Russische Einkommensteuererklärung natürlicher Personen für das Jahr 2017

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​von Leonid Dimant
    
Alle natürlichen Personen, die Einkünfte für ihre Tätigkeit in der Russischen Föderation beziehen, unterliegen der Einkommensteuerpflicht.
 
Es gelten vier Einheitssätze für unterschiedliche steuerliche Einkünfte: 
   

  • 13 Prozent – für unbeschränkt steuerpflichtige Personen (sog. „Steueransässige” oder „Steuerresidenten”);
  • 30 Prozent – für beschränkt steuerpflichtige Personen (sog. „Nichtansässige”);
  • 13 Prozent – für Dividenden (15 Prozent für Nichtansässige);
  • 35 Prozent – für bestimmte Erträge aus Bankprodukten, Vorteilsgewährungen (zinsvergünstigte Darlehen), Spiel- und Lottogewinne etc.

  
Steuerpflichtig sind natürliche Personen sowie Einzelunternehmer. Es wird zwischen Steueransässigen und Nichtansässigen unterschieden.
 
Als Steueransässige (auch Ausländer) gelten unbeschränkt steuerpflichtige Personen, die tatsächlich nicht weniger als 183 Tage in einem Zeitraum von zwölf aufeinanderfolgenden Monaten auf dem Gebiet der Russischen Föderation gelebt haben. Sowohl russische Staatsangehörige als auch Ausländer können in Russland unbeschränkt steuerpflichtig sein.
 
Gegenstand der Besteuerung ist die Summe aller Einkunftsarten innerhalb und außerhalb der Russischen Föderation (sogenanntes Welteinkommen). Das heißt Steueransässige, die über weitere Einkünfte verfügen als die, für die sie schon im Rahmen der Einkommensbesteuerung der russischen monatlichen Einkünfte als Angestellte besteuert werden (u.a. durch Anwendung des Formulars 2-NDFL), sind zur Einreichung der jährlichen russischen Einkommensteuererklärung bei der Steuerbehörde verpflichtet. Aufenthalte von  Ausländern in der Russischen Föderation aufgrund von medizinischen Behandlungen oder Weiterbildungsmaßnahmen unterliegen nicht der Steuerpflicht.
  
Für Nichtansässige – beschränkt steuerpflichtige Personen, die sich weniger als 183 Tage im oben genannten Zeitraum in der Russischen Föderation aufhalten – gelten dagegen als Besteuerungsgegenstand nur Einkommen aus Quellen innerhalb der Russischen Föderation.
 
Stichtag für die Einreichung der Jahressteuererklärung für das Kalenderjahr 2017 ist der 30. April 2018. Dies gilt für Personen, die mindestens eine steuerpflichtige Einkommensquelle haben und bei der ein Steuereinbehalt nicht erfolgt ist. Die jeweils fällige Steuerschuld ist bis zum 16. Juli 2018 zu begleichen.
 
Eine Steuererklärung ist nicht erforderlich, falls ausschließlich Einkommen aus russischen Quellen erzielt wurde und die Einkommensteuer vollständig durch den Arbeitgeber einbehalten wurde. Unternehmen in der Russischen Föderation sind verpflichtet, die Einkommensteuer für ihre Mitarbeiter zu berechnen, einzubehalten und an den Fiskus abzuführen. Personen, die ihr Einkommen aus dem Ausland beziehen, oder Selbstständige sind für die Berechnung und Einreichung der Einkommensteuererklärung sowie die Entrichtung der Steuer selbst verantwortlich.
 
Ausländer können vollständig bzw. teilweise von der Einkommensteuerzahlung in ihren Herkunftsländern befreit werden, wenn eine entsprechende Steuerbefreiung in einem Doppelbesteuerungsabkommen bzw. einem anderen internationalen Abkommen unter Beteiligung der Russischen Föderation vorgesehen ist.
 
Seit 2015 haben sich die Anforderungen der Steuerbehörden im Zusammenhang mit der Erfassung von Steuerpflichtigen geändert. Nun müssen natürliche Personen und Einzelunternehmer zur Deklarierung der erzielten Einkünfte bei der Steuerinspektion am Aufenthalts- bzw. Wohnort steuerlich registriert werden.
  

Für Ausländer hängt die Möglichkeit der steuerlichen Registrierung direkt von ihrer Registrierung bei den russischen Migrationsbehörden ab. Die Verpflichtung zur Benachrichtigung der russischen Migrationsbehörden über die Ankunft eines Ausländers liegt laut der russischen Gesetzgebung bei der empfangenden Organisation und bei Unterkunft in einem Hotel beim entsprechenden Hotel. Dennoch existieren auch Präzedenzfälle, in denen Hotels die Übernahme dieser Funktion verweigert haben, daher empfehlen wir, diese Frage im Voraus direkt beim Hotelpersonal zu klären.
  
Im Schreiben Nr. 03-04-06/70619 vom 3. Dezember 2015 hat das Finanzministerium der Russischen Föderation mitgeteilt, dass, falls zum Zeitpunkt der Einreichung der Steuererklärung kein Wohnsitz oder Aufenthaltsort in der Russischen Föderation vorliegt, ein solcher jedoch früher existierte, die Steuererklärung bei der Steuerbehörde am letzten Wohnsitz eingereicht wird.
  
Wenn die Person früher keinen Wohnsitz in Russland hatte, kann die Steuererklärung am letzten Aufenthaltsort in der Russischen Föderation eingereicht werden.
  
Ausländische Staatsangehörige, die keinen Wohnsitz bzw. Aufenthaltsort in Russland haben und auch früher keinen solchen hatten, sind im Fall des Bezugs von Einkommen aus Quellen in der Russischen Föderation berechtigt, die Steuererklärung am Anmeldungsort der Quelle der Auszahlung des Einkommens einzureichen.
  
Rödl & Partner berät Sie gern hinsichtlich der Besteuerung von Einkommen natürlicher Personen, unterstützt Sie bei der steuerlichen Registrierung von Ausländern in Russland, beim Erhalt der Bestätigung der steuerlichen Ansässigkeit und bei der Erstellung der russischen Einkommensteuererklärung sowie deren Einreichung bei den Steuerbehörden. Dabei begleiten wir Sie bis zur Entgegennahme der entsprechenden Steuerbescheinigungen bzw. einer Bestätigung über den vollständigen Ausgleich der Steuerschuld gegenüber den russischen Steuerbehörden.

 

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Leonid Dimant

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