ERP-Systeme im globalen Warenverkehr – Der Brexit fordert Anpassungen

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veröffentlicht am 11. Februar 2020 / Lesedauer ca. 2 Minuten
 

Bei internationalen Handelsbeziehungen gilt es für Unternehmen viele Vorgaben und Details zu berücksichtigen. Der bevorstehende Austritt Großbritanniens aus der EU, ist nun seit mehr als zwei Jahren Thema für Konzerne und mittelständische Unter­nehmen. Die Auswirkungen lassen sich bislang noch nicht genau abschätzen. Gerade exportorientierte Unternehmen müssen sich aber auf gravierende Veränderungen bei ihren Prozessabläufen einstellen.

  

  

Der Handel im internationalen Umfeld ist sehr vielfältig und verlangt von Unternehmen ein hohes Maß an Kontrollen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Das alles bei stetig steigendem Tempo. Innerhalb der EU ist aufgrund rechtlicher Vorgaben und Vereinbarungen der Handel vereinfacht und Waren können zollfrei ein- und ausgeführt werden. Nach dem Brexit ist Großbritannien ein EU-Drittland. Für Unternehmen, die Kunden, Lieferanten oder Standorte in Großbritannien haben, bedeutet der Umstand eine enorme Veränderung der bisherigen Geschäftsprozesse bei Import und Export.
 
Besonders in den ERP-Systemen muss sich der neue Status Großbritanniens spiegeln. Die derzeit als Standard deklarierten Prozessgeschäfte mit dem EU-Land werden sich aufgrund von Zöllen und Steuern, die dann abzuführen sind, massiv ändern. Um den Ablauf von geschäftlichen Prozessen nicht zu unterbrechen und v. a. die rechtlichen Vorgaben und Neuerungen nicht aus den Augen zu verlieren, sind betroffene Unternehmen verpflichtet, sich ausreichend auf den Austritt vorzubereiten.
 

Herausforderung an ERP-Systeme

Die rechtlichen Bestimmungen, die beim grenzüberschreitenden Warenverkehr beachtet werden müssen, sind nicht zu unterschätzen. Für Unternehmen ist es daher ratsam, über ein agiles Innovationsmanagement zu verfügen, um Änderungen schnell annehmen und anpassen zu können. Bei den ERP-Systemen sollte auf flexible und international ausgerichtete Lösungen gesetzt werden, die in der Lage sind, einzelne Prozessabläufe variabel abbilden zu können. Dazu zählen neben den Zollabwicklungen und den Anforderungen aus Importen und Exporten auch Buchhaltungsrichtlinien, unterschiedlich vorhandene Bankensysteme sowie neue gesetzliche Rahmenbedingungen.
 
Beim Handel mit Großbritannien wird es durch den Brexit nicht nur zu Änderungen aufgrund von Zöllen kommen. Es müssen u. a. auch die folgenden Vorgaben berücksichtigt werden:  

 

  • Handel: Zölle und Steuern führen zu höheren Waren-Preisen. Durch die Zollabfertigung kommt es eventuell zu längeren Lieferzeiten.
  • Lieferketten: Produktionskosten können erhöht werden, sollten Teile einer Produktion in Großbritannien hergestellt worden sein.
  • Lagerkosten und Bestandswerte: Bullwhip-Effekte sind möglich  –  d. h. Losgrößen bedingen Lagerbestandserhöhung durch unterschiedliche Zollmengen.
  • Vertragliche Vereinbarungen: Die Rechtslage kann sich ändern, da Großbritannien sich nun nicht mehr an das europäische Recht halten muss. Das kann dazu führen, dass europäische Unternehmen sich in Rechtsfragen schwerer durchsetzen können.
  • Datenschutz: Nach dem Brexit muss sich Großbritannien nicht mehr an die Regeln für den Datentransfer innerhalb der EU halten.

 

Das alles führt dazu, dass Unternehmen ihre Geschäftsprozesse teilweise überdenken bzw. anpassen müssen.
 

Globalen Handel erfolgreich managen

Um auch weiterhin erfolgreich am globalen Handel teilnehmen zu können und einzelne Schritte zu verein­fachen bzw. zu beschleunigen, bietet die Software Global Trade Services (GTS) von SAP ein umfangreiches Paket an. Es vereinfacht u. a. die nachstehenden Faktoren.

 

  • Zollwerte und Abgaben: Fehler bei der Berechnung von Zollwerten können für Unternehmen sehr teuer werden. Die Software berücksichtigt bei der Zollberechnung alle relevanten Parameter und bestimmt genau die Kosten.
  • Sanktionslisten: Das System prüft permanent die aktuellen Sanktionslisten und verhindert automatisch Transaktionen mit Geschäftspartnern, die auf Sanktionslisten stehen.
  • Präferenzangaben: Lieferanteninformationen können zentral angelegt und einfach verwaltet werden. Präferenzabkommen ermöglichen, dass z. B. Einführzölle reduziert werden können.

 

Für Unternehmen, die international tätig sind, oder starke Handelsbeziehungen mit Großbritannien pflegen, ist es enorm wichtig, einen geordneten Überblick über die gesamten Wertschöpfungsketten zu behalten  –  besonders nach einem Ausscheiden Großbritanniens. Gerade jetzt mit Blick auf die Veränderungen, die durch den Brexit auftreten werden, ist es für Unternehmen unvermeidlich ihre ERP-Systeme anzupassen und auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein.

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