Auswirkungen der US-Wahlen – Künftige Steuerpolitik der USA

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​Dr. Will Dendorfer und Dr. Dagmar Möller-Gosoge, Rödl & Partner München
 
Das erklärte Ziel des umstrittenen und nicht immer ganz berechenbaren neuen Präsidenten der USA, Donald Trump, ist die Ankurbelung der Konjunktur, unterstützt durch geplante Steuererleichterungen. Daraus ergeben sich Chancen für deutsche Unternehmen beim Eintritt in den US-Markt und bei der Expansion des US-Geschäfts.

 
Der lange und harte US-Wahlkampf spiegelt die Erkenntnis, dass es sich bei den USA eigentlich um „un-united” States of America handelt, in denen es nur 2 Parteienlager gibt: die Republikaner und die Demokraten. Für viele mag es überraschend gewesen sein, dass der 45. Präsident der USA den Namen Donald J. Trump trägt und nicht Hillary D. Rodham Clinton heißt. 

​Das Wahlprogramm der „Trump-Pence-Campaign” trifft zwar zu einigen Themen wenig greifbare und eher unglaubwürdige Aussagen (z.B. zur Außenpolitik oder der Mauerbau an der Grenze zu Mexiko). Zum Thema Steuern hingegen sind eine Reihe von konkreten Erleichterungen aufgeführt, die auch für in den USA tätige deutsche Unternehmen und Privatinvestoren von Bedeutung sein können.
 

US-nationale Steuererleichterungen

Im Trump-Pence-Wahlprogramm werden zum US-nationalen Steuerrecht u.a. folgende Änderungen angesprochen:
  • Steuersatzsenkungen bei der Körperschaftsteuer des Bundes von 35 auf 15 Prozent;
  • Einführung einer Abgeltungssteuer von 15 Prozent auf gewerbliche Einkünfte von Personengesellschaften an Stelle der bisherigen Besteuerung mit Steuersätzen von bis zu 35 bzw. 39,6 Prozent;
  • Senkung des Spitzensteuersatzes der Einkommensteuer von 39,6 auf 33 Prozent.
     

Ferner ist im Wahlprogramm u.a. die Abschaffung der „Net Investment Tax” (einer zusätzlichen Steuer von 3,8 Prozent auf bestimmte Investmenteinkünfte) sowie die Abschaffung der Bundesnachlass- und Bundesschenkungsteuer erwähnt, die nach gegenwärtigem Recht mit Steuersätzen von 18 Prozent bis 40 Prozent erhoben wird.
 

Unter der Prämisse der haushaltspolitischen Finanzierbarkeit scheint Trump bei der gesetzlichen Umsetzung seines Steuerprogramms nicht unberechenbar zu sein. Sein Plan ist weitgehend mit dem im Repräsentantenhaus vertretenen Steuerausschuss der Republikaner abgestimmt. Der Wahlausgang bescherte den Republikanern im Repräsentantenhaus eine komfortable und im Senat eine (allerdings) knappe Mehrheit, so dass die Durchsetzbarkeit des Steuerplans möglich sein sollte.
 

US-internationale Steueränderungen

Auf Ebene des US-internationalen Steuerrechts könnte sich eine Steuererleichterung für US-Unternehmen abzeichnen, die Tochtergesellschaften im Ausland haben und bisher dort thesaurierte Gewinne steuerpflichtig in die USA zurückführen.
 

Es ist zu erwarten, dass ein von der Trump-Regierung besetztes „U.S. Treasury Department” die kürzlich erlassenen verschärfenden Steuerrichtlinien im internationalen Bereich (z.B. die Verschärfung der Besteuerung im Falle eigenkapitalersetzender Gesellschafterdarlehen) auf den Prüfstand stellt und unter Umständen sogar rückgängig macht.
 

Chancen durch Infrastrukturprogramm

In seiner Wahlnachtrede betonte Trump noch einmal eines seiner wichtigsten Ziele: die Ankurbelung der Wirtschaftskonjunktur. Dafür plant er u.a. ein Ausgabenprogramm im Volumen von 1 Mrd. US-Dollar zur Verbesserung der Infrastruktur durch steuerbegünstigte Investitionen in die Wasserversorgung der Großstädte und in Autobahnen, Brücken, Tunnel, Flughäfen sowie Krankenhäuser. Das könnte für deutsche Unternehmen bei ihrem Eintritt in den US-Markt oder ihrer Expansion in den USA große Chancen bedeuten.

 Bitte beachten Sie:

  • Sie sollten die Entwicklung der steuerlichen Rahmen­bedingungen in den USA aufmerksam verfolgen – v.a. in den Monaten nach der Amtseinführung des Präsidenten.
  • Informieren Sie sich über das Infrastrukturprogramm Trump-Pence.
  • Denken Sie auch an die vielfältigen Fördermittel der US-Bundesstaaten.
     

Kontakt

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Dr. Will Dendorfer

Steuerberater, Certified Public Accountant (New York)

Partner, Leiter US Desk in Germany

+49 221 9499 094 97

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