Vorbereitung auf die Fotojahre 2015 und 2016 - Netzkostencontrolling als wesentliches Instrument der Ergebnissicherung

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Die beiden Fotojahre 2015 (Gasverteilernetz) und 2016 (Stromverteilernetz) bestimmen maßgeblich die Erlöse für die dritte Regulierungsperiode. Zwar zeichnen sich durch den aktuell vorgelegten Evaluierungsbericht der Bundesnetzagentur (BNetzA) zu möglichen Anpassungen der Anreizregulierung Änderungen in der bisherigen Regulierungssystematik ab, dennoch sind Netzbetreiber gut beraten, durch ein effektives Netzkostencontrolling eine optimale Kostenbasis – unter den aktuellen regulatorischen Rahmenbedingungen – zu schaffen.

 
Die BNetzA hat Ende Januar den mit Spannung erwarteten Evaluierungsbericht nach § 33 Abs. 1 Anreizregulierungsverordnung (ARegV) dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vorgelegt. Der Bericht enhält Vorschläge zur weiteren Ausgestaltung der Anreizregulierung. Ein wesentliches Ziel soll dabei sein, mögliche Maßnahmen zu bestimmen, die etwaige Investitionshemmnisse vermeiden. Im Vorfeld der Erarbeitung des Berichts hat die BNetzA breit angelegte Workshops durchgeführt, um entsprechende Hinweise vonseiten der Netzbetreiber und Investoren würdigen zu können. Als Ergebnis wurden danach sogenannte modellunabhängige und modellabhängige Vorschläge zur Änderung der ARegV erarbeitet. Hierzu haben wir Sie bereits in unserem Kursbuch im Dezember 2014 umfangreich informiert.
 
Da die Vorschläge der BNetzA allerdings erst noch „politisch gewürdigt” werden, d.h. im Rahmen von entsprechenden Gesetzgebungsverfahren, ist wohl absehbar, dass zumindest für die Bestimmung des Ausgangsniveaus für das Gasverteilernetz (Fotojahr 2015), der maßgebliche Rechtsrahmen erst im Nachgang feststeht. So sind Netzbetreiber gut beraten, etwaige Kosten- und Erlösoptimierungen auf Grundlage des jetzigen Regulierungsrahmens zu betrachten. Allerdings sollte beachtet werden, dass sich möglicherweise durch die modellunabhängigen Vereinfachungen (u.a. Wegfall der Pauschalierung von 45 Prozent dauerhaft nicht beeinflussbarer Kosten) auch im vereinfachten Verfahren ein steigender Effizienzdruck abzeichnet. So kommt einer optimierten Kostenbasis im Fotojahr eine weiter steigende Bedeutung zu, da unter sonst gleichen Umständen der etwaige Abbau von Ineffizienzen aufgrund der „hoch”-optimierten Kostengröße (= Ausgangsniveau) leichter erreicht werden kann.
 

Baustein 1: Netzkostenentwicklung / Erlöspfadabgleich

Das von Rödl & Partner entwickelte Konzept zum Netzkostencontrolling basiert zunächst auf einer internen Kosten- und Erlösanalyse. Diese ermöglicht eine unternehmensspezifische Prüfung der Kosten und Strukturen. In der Input-Ebene liegt der Fokus darauf, die bereits bestehenden Informationen und Auswertungen aus dem Berichtswesen des Netzbetreibers zu nutzen, um einen zusätzlichen Aufwand bei der Datenbereitstellung zu vermeiden. Danach greifen wir auf die gleichen Datenquellen zurück, die auch für die Erhebung der Netzkosten im (letzten) Fotojahr zur Verfügung standen. Insoweit wird eine konsistente und damit vergleichbare Datenaufbereitung sicher gestellt.
 
Die Analyse-Ebene lenkt zunächst den Blick auf die Kostenentwicklung im Vergleich zum jeweils letzten Fotojahr. Hierbei wird für die einzelnen Kostenarten aufgezeigt, ob das vorgegebene „Budget” eingehalten wird und welche negativen bzw. positiven (Kosten sind kleiner als im Fotojahr) Ergebniseffekte sich hieraus ergeben. Die Ergebnis-Ebene zeigt danach auf, wie eine optimale Kostenstruktur für die nächsten Fotojahre erreicht werden kann. Im Rahmen von Vor-Ort-Besprechungen werden neben konkreten Ergebnissen und Kennzahlen auch die Zusammenhänge erläutert.
 

Baustein 2: Benchmarking

Auf Basis einer Kennzahlenanalyse wird ein unternehmensübergreifendes Benchmarking durchgeführt, um einen Vergleich mit anderen Netzbetreibern zu ermöglichen. Die Ermittlung der Bechmarkdaten erfolgt auf Grundlage einer Kennzahlenanalyse. Die Ergebnisse sollen insbesondere unternehmensspezifische Besonderheiten aufzeigen und somit weitere Optimierungspotenziale identifizieren. Hieraus können im Bedarfsfall weitergehende Prozess- und Strukturanalysen abgeleitet werden.
 

Baustein 3: Netzkostensimulation

Unsere Netzkostensimulationsrechnung ist die konsequente Erweiterung der Netzkostenentwicklung (Baustein 1). So werden die regulatorischen Netzkosten im Rahmen von Simulationsrechnungen entsprechend in Plan-Bilanzen/Plan-Gewinn- und Verlustrechnungen/Plan-Cashflow-Rechnungen rückgekoppelt bzw. fortgeschrieben. So lässt sich einerseits eine optimierte Investitions- und Unterhaltsstrategie ableiten, die zudem den erforderlichen Kapitalbedarf in die Finanzplanung spiegelt. Auf dieser Grundlage kann eine fundierte Weichenstellung für eine Kostenoptimierung im jeweiligen Fotojahr erfolgen. Zudem können die Ergebnisse in die Wirtschaftspläne des Netzbetreibers integriert werden.
 
Die untere Abbildung zeigt den Controllingprozess und skizziert den wesentlichen Nutzen
 

Fazit

Unser Netzkostencontrolling ist ein transparentes und jederzeit auch dem gesetzlichen Rahmen anpassbares Werkzeug zur Ermittlung der regulierungsoptimalen Kosten- und Erlösstruktur. Somit wird ein wichtiger Beitrag zur mittel- und langfristigen Ergebnissicherung in den Strom- und Gasverteilernetzen geleistet. Gerne unterstützen wir Sie bei der Umsetzung.
 


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Jürgen Dobler

Diplom-Betriebswirt (FH), Steuerberater

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