Alternative Finanzierungsmöglichkeiten mit immateriellen Vermögenswerten

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  • Marken und Patente können bei Sale-and-Lease- Back-Transaktionen oder als Kreditsicherheiten auch dem Mittelstand neue Finanzierungsmöglichkeiten eröffnen.
​Sie sind auf der Suche nach einer Finanzierungsmöglichkeit für Ihr Unternehmen? Dann bezahlen Sie doch einfach mit Ihrem guten Namen. Was wie der ehemalige Werbeslogan einer Kreditkartenfirma klingt, erfreut sich in der Praxis zunehmender Beliebtheit: Der Einsatz immaterieller Vermögenswerte (Intellectual Property, kurz: IP) wie Marken und Patente im Rahmen der Unternehmensfinanzierung. 
 
Auch wenn Marken und Patente in Deutschland für Finanzierungszwecke noch relativ selten eingesetzt werden, bilden sie dennoch eine gute Alternative zu herkömmlichen Finanzierungsinstrumenten oder den zuletzt vom Mittelstand häufiger genutzten Unternehmensanleihen. Denn obwohl selbst geschaffene Marken und Patente nicht einmal in der Bilanz aktiviert sind, stellen sie einen erheblichen Vermögenswert im Unternehmen dar. Allerdings wissen viele Unternehmen weder, wie viel ihre immateriellen Vermögensgegenstände wert sind, noch, dass sie diese überhaupt für die Unternehmensfinanzierung einsetzen können. Zu den gängigsten Finanzierungsformen gehören hier die Kreditbesicherung sowie das Sale-and-Lease-Back-Verfahren.
 

Für wen kommt eine IP-basierte Finanzierungslösung in Betracht?

In Anbetracht des Aufwandes eignet sich der Einsatz immaterieller Vermögenswerte nicht für jedes mittelständische Unternehmen. Aber bereits ab fünf bis zehn Millionen Euro lohnt es sich, diese Alternative in Betracht zu ziehen. Zu denbe kanntesten Fällen des Sale-and-Lease-Back von Marken gehören in Deutschland die Transaktionen der Marken Asbach Uralt, Closed Jeans sowie eines Markenportfolios aus Biskin, Palmin, Livio und Becht‘s. Häufig bleiben Finanzierungstransaktionen mit IP jedoch im Verborgenen, weil die beteiligten Unternehmen nicht preisgeben wollen, dass sie ihre wichtigsten immateriellen Vermögenswerte veräußert haben.
 
Bei der Auswahl der optimalen Finanzierungsform sind die „Reife” des IP sowie die aktuelle Situation des Unternehmens ausschlaggebend. Geeignet sind in der Regel nur Vermögenswerte wie Patente und Marken, die über einen ausreichenden rechtlichen Schutz verfügen und bereits signifikante Umsätze erzielen. Für ein Sale-and-Lease-Back sollte die Marke zudem über eine gewisse Markenstärke verfügen. Und während Kreditbesicherungen mit IP auch zur Sicherstellung der Liquidität in den Krisenjahren 2009 und 2010 eingesetzt wurden, steht ein Sale-and-Lease-Back fast ausschließlich für die Finanzierung des Wachstums eines gesunden Unternehmens zur Verfügung. 
 

Wie läuft eine IP-bezogene Finanzierung ab und was ist dabei zu beachten?

Ausgangspunkt einer IP-bezogenen Finanzierung ist die Bewertung des immateriellen Vermögenswertes. Hierbei muss zunächst geklärt werden, ob der Wert für den identifizierten Finanzierungsbedarf ausreichend ist. Um die Akzeptanz der Bewertung durch den Finanzier zu gewährleisten, erfolgt diese in Einklang mit anerkannten Bewertungsstandards wie z.B. dem IDW S5 für Marken und Patente. Mit Hilfe des Bewertungsgutachtens kann dann ein Finanzierungspartner gesucht werden – neben Banken beim Sale-and-Lease-Back auch Leasinggesellschaften. Ist man sich generell über die Konditionen einig, geht es daran, die rechtlichen und steuerlichen Aspekte der Finanzierungstransaktion zu gestalten. 
 
Beim Sale-and-Lease-Back werden die immateriellen Werte an eine Leasing- oder Objektgesellschaft veräußert und anschließend zur Nutzung an das Unternehmen zurücklizenziert. Vorbehalte von Unternehmern, immaterielle Werte als Kreditsicherheit einzusetzen und damit womöglich die Kontrolle über ein Herzstück des Unternehmens zu verlieren, können durch klare vertragliche Regelungen ausgeräumt werden. Die operative Führung der Marke verbleibt beispielsweise immer beim Unternehmen, darüber hinaus sind u.a. die Rückübertragung des IP nach dem Zeitraum der Finanzierung, die Verantwortlichkeit für die Aufrechterhaltung und Pflege des immateriellen Vermögenswertes oder die Möglichkeiten zur Unterlizenzierung des IP festzulegen. 
 
Auch wenn der klassische Bankkredit oder das Sale-and-Lease- Back von Sachanlagenvermögen aktuell noch häufig das Mittel der Wahl ist, nehmen alternative Finanzierungsformen stark zu. In diesem Zusammenhang sollten sich Unternehmen auch stärker bewusst werden, wie viel die eigenen immateriellen Vermögenswerte wert sind und wie diese für die Steuerung des Unternehmens gewinnbringend eingesetzt werden können.

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