Internationaler SAP Roll-out – Besonderheiten eines Projekts in Thailand

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veröffentlicht am 9. Juni 2020 | Lesedauer ca. 2 Minuten
 

Die Einführung einer neuen Software ist für Unternehmen stets eine Herausforderung,
da alle Geschäftsprozesse und -abläufe analysiert und an die neue Software angepasst werden müssen. Das gilt insbesondere, wenn ein nationales Template international ausgerollt werden soll. Je nach Land gibt es steuerlich sowie gesetzlich unterschiedliche Anforderungen. Zusätzlich müssen sowohl kulturelle als auch wirtschaftliche Rahmenbedingungen berücksichtigt werden.

  

  

Bei der Einführung von SAP-Software bedarf es auf Unternehmensseite, aber auch auf Seiten des Dienstleisters, einer detaillierten Vorbereitung. Bei länderübergreifenden Projekten müssen neben den wirtschaftlichen Vorgaben des Unternehmens auch die steuerlichen und gesetzlichen Vorschriften im Land der neuen Betriebsstätte Beachtung finden. Wir begleiteten einen Kunden beim Aufbau einer Produktionsstätte
in Thailand. Unsere Aufgabe war vorrangig der Roll-out des bestehenden SAP ECC 6.0 Systems und die Steuer- und Rechtsberatung.

 

Fachübergreifende Projektbearbeitung

Auch die neue Produktionsstätte sollte SAP ECC 6.0 nutzen. Das Projekt hatte eine geplante Laufzeit von neun Monaten. Bei der Umsetzung waren die Vorgaben des Unternehmens zu Prozessen und Wertschöpfungsketten und die länderspezifischen Besonderheiten im Steuerrecht sowie bei der Gesetzgebung zu beachten.

 
Für eine erfolgreiche Projektrealisierung gab es daher eine enge Zusammenarbeit zwischen den SAP-Consultants von Rödl & Partner und ihren Kollegen aus der Niederlassung Bangkok.

 

Projektablauf

Nachdem die Vorprojekte (Upgrade des SAP-Systems auf EHP8, Einführung des neuen Hauptbuches und der parallelen Währung) abgeschlossen waren, konnte das Projekt mit dem Prozessdesign bzw. der Festlegung des Scopes beginnen. Auf Basis der SAP Länderversion und von Best Practices sowie der Empfehlungen der thailändischen Rödl & Partner-Kollegen wurde in einer Sandbox ein Prototyp für die benötigten Geschäfts­prozesse eingerichtet. Mit Aufbau der Sandbox wurde ein Entwicklungsstopp vereinbart, damit es zu keinen Konflikten beim Roll-out kommen konnte.

 
Der Kunde testete in der Sandbox alle Funktionen und Prozesse. Anschließend wurde gemeinsam der Scope festgelegt und alle relevanten Einstellungen aus der Sandbox manuell in das Testsystem übernommen. Eine maschinelle Übernahme per Transportauftrag war nicht möglich, da der Kunde nachträglich neue Or­ganisationstrukturen wünschte. Es folgten im Testsystem die Stammdatenanlage, die Testmigration von Beständen und von Posten und Belegen aus dem Rechnungswesen als Basis für die Funktions- und Integrationstests.

 
Die Dokumentation aller Einstellungen, Programmierungen und Anpassungen wurden auf dem Sharepoint des Kunden abgelegt. Alle in der Testumgebung durchgeführten Tests wurden genauestens dokumentiert, um etwaige Fehlerquellen ausfindig machen zu können. Sobald alle Fehlerquellen bereinigt wurden und der Kunde das Projekt abgenommen hatte, konnte der Transport der Einstellungen in des Produktivsystem erfolgen. Parallel dazu wurden die User geschult. Nach der Migration der Stamm- und Bewegungsdaten im Produktivsystem, konnte der Startschuss für den Go-Live erfolgen.

 

Besonderheiten des SAP Roll-outs in Thailand

Jedes Projekt hat besondere Herausforderungen. In unserem Fall waren es:

  • Während des Projektes wurde bei diesem Kunden die Intercompany-Abwicklung neu eingeführt und im System eingestellt.
  • Es gab Materialien, für die eine eigene abweichende Materialnummer für Thailand angelegt wurde, um eine differenzierte Abwicklung zu ermöglichen.
  • Für die Steuerung des Wareneingangsscheins in der Fertigung des thailändischen Werks wurde ein benutzereigener Subscreen mit einem neuen kundeneigenen Feld im Materialstamm entwickelt.
  • Aufgrund gesetzlicher Vorgaben wurde eine zusätzliche Steuernummer für Rechnungen eingestellt, ferner war ein umfangreiches Customizing für die Quellensteuerabwicklung notwendig.
  • Außerdem war Zusatzprogrammierung im Bereich CO für die Profitcenterermittlung bei den Intercompany-Prozessen und im Bereich SD für kundeneigene Datenübernahmeroutinen und Bedingungen als Basis für die
    Steuerfindung erforderlich.

 

Fazit

Der Kunde benötigte für ein länderübergreifendes Projekt nicht nur qualifizierte Beratung im SAP-Umfeld, sondern v.a. auch zur landesspezifischen Steuerfindung und Gesetzgebung.

 
Die interdisziplinäre, internationale Zusammenarbeit der Rödl & Partner-Kollegen und die professionelle Umsetzung mit dem Kunden auf Augenhöhe waren die wesentlichen Faktoren für den Projekterfolg.

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