Mittelstand und internationale Rechnungslegung – Chancen der IFRS-Anwendung nutzen

PrintMailRate-it
zuletzt aktualisiert am 7. August 2018
 
Kapitalmarktorientierte Unternehmen sind zur Anwendung der International Financial Reporting Standards (IFRS) im Konzernabschluss verpflichtet. Zudem haben auch nicht-kapitalmarkt­orientierte Unternehmen die Möglichkeit, freiwillig einen Konzern­abschluss nach IFRS statt nach den Vorschriften des HGB aufzustellen. Im Mittel­stand wird von der Option allerdings selten Gebrauch gemacht, da viele Unternehmen die damit verbundenen Anforderungen scheuen. Dabei bringen die IFRS gerade für kapitalmarktnahe oder international tätige Familienunternehmen einige Vorteile mit sich. 
 
               

Mit der Entscheidung, die Rechnungslegung von HGB auf IFRS umzustellen, betreten Management und Mit­ar­beiter häufig Neuland im Bereich der Rechnungslegung und müssen sich mit neuen Anforderungen auseinan­der­setzen. Daher ist es empfehlenswert, für die Umstellung auf IFRS eine angemessene Vorlauf­zeit einzu­planen, in der sich das Unternehmen mit allen potenziellen Auswirkungen der Umstellung beschäftigen sollte. Besonders wichtige Bereiche sind hierbei externes und internes Berichtswesen, Prozesse und Organisation, IT und Personal sowie Knowledge-Management. Insgesamt müssen Unter­nehmen bei der Umstellung der Bilanzierung folglich mit erhöhten einmaligen und laufenden Kosten rechnen. Das ist ein Grund, weshalb mittelständische Unternehmen häufig auf eine freiwillige Anwendung der IFRS verzichten. Zudem schrecken viele Unternehmen vor der Komplexität der IFRS zurück. Sie ist jedoch lediglich Spiegelbild der zunehmenden Komplexität der wirtschaftlichen Transaktionen, von denen auch das HGB nicht unberührt bleibt.
 
Ob die freiwillige Anwendung der IFRS lohnenswert ist, kann daher nur im Einzelfall beantwortet werden. Auf jeden Fall ergeben sich Vorteile aus der Anwendung der IFRS für international aufgestellte Unter­nehmen und für Unternehmen, die eine Kapitalmarktorientierung anstreben.
 

Vorteile für international tätige Unternehmen

Für international tätige mittelständische Unternehmen kann die freiwillige Anwendung der international­en Rechnungslegungsstandards aufgrund des globalen Wettbewerbs auf den Beschaffungs-, Produktions- und Absatzmärkten von Vorteil sein. Hier ist es wichtig, über Zahlenwerke und Informationen für die Stakeholder zu verfügen, die einen Vergleich zu anderen Unternehmen ermöglichen. Durch die globale Verbreitung der IFRS ist die Vergleichbarkeit vollumfänglich gegeben. Durch die Harmonisierung von internem und externem Rech­nungs­wesen bei der IFRS-Umstellung wird zudem eine einheitliche Basis für die operative und strategische Steuerung der Unternehmensbereiche geschaffen. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die lokalen Abschlüsse nicht auf HGB, sondern auf IFRS überzuleiten. Dadurch können sich Kosteneinsparungen ergeben, weil zum einen das notwendige Know-how im Vergleich zu HGB-Kenntnissen im Ausland leichter zu finden ist, und es zum anderen zahlreiche Länder gibt, deren nationale Rechnungslegung auf den IFRS basieren oder ihnen sehr nahe stehen. In Zeiten von Expansionen reduziert die Anwendung der IFRS auch die notwendigen Veränderungen bei der Integration eines erworbenen ausländischen Unternehmens. 
 

Vorteile bei angestrebter Kapitalmarktorientierung

Mittelständische Unternehmen, die danach streben, mittel- oder langfristig von ihnen ausgegebene Wertpapiere am Kapitalmarkt zu platzieren, können von der freiwilligen Anwendung der internationalen Rechnungslegungs­standards ebenfalls profitieren. Durch die vorzeitige Anwendung der IFRS kann das Unternehmen an die Rechnungslegungsanforderungen des Kapitalmarkts herangeführt werden und dabei intern wertvolles Wissen im Bereich Accounting aufbauen. Dadurch entsteht für das Unternehmen zum Zeitpunkt des Börsengangs und der daraus resultierenden IFRS-Anwendungspflicht ein wesentlicher Zeit- und Kostenvorteil. Die Handlungs­möglichkeiten und Reaktionsgeschwindigkeit vor einem IPO werden so deutlich erhöht. Mit der höheren Transparenz und der Erweiterung des Informationsgehalts des IFRS-Abschlusses können potenzielle Investoren frühzeitig ein umfassendes Bild über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens gewinnen. Dadurch kann die Risikobeurteilung der Investoren sinken und die Beziehung zwischen dem Unternehmen und seinen Investoren verbessert werden. Selbst wenn es letztlich nicht zur Notierung am Kapitalmarkt kommt, kann die Anwendung der IFRS andere Finanzierungsformen ermöglichen oder erleichtern.     

 Aus dem Entrepreneur

Kontakt

Contact Person Picture

Dr. Christian Maier

Diplom-Kaufmann, Wirtschaftsprüfer, CPA (U.S.)

Associate Partner

+49 911 9193 2528
+49 911 9193 8528

Anfrage senden

 Entrepreneur per E-Mail

 Bleiben Sie informiert!

Um die Website zu personalisieren und Ihnen den größten Mehrwert zu bieten, verwenden wir Cookies. Unter anderem dienen sie der Analyse des Nutzerverhaltens, um herauszufinden wie wir die Website für Sie verbessern können. Durch Nutzung der Website stimmen Sie ihrem Einsatz zu. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.
Deutschland Weltweit Search Menu