Digitalisierung im Fokus – Eine starke, leistungsfähige IT-Infrastruktur ist der Schlüsselfaktor

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veröffentlicht am 13. August 2020 | Lesedauer ca. 3 Minuten
 

Die Digitalisierung, in vielen Unternehmen lange mit niedriger Priorität behandelt, ist durch Corona in den Mittelpunkt unternehmerischer Tätigkeit gerückt worden. Der professionelle Umgang mit den aktuellen Herausforderungen, der rasche und nachhaltige Einsatz digitaler Werkzeuge und die begleitende Entwicklung der Mitarbeiter entscheidet wesentlich über den Erfolg und die Zukunftssicherung von Unternehmen. Ein Zurück zu den Vor-Corona-Bedingungen wird es nicht geben.

  


 

  

Die Digitalisierung ist seit Jahren Thema von Diskussionen, hat meist einen festen Platz auf den Agenden der Unternehmen, wird allerdings zu wenig in der notwendigen Konsequenz und Geschwindigkeit umgesetzt. Das Coronavirus hat durch neue Anforderungen Schwächen und Versäumnisse offengelegt und den Unternehmen recht gegeben, die bereits frühzeitig bzw. planvoll Digitalisierung in allen Geschäftsbereichen umgesetzt haben. Branchen, die von der persönlichen Beziehung zu Kunden leben – wie der Einzelhandel, Hotellerie, Gastronomie, Kulturbranche, Sportstätten und Themenparks – sind herausgefordert, neue Vertriebswege für ihre Produkte und Dienstleistungen in die Geschäftstätigkeit zu integrieren. Im Schul- und Bildungssystem müssen die lange nur diskutierten Möglichkeiten der Digitalisierung plötzlich in die Realität umgesetzt werden, sodass die Zukunftschancen einer gesamte Generation sichergestellt sind.

Arbeitswelt im Wandel

Die Ausgangslage ist, dass die Prozesslandschaft und ihr Digitalisierungsgrad in der gesamten Industrie im Umbruch ist – nicht nur temporär, sondern bleibend und nachhaltig. Unternehmen, Unternehmensführung und Mitarbeiter sind gleichermaßen gefordert, den Zwang zum verteilten Arbeiten in ihre Organisation, Arbeits­praxis und Prozesse zu integrieren. Das Geschäftsleben wird nun durch Videokonferenzen (Zoom, Skype, Teams, Webex etc.), die einen Großteil von Präsenzterminen und Reisetätigkeiten ersetzen, gerade nachhaltig auf eine neue Basis gestellt. Im Fokus steht dabei der Bereich des Home Office, dessen neue Aktualität eine rasche sowie beständige Änderung und Neuorganisation vieler unternehmerischer Prozesse erzwingt. ERP-Projekte fordern die IT-Infrastruktur besonders und stehen im Mittelpunkt von aktuellen Anpassungen. Anwender von z. B. SAP haben sich bereits vor der Corona-Krise intensiv mit der Umstellung ihrer System­landschaft auseinandergesetzt. Der Wechsel von bisherigen Systemen zu S / 4 HANA ist vielfach noch im Gange oder im Anfangsstadium. 

Die Lünendonk®-Studie 2020 „Mit S / 4HANA in die digitale Zukunft“ aus dem letzten Jahr hat sich mit dieser Umstellung befasst. Ein Großteil der Firmen (befragt wurden 153 CIOs, CFOs und SAP-Verantwortliche von mittelständischen Unternehmen und Konzernen) befand sich noch in den Vorstudien bzw. der Business Case-Erstellung. Die an der Studie teilnehmenden Betriebe waren größtenteils noch nicht weit mit der S / 4 HANA-Migration vorangeschritten. Diese Zurückhaltung bei der Systemumstellung könnte womöglich zu Projektstaus ab 2022 führen und das auch, obwohl die Wartungen bis 2027 weiterlaufen. Das macht deutlich, dass ein akuter Handlungsbedarf für Betriebe besteht. Gerade mittelständische Unternehmen standen auch einer Public Cloud-Lösung bisher eher skeptisch gegenüber. Cloud-Lösungen werden vor dem Hintergrund der aktuellen Veränderungen deutlich an Bedeutung gewinnen und die IT-Landschaft zunehmend prägen.

ERP-Projekte nicht aufschieben

Dem ERP-System als dem digitalen Kern der Applikations-Landschaft kommt bei allen Maßnahmen besondere Bedeutung zu. Moderne ERP-Systeme, wie Microsoft Dynamics 365 oder SAP S / 4 HANA aus der Private oder Public Cloud, ermöglichen den Zugriff von jedem Ort aus über verschiedene Endgeräte auf den eigenen Arbeits­vorrat der entsprechenden Mitarbeiter. Fehlervermeidung durch intuitive Oberflächen – Stichwort „User Experience” – führen zu verlässlichen Daten im System. Die Stabilität, Leistungsfähigkeit und die zügige Weiterentwicklung der IT-Infrastruktur ist dabei besonders gefordert. Auf der anderen Seite ist durch tech­ni­sche und organisatorische Maßnahmen der Zugriff auf die Werkzeuge zur Unterstützung der Kernwertschöp­fungs­prozesse neu zu organisieren. Das betrifft neben den ERP-Systemen auch die Produktions-, Logistik-, Vertriebssysteme, etc., die nicht im ERP integriert sind oder waren.

