Branchenanalyse Fernwärme 2015

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Für die Wärmebranche bestehen, wie im Wirtschaftsleben üblich, permanent neue, sich verändernde Chancen und Risiken. Um den aktuellen Stand der Wärmebranche im Frühjahr 2015 zu erfassen und abzubilden, hat Rödl & Partner eine bundesweite Onlinebefragung von leitenden Mitarbeitern von Energieversorgern und weiteren Experten der Energiewirtschaft durchgeführt. Die Studie „Branchenanalyse Fernwärme 2015“ steht Ihnen ab jetzt unter www.roedl.de/fernwaerme-studie-2015 zum Download zur Verfügung. Nachfolgend präsentieren wir Ihnen in Kurzform die wichtigsten Inhalte der Studie.

Motivation der Umfrage

Anfang des Jahres 2015 musste die Fernwärmebranche auf ein warmes Jahr 2014 zurückblicken und sah sich mit einem temporären Tiefstand des Ölpreises sowie mit den Folgen der Mietrechtsnovelle aus dem Jahr 2013 konfrontiert. Weiterhin fanden intensive Untersuchungen der Landeskartellämter statt. Neben den genannten Herausforderungen boten sich zum damaligen Zeitpunkt allerdings auch Chancen, beispielsweise die Novellierung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes, das zusätzliche finanzielle Anreize zum Ausbau der Fernwärme schaffen soll.
  
Um den Status quo und damit die weitere Entwicklung der Fernwärmebranche exakt einschätzen und unterstützen zu können, hat Rödl & Partner die wichtigsten Themen aufgegriffen und im März und April 2015 die Online-Umfrage „Branchenanalyse Fernwärme 2015” durchgeführt. Von insgesamt 74 Befragungsteilnehmern konnten 50 als Branchenexperten identifiziert werden.
 

Kernergebnisse der Umfrage

Die wichtigsten Ergebnisse stellen sich wie folgt dar:
  1. Die Fernwärme wird ausgebaut: Mehr als zwei Drittel der Befragten geben an, dass die Fernwärme in ihrem Unternehmen ausgebaut wird. Lediglich 31 Prozent wollen die Sparte Fernwärme auf dem derzeitigen Niveau beibehalten. Keiner der Befragten plant, den Bereich der Fernwärme zurückzubauen.
      


      
  2. Niedriger Ölpreis kein Hemmnis: Den Einfluss des niedrigen Ölpreises schätzen die befragten Experten lediglich für die Neukundenakquise als problematisch ein, nicht jedoch hinsichtlich ihrer Bestandskunden.
       

  3. Die Mietrechtsnovelle bremst die Fernwärme: In den nächsten zehn Jahren könnten nach Angaben der Befragten über fünf Millionen Mietwohnungen angeschlossen werden, sofern die Rahmenbedingungen dies zulassen. 94 Prozent der Befragten weisen der Mietrechtsnovelle einen negativen Einfluss auf die Akquisechancen in diesem Bereich zu. Laut der durchgeführten Umfrage wird die Gewinnung von Neukunden in Mietwohnungen durch die Wärmeversorger vor diesem Hintergrund „sehr stark” (75 Prozent) bzw. „stark” (25 Prozent) beeinträchtigt. Damit ist ein CO2-Einsparpotenzial von bis zu 14,1 Millionen t CO2 pro Jahr gefährdet.
        
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  4. Der Förderrahmen muss verbessert werden:
    Um das Potenzial des Ausbaus der Fernwärmeversorgung in Deutschland ausschöpfen zu können, fordern die Energieversorger unter anderem folgende „TOP 3” im Zuge von Verbesserungen im Bereich Förderung. Diese sollten auch bei den aktuellen Diskussionen um die Novellierung des KWKG Beachtung finden:

 

Fazit und Ausblick

Die Ergebnisse der Studie „Branchenanalyse Fernwärme 2015” zeigen, dass die Energieversorger in Deutschland den Ausbau der Fernwärmeversorgung weiter vorantreiben. Mehr als zwei Drittel der Energieversorger planen, den Bereich Fernwärme und Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) auszubauen. 
  
Die Ergebnisse der Studie zeigen darüber hinaus, dass die Fernwärmebranche trotz der aktuell bestehenden Herausforderungen aufgrund des niedrigen Ölpreises sowie der Mietrechtsnovelle durchaus Grund hat, optimistisch zu sein. Die befragten Experten aus der Energiewirtschaft unterstützen die politisch gewollten Ausbaubestrebungen, was sich in einer Verdichtung der vorhandenen Fernwärmenetze außerhalb des Mietwohnungsbereichs zeigt. 
Die Ergebnisse der Studie zeigen darüber hinaus, dass die Fernwärmebranche trotz der aktuell bestehenden Herausforderungen aufgrund des niedrigen Ölpreises sowie der Mietrechtsnovelle durchaus Grund hat, optimistisch zu sein. Die befragten Experten aus der Energiewirtschaft unterstützen die politisch gewollten Ausbaubestrebungen, was sich in einer Verdichtung der vorhandenen Fernwärmenetze außerhalb des Mietwohnungsbereichs zeigt.
  
Für eine weitere positive Entwicklung der Fernwärmewirtschaft gilt es – das zeigen die Experteneinschätzungen –, die aktuell bestehenden Chancen für die Branche im Zuge der KWKGNovellierung und der Überarbeitung des sonstigen Förderrahmens zu berücksichtigen. Insbesondere eine Ausweitung des Förderkonzepts durch eine Erhöhung der Investitionszuschüsse für Netze und eine Erhöhung der KfW-Förderung sowie durch Etablierung eines separaten Zuschlags für bestehende KWK-Anlagen der allgemeinen Versorgung könnte die Branche aus Sicht der befragten Experten in Zukunft noch weiter voranbringen. 
 
Beim Mietrecht sollte der Gesetzgeber die Möglichkeit nutzen, die Rahmenbedingungen deutlich zu verbessern. Um das im Mietwohnungsbau liegende enorme Potenzial für den Ausbau einer effizienteren Wärmeversorgung ausschöpfen zu können, sind eine Novellierung oder flankierende speziell zugeschnittene Maßnahmen notwendig.

Kontakt

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Benjamin Richter

Diplom-Betriebswirt (FH)

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