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Erfolgreich investieren in Spanien

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zuletzt aktualisiert am 19. Mai 2021 | Lesedauer ca. 2 Minuten


 

 

​​Wie schätzen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in Spanien ein?

Auch wenn die spanische Wirtschaft in der Eurozone diejenige war, die 2020 am stärksten gefallen ist, sehen sowohl die spanische Regierung als auch die Brüsseler Wirtschaftsexperten Anzeichen für ein starkes Wachstum 2021.

Da das erste Quartal 2021 als Folge der dritten Welle der Covid-19-Pandemie schwächer als erwartet begonnen hat, geht die spanische Zentralbank von einem Wachstum des BIP von 6 Prozent für 2021 aus, sowie von 5,2 Prozent für 2022. Eine Erholung auf das BIP-Niveau vor der Pandemie wird im Jahr 2023 erwartet, damit liegt die Zentralbank für 2021 unter der von der spanischen Regierung formulierten Prognose. Sie sah für dieses Jahr einen Anstieg von 9,8 Prozent vor, wobei Investitionen im Zusammenhang mit europäischen Fonds begünstigt wurden, die aber nicht alle 2021 zur Verfügung stehen werden.

Die wirtschaftliche Entwicklung wird zum einen von einem funktionierenden Impf- und Immunisierungsprozess der Bevölkerung, der Pandemie-Entwicklung sowie der sich daraus ergebenden Folgen auf das Produktions- und Beschäftigungsumfeld und den Tourismus als eine der wichtigsten Branchen in Spanien abhängen und zum anderen vom Verhalten der Haushalte in Bezug auf Konsum und Sparen. Die steigende Verabreichung der Impfstoffe wird eine allmähliche Rücknahme der bewegungseinschränkenden Maßnahmen ermöglichen, sodass auch der nationale Tourismus in Spanien im Laufe des Jahres 2021 ein starkes Wachstum erfahren sollte.

Man geht davon aus, dass die Arbeitslosenquote im Jahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr von 16,2 auf 17 Prozent steigen wird, mit einem großen Anteil an Jugendarbeitslosigkeit (unter 25-jährige), die Ende 2020 schon bei 40,7 Prozent lag. Darin liegt anderseits auch eine große Chance Spaniens, da die Einstiegsgehälter sehr viel niedriger sind als in den Nachbarländern und viele neue Industrien angelockt werden können, denen in Spanien aufgrund der aktuellen Lage sehr gute Investitionsgrundlagen geboten werden; auch um die Abhängigkeit von Tourismus und Handel auf lange Sicht zu vermindern.


Wie würden Sie das Investitionsklima in Spanien beschreiben? Welche Branchen bergen großes Potenzial?

Das Investitionsklima ist generell positiv, wenn auch die aktuelle Links-Links-Koalition nicht direkt unternehmerfreundlich genannt werden kann. So kann es durchaus sein, dass große Immobilienbesitzer künftig steuerlich mehr in die Pflicht genommen werden.


Die Gesetzgebung ist allerdings größtenteils vorhersehbar und das Arbeitsrecht im Vergleich mit anderen europäischen Ländern wie Frankreich, Deutschland oder Italien leicht unkomplizierter. Die amtierende Regierung hat ihre anfängliche Absicht, bestimmte Maßnahmen zur Erschwerung der betriebsbedingten Entlassungen einzuführen, wegen der Corona-Krise zumindest vorläufig aufgegeben.

Großes Potenzial bieten nach wie vor der Sektor der erneuerbaren Energien, der von der spanischen Politik unterstützt wird, außerdem die IT- und Kommunikationsbranche, wozu sehr gut ausgebildete Studenten und das niedrige Lohnniveau beitragen. In dem Zusammenhang sollte man Themen wie Smart Cities und Micro-Mobilität nicht aus den Augen verlieren, da Spanien im digitalen Bereich sehr gut aufgestellt ist und es keinen Zweifel gibt, dass die Pandemie sich zu einem Katalysator für allgemeine und auch industrielle Digitalisierung entwickelt hat.


Welchen Herausforderungen steht ein deutscher Unternehmer beim Engagement in Spanien gegenüber?

Die über Erfolg und Nichterfolg entscheidenden Faktoren sind zum einen die Auswahl der Mitarbeiter und noch konkreter der Leiter der spanischen Niederlassungen. Des Weiteren ist die Kontrolle der Niederlassung in Spanien wichtig, um unangenehme Überraschungen, die erst mit zeitlicher Verzögerung eintreten, zu vermeiden. In Bezug auf Fremdsprachenkenntnisse haben sich die Spanier in den letzten Jahren deutlich verbessert, sind aber noch nicht auf dem Niveau anderer europäischer Länder. Weitere Herausforderungen ergeben sich auch aus der weiteren politischen Entwicklung im Land.


Spanien will ein zentraler Standort für die Produktion von Elektroautos in Europa werden. Welche Chancen ergeben sich dadurch für die Wirtschaft?

Die Automobil und -zuliefer-Industrie gehört sicherlich zu den Sektoren, die in den letzten Jahren in Spanien sehr gebeutelt wurde. Es gibt daher ideale Voraussetzungen für die Produktion von Elektroautos, viele gut ausgebildete junge Leute sowie schon vorhandene industrielle Infrastrukturen. Da Nachhaltigkeit im aktuellen politischen Programm der Links-Links-Regierung eine sehr große Bedeutung hat, werden dazu Möglichkeiten staatlicher Unterstützung in Aussicht gestellt. Für die Wirtschaft hätte die Produktion von Elektroautos in Spanien eindeutig einen positiven Effekt, auch gerade in den Regionen, in denen Zulieferer und Automobilkonzerne ihre Produktion gedrosselt oder beendet haben.
 

Wie wird sich aus Ihrer Sicht Spanien weiterentwickeln?

Die für Spanien wichtigste Branche, der Tourismus, ist in ihrem Herzen schwer getroffen, auch wenn sich langsam Öffnungen in dem Bereich bemerkbar machen. Da die Branche vor Corona ca. 15 Prozent des BIP Spaniens lieferte, ist eine Aufhebung der Restriktionen bei der Mobilität für Spanien von überaus großer Bedeutung. Des Weiteren weiß man noch nicht, wie die kleinen und mittelständischen Firmen aus der Krise hervorgehen, die über weniger finanzielle Reserven verfügen. Solche Firmen haben bisher weniger Unterstützung vom Staat erhalten als in anderen europäischen Ländern. Sollte die Information sich als richtig herausstellen, dass auch für die Firmen größere staatliche Hilfen vorgesehen sind, könnte eine große weitere Insolvenzwelle durchaus abgefangen werden.

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Georg Abegg

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