Bundesweite Digitalisierungsstudie: „Geschäftsprozesse und IT im Unternehmen transformieren – Potenziale nachhaltig nutzen”

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​Mit insgesamt 128 Teilnehmern hat die bundesweite Umfrage von Rödl & Partner zum Thema Digitalisierung die Erwartungen weit übertroffen und bestätigt die aktuelle Relevanz bei den Energieversorgungsunternehmen. Nach Abschluss der Onlinebefragung haben wir damit begonnen, die Antworten der Teilnehmer auszuwerten. Im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe „Stadtwerke 4.0 – Zukunft sichern – Strategien und Geschäftsmodelle im Wandel” in Köln und Nürnberg haben wir bereits erste Erkenntnisse vorgestellt, die wir den Leserinnen und Lesern des Kursbuch Stadtwerke nicht vorenthalten möchten. Die Vorstellung der Gesamtstudie sowie deren Veröffentlichung sind für das Frühjahr  2017 auf der E-World in Essen vorgesehen.

​Ziel der bundesweiten Studie ist es, die aktuellen Rahmenbedingungen und zukünftigen Auswirkungen der Digitalisierung auf die Energieversorgungsunternehmen zu untersuchen. Mittels unterschiedlicher Fragenkreise und insgesamt 24 Einzelfragen sind neben dem Status quo des Digitalisierungsgrades im Unternehmen (Prozesse & IT) auch die Auswirkungen der Digitalisierung auf die zukünftige Entwicklung (Geschäftsmodelle) Gegenstand der Betrachtung.

 

Zentrale Frage ist hierbei, ob und wie Energieversorgungsunternehmen die interne Transformation der Digitalisierung bereits vorangetrieben haben, um für zukünftige Anforderungen gewappnet zu sein. Die Ausgangshypothese lautet hierbei: Ohne interne Transformation wir eine nachhaltige Weiterentwicklung des bestehenden Geschäftsmodells nicht gelingen.

 

Die Auswertung der Fragen zum Status quo der internen Digitalisierung machen bedingt Hoffnung, dass die Unternehmen den Sprung über die Messlatte zur Transformation ins digitale Zeitalter mit Leichtigkeit meistern werden. Dabei liegt es weniger an der Höhe der Messlatte als vielmehr an der Tatsache, dass die Mehrheit der Unternehmen ihre Hausaufgaben noch immer nicht zufriedenstellend gemacht hat. Besonders deutlich wird dies bei der Fragestellung nach den internen Prozessabläufen mit Medienbrüchen. Hier zeigt sich, dass bei 75 Prozent aller Unternehmen jeder zweite Prozess und mehr von Medienbrüchen betroffen ist. Im Umkehrschluss nutzen nur 25 Prozent der Unternehmen die Potenziale, die der Einsatz von IT bei den Unternehmensabläufen bieten kann. Ein Verhältnis, das angesichts der technologischen Entwicklung im IT-Umfeld Anlass zur Sorge bereitet.

 


Abbildung 1: Anteil interne Prozesse mit Medienbrüchen

 

Schließlich werden durch Medienbrüche Beschaffungs- oder Verarbeitungsprozesse für Daten, Informationen und Inhalte erschwert, verlangsamt und unter Umständen auch in der Qualität gemindert.

 

Ein weiterer Beleg für die fehlende Digitalisierung bei den internen Prozessabläufen der Unternehmen zeigt sich auch bei der Fragestellung nach den Geschäfts- und Sachbearbeitungsprozessen, in denen noch überwiegend mit Papierdokumenten gearbeitet wird.

 

 

Abbildung 2: Anteil der Geschäfts- und Sachbearbeitungsprozesse, in denen noch überwiegend mit Papierdokumenten gearbeitet wird

 

Hier zeigt sich, dass die Unternehmen noch weit vom „papierlosen Büro” entfernt sind. Die Antworten der Unternehmen auf diese Frage sind zugleich auch ein weiterer Beleg für die fehlende interne Digitalisierung bei den Unternehmen. Der hohe Anteil des Einsatzes von Papierdokumenten entlang der Verarbeitungs- und Übertragungskette führt zu einer zusätzlichen Verlangsamung und Verteuerung der internen Unternehmensprozesse. Ein Zustand, der sich auch mit unseren Erfahrungen und Eindrücken aus der Beratungs- und Wirtschaftsprüferpraxis deckt.

 

Die Ursachen für die fehlende interne Digitalisierung – die im Übrigen nicht von der Unternehmensgröße abhängig ist – sind vielschichtig.

 

Auf der einen Seite beschäftigen sich die Unternehmen noch immer zu wenig mit dem Thema „Prozessmanagement”. Darüber hinaus fehlt es den meisten Unternehmen immer noch an der fehlenden Bereitschaft, sich mit dem Thema „IT-Strategie” zu beschäftigen. Die Folgen sind u.a. ein Wildwuchs beim Einsatz der EDV-Instrumente sowie fehlende Bereitschaft zum unternehmensweiten Einsatz von einheitlichen/ durchgängigen Softwarelösungen. Auch wird der sorgfältigen Einführung von Software in den Unternehmen zu wenig Bedeutung geschenkt.

 

 

Abbildung 3: Beurteilung der Zufriedenheit mit der IT-Abteilung bzw. den externen IT-Dienstleistern nach Schulnoten

 

In diesem Gesamtkontext wundert es nicht, dass die Unternehmensverantwortlichen ihrer IT-Abteilung bzw. ihrem IT-Dienstleister in puncto „Zufriedenheit” ein mäßiges Zeugnis ausstellen. 15 Prozent der IT-Abteilungen und IT-Dienstleister sind nur mit der Note „ausreichend” und 2 Prozent mit der Note „mangelhaft” bewertet worden! Die Einschätzung der Verantwortlichen ist Warnung und Aufruf zur Optimierung des Status quo zugleich.

 

Die bereits jetzt vorliegenden Teilergebnisse der Digitalisierungsstudie geben Anlass zur Sorge. Aktuell wird ein Großteil der Energieversorgungsunternehmen den Anforderungen, die die Digitalisierung erfordert, nicht gerecht, da die interne Transformation in den Unternehmensabläufen nur unzureichend umgesetzt und die Mitkümmerer „IT-Abteilung” bzw. „IT-Dienstleister” nur bedingt als Sparrings- und Umsetzungsbegleiter geeignet sind. Auch fehlt eine schlüssige IT-Strategie, die an den Bedürfnissen und Anforderungen der zukünftigen Unternehmensentwicklung ausgerichtet ist.

 

Vor diesem Hintergrund empfehlen wir den Unternehmen, sich eingehend mit der zukünftigen IT-Strategie im Kontext der Digitalisierung auseinanderzusetzen und diese in Einklang mit der Gesamtunternehmensstrategie zu bringen. Darauf aufbauend empfehlen wir ferner, eine kritische Ist-Bestandsaufnahme bzw. Hard- und Softwareinventur mit dem Ziel durchzuführen, die IT-Kosten nachhaltig zu senken, Standards zu definieren, IT-Wildwuchs zu beseitigen und die Unternehmensprozesse optimal auf die IT-Werkzeuge auszurichten.

 

Weitere Analyseergebnisse und Fakten rund um das Thema Digitalisierung sowie einen Handlungskatalog für die Unternehmen veröffentlichen wir im Frühjahr 2017 auf der E-World in Essen.

 

Für Fragen und Anregungen rund um das Thema Digitalisierung und IT stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Kontakt

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Diana Basilio

M.Sc. Energie- und Finanzwirtschaft

Associate Partner

+49 221 9499 092 28
+49 221 9499 099 00

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