf die man sich verlassen kann.

        

Welchen Herausforderungen steht ein deutscher Unternehmer beim Engagement in Serbien gegenüber?

 

In der Wirtschaft scheint es, dass deutsche mit chinesischen Firmen in mehreren Branchen und Regionen in Serbien zusammenarbeiten. Z.B. baut ein chinesischer Investor im Westen Serbiens (in der Stadt Loznica) eine Batteriefabrik, an der mehrere große deutsche Unternehmen beteiligt sind. Außerdem arbeiten mehrere Unternehmen aus der EU an der wichtigsten russischen Investition in Serbien: der Ölindustrie, die Gazprom gehört. Deshalb gibt es viele Möglichkeiten und ausreichend Arbeitsplätze. Auf der anderen Seite, werden deutsche Firmen gegenüber chinesischen oder russischen Firmen bevorzugt, wenn über Arbeitgeber und Beschäftigung gesprochen wird.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass abgesehen von den großen politischen Unterschieden ein gemeinsamer Ansatz bei der Ausübung von Geschäften in Serbien besteht.

        

Deutschland ist für Serbien der weltweit wichtigste Handelspartner. Auch Russland und China haben Serbien im Blick. Was bedeutet das für das deutsche Engagement?

In Serbien gibt es ein Sprichwort: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst”. Es gibt jedoch ein großes Problem zu bestimmen, wer zuerst kam. War es Deutschland, dessen Bergleute dem mittelalterlichen Königreich Serbien die Kraft gaben und dessen Ritter den Kern der Panzertruppe bildeten? Oder waren es die Russen, mit denen die Serben religiöse und kulturelle Verbindungen teilen und ohne deren Hilfe es im 19. Jahrhundert kein unabhängiges Serbien gegeben hätte? In Wirklichkeit gibt es in Serbien viele Menschen, die alles haben können. Die meisten Familien haben heutzutage einige Mitglieder in Deutschland oder in anderen Ländern der EU, aber es gibt auch viele, die in Russland gearbeitet haben und genug verdienen, um ihre Kinder nach Deutschland/in die EU zu schicken.

Daher sehen wir keine Probleme, dort Geschäfte zu machen. Auch die Investitionen in Serbien sind großartig, wenn es darum geht, die dort hergestellten Produkte nach Russland zu exportieren (im Zusammenhang mit dem Freihandelsabkommen zwischen der Russischen Föderation und Serbien).


Wie wird sich aus Ihrer Sicht Serbien weiterentwickeln?

 

Wie bereits erwähnt, versucht Serbien, seine Gesetzgebung mit der EU-Gesetzgebung zu harmonisieren. 2020 wurden jedoch keine neuen Kapitel eröffnet. Der Plan des serbischen Präsidenten, das Land bis 2025 zum EU-Mitglied zu machen und gleichzeitig starke Beziehungen zu Russland und China aufrechtzuerhalten, scheint gescheitert zu sein. Ein anderer Plan zur Schaffung einer Freihandelszone zwischen den ehemaligen jugoslawischen Republiken, die nicht in der EU sind, sowie Albanien, wächst langsam aber stetig.

Im Allgemeinen wird sich Serbien in Richtung EU entwickeln, auch wenn die Mitgliedschaft noch weit entfernt ist.

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Slobodan Mihajlović

Tax Consultant (Serbien)

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Diplom-Kaufmann, MBA, Auditor, Tax Consultant, CPA (Rumänien)

Partner, Niederlassungsleiter

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