Sicherheitskonzepte von größter Bedeutung 

Security-Konzepte, Accessmanagement und Identitymanagement müssen im Rahmen aller Maßnahmen überarbeitet werden und angepasst werden. Dabei nimmt die Sensibilisierung und Schulung der Mitarbeiter bei Security-Konzepten eine zentrale Rolle ein. Sicherungsmaßnahmen wie SPAM-Filter, Anti-Virus und Absender-Prüfungen sind Bestandteil der guten IT-Organisation – ihre stetige Aktualisierung ist unabdingbar. Die Sicherheit wird durch Webcontent-Filter, konsequente Einhaltung der Aktualität der Client-Software (Patchen) und intelligente Anti-Virus-Software für den jeweiligen Client (z. B. Anomalie-Erkennung über KI-basierte Tools) unterstützt. Eine Zertifizierung der IT nach ISO 27001 (Betrieb eines sog. „Information Security Management Systems”) schafft die Voraussetzungen für erfolgreiches Handeln. Managed Service Provider betreiben heute z.B. ERP-Systeme für Kunden auf der Basis von ISO 27001. Im Einzelfall kann die Auslagerung und Sicherung des ERP-Systems (wie SAP) in eine Private Cloud zu einem Managed Service Provider ein hohes Maß an Sicherheit bieten und ist grundsätzlicher Teil dieser Service-Dienstleistungen.

Arbeitsmodell Home Office wird bleiben

Da nun Arbeiten aus dem Home Office für viele Unternehmen z.T. zum gelebten Standard wird, müssen Home Office- und Teleworking-Arbeitsplätze geschaffen werden, d. h. Adhoc-Kapazitätserweiterungen mit Remote-Access-Software-Lösungen für Mitarbeiter. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen „echtem“ Home Office und Teleworking-Arbeitsplätzen. Das ist im Detail juristisch sowie organisatorisch zu betrachten und zu bewerten. Unternehmen müssen unterschiedliche Vorausetzungen schaffen bzw. Anforderungen erfüllen. Die IT-Infrastruktur, die Zugriffssteuerung und die Sicherheitskonzepte müssen dementsprechend darauf ausgelegt werden. Flexibilität und Einfachheit in der Anwendung und Sicherheit beim Zugriff dürfen sich nicht widersprechen, sondern müssen in ein stimmiges Konzept gebracht werden. Unternehmen die Private- und / oder Public Cloud-Modelle schon aktiv einsetzen, wird diese Umstellung durch gute Vorarbeit erleichtert; andere Unternehmen sehen sich vor der Herausforderung, das unter dem Druck der Rahmenbedingungen rasch nachzuholen, um ihre Handlungsfähigkeit und Zukunftssicherheit zu gewährleisten.

Der Mensch steht im Mittelpunkt

Technische Maßnahmen der Digitalisierung bzw. IT-Struktur sind nur dann effektiv und nachhaltig, wenn der Mensch, also der Mitarbeiter, überzeugt wird und zur aktiven Mitarbeit auch bereit ist. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass Mitarbeiter ein erhebliches Maß an Veränderungsbereitschaft zeigen; Potenziale, die Unternehmensführungen aktiv fördern sollten. Organisatorische Maßnahmen basierend auf New Work, Digital Leadership und proaktivem Change Management werden alle technischen Veränderungen begleiten, um den dauerhaften Erfolg zu sichern. Nicht zuletzt gilt es, die Resilienz der Mitarbeiter, des gesamten Unternehmens weiterzuentwickeln, mit entsprechenden Methoden der Kommunikation, der aktiven Mitarbeit. Denn die Digitalisierung stellt v. a. neue Herausforderungen an die Kommunikation. 

Das Training der Mitarbeiter und das Hinführen zu agilen Arbeitsmethoden mit Collaboration-Tools stellen eine nicht unbedeutende Herausforderung an die Führungsebene dar. Ein Erfolgsfaktor der Zukunft liegt darin, dass das Unternehmen als Team agiert, denn Bereichsegoismen hemmen den Unternehmenserfolg maßgeblich. Zielorientierte, an Wirtschaftlichkeit und Unternehmensvision ausgerichtete Arbeitsweisen müssen konsequent vorgelebt und gelebt werden. Nur so können die Chancen, die die Digitalisierung bietet, effizient genutzt werden.
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