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Abschaffung des Schwellenwerts bei der Umsatzsteuer in Großbritannien

PrintMailRate-it
von Beatrix Tröger
 
Bis dato mussten sich ansässige und nicht ansässige Unternehmen nur dann für Zwecke der Umsatzsteuer im Vereinigten Königreich registrieren, wenn ihr Umsatz in den vergangenen 12 Monaten den Schwellenwert von 77.000 britischen Pfund überschritten hatte oder wenn davon auszugehen war, dass dieser Betrag innerhalb der nächsten 30 Tage überschritten wird. Dabei besteht die Registrierungspflicht für alle natürlichen oder juristischen Personen, für jede Personengesellschaft und Vereinigung und für jeden Club und Wohltätigkeitsverband. Zum 1. Dezember 2012 wurde dieser Schwellenwert für steuerpflichtige Unternehmen, die nicht im Vereinigten Königreich ansässig sind (NETP = non-established taxable persons), abgeschafft. Ausgangspunkt dafür ist eine Entscheidung des EuGH (Schmelz C97/09), der feststellte, dass nur Unternehmen, die im Mitgliedstaat ansässig sind, auch von dem ländereigenen Umsatzsteuerschwellenwert Gebrauch machen können.
 
Diese Abschaffung des Schwellenwerts wird kleine Unternehmen, die länderübergreifend tätig sind, schwer treffen. Es bedeutet für sie, dass eine Umsatzsteuerregistrierung bereits bei der ersten Bereitstellung/Lieferung von Gütern oder Dienstleistungen innerhalb von 30 Tagen beim Finanzamt (HMRC) erfolgen muss und dies unabhängig vom Wert der Leistung. Nicht ansässige Unternehmen, die bereits Lieferungen erbringen, mussten sich mit Wirkung zum 1. Dezember registrieren lassen. Dafür wurde auch ihnen ein Zeitraum von 30 Tagen gegeben, sodass die Registrierung spätestens zum 30. Dezember zu erfolgen hatte. Die Registrierung kann online oder durch Einreichung des Formblattes VAT 1 erfolgen. Unternehmen, die nur im Versandhandel tätig sind, sind von der Änderung nicht betroffen.

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