Risikomanagement im Mittelstand – eine aktuelle Bestandsaufnahme

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  • Rödl & Partner hat gemeinsam mit Kooperationspartnern 2011 die erste Studie zum Risikomanagement im deutschen Mittelstand initiiert.
     
  • Risikomanagement ist als gelebte Praxis in mittelständischen Unternehmen angekommen, allerdings besteht noch deutlicher Aufholbedarf. 
     
  • Verbesserungspotenziale ergeben sich insbesondere aus dem Übergang zu einem IT-basierten, in die Unternehmensorganisation integrierten Gesamtsystem; Risikomanagement muss Chefsache sein!
 

Eine erfolgreiche Unternehmensstrategie ist dadurch gekennzeichnet, sich bietende Chancen zu nutzen und Risiken nur dann einzugehen, wenn sie auch ökonomisch und sozial vertretbar sind. Die erfolgreiche Steuerung von Risiken stellt eine der Kernaufgaben des Unternehmers dar. Dies ist sowohl i. S. einer nachhaltigen Entwicklung des Unternehmens von größter Bedeutung als auch eine der zentralen Anforderungen, die Aktionäre, Anteilseigner, Gesellschafter, Investoren und Kreditgeber, Kunden und Lieferanten sowie auch die Mitarbeiter an das Unternehmen und dessen Geschäftsleitung stellen. Denn ein unachtsamer Umgang mit Risiken kann sich schnell existenzgefährdend auswirken. Dies gilt insbesondere für mittelständische Unternehmen.

Ziel der Befragung im Rahmen dieser Studie zum Risikomanagement war es, einen möglichst umfassenden Einblick in die Vorgehensweise inhabergeführter Unternehmen bei der Steuerung und Beherrschung von Risiken zu erhalten. Darüber hinaus sollten mit der Befragung auch die tatsächlichen Beweggründe, der Umsetzungsstand, die Methodik und die Organisationsform sowie der generierte Nutzen von Risikomanagementsystemen für mittelständische Unternehmen ermittelt werden.

Die Ergebnisse der Untersuchung haben gezeigt, dass das Risikomanagement häufig an operative Bereiche wie z. B. Controlling, Rechts- oder Personalabteilung delegiert wird. Nur bei einem Drittel der befragten Unternehmen befassen sich die Geschäftsführung bzw. der Vorstand direkt mit dem Risikomanagement. Auf diese Art und Weise gehen dem Unternehmen aber relevante Steuerungsinformationen verloren. Die Steuerung von Risiken ist integraler Bestandteil einer wertorientierten, nachhaltigen Unternehmensführung. Risikomanagement muss Chefsache sein. Dann können Chancen und Risiken als Werttreiber zu einem nachhaltigen Wachstum beitragen.

Bislang kommt die Initialzündung, ein Risikomanagement einzuführen oder bestehende Systeme zu verbessern, primär von außen. Die in den vergangenen Jahren verschärften gesetzlichen Anforderungen an das interne Kontrollsystem sowie die verpflichtende Einführung und Dokumentation eines Risikomanagements für alle kapitalmarktorientierten Unternehmen haben insbesondere den gehobenen Mittelstand zum Umdenken gebracht. Aber auch Kunden und Lieferanten tragen dazu bei, Risikomanagementsysteme einzuführen. Dass nur ein Fünftel der befragten Unternehmen das Managen von Risiken als integralen Bestandteil der Unternehmensführung begreift, zeigt das große Potenzial, das hier noch besteht.

Die Studie weist auch die geringe Nutzung von IT-gestützten Risikomanagementsystemen nach. Die meisten Unternehmen sind sich des Nutzens eines professionellen Risikomanagements bewusst. Aber der Übergang von einer intuitiven und eindimensionalen Herangehensweise hin zu einem IT-basierten, in die Unternehmensorganisation integrierten System steht noch aus.

Trotz der im Rahmen der Untersuchung deutlich gewordenen Defizite waren über zwei Drittel der befragten Unternehmen mit ihrem Risikomanagement und dem ausgeprägten Bewusstsein für die Steuerung von Risiken während der Finanz- und Wirtschaftskrise sehr zufrieden bzw. zufrieden. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Risikomanagement im Mittelstand heute gelebte Unternehmenspraxis in Deutschland ist. Gleichzeitig wird aber deutlich: Viele mittelständische Unternehmen haben beim Risikomanagement noch erheblichen Aufholbedarf.

Eine ausführlichere Zusammenfassung der Ergebnisse unserer Studie zum Risikomanagement im Mittelstand finden Sie in DER BETRIEB, Heft 21 vom 25. Mai 2012, S. 1161 bis 1165. 

 

zuletzt aktualisiert am 03.07.2014

 

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Prof. Dr. Peter Bömelburg

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