Einlage ins Gesellschaftsvermögen

PrintMailRate-it

​von Anna Migacheva
 
Gesellschafter können zur Finanzierung und Unterstützung der Tätigkeit eines Unternehmens eine Einlage ins Vermögen dieses Unternehmens leisten. Als Einlage können Geldmittel, Vermögen, Wertpapiere, Rechte des geistigen Eigentums und sonstige Rechte übertragen werden.
 
Einlagen ins Vermögen erhöhen weder das Stammkapital noch ändern sie das Verhältnis der Anteile zwischen den Eigentümern. Der Zugang der Geldmittel oder sonstigen Vermögens von Gesellschaftern bzw. Unterneh­mens­­eigentümern als unentgeltliche Finanzierung oder Einlage ins Vermögen der Gesellschaft wird in der handelsrechtlichen Rechnungslegung nicht als Ertrag des Unternehmens erfasst. Das folgt aus Pt. 2 der Rechnungslegungsstandard PBU 9/99 „Erträge der Gesellschaft”, gemäß dem eine Erhöhung wirtschaft­licher Vorteile im Ergebnis des Zugangs von Aktiva (Geldmittel, sonstiges Vermögen) und/oder der Tilgung von Verbindlichkeiten, die zur Erhöhung des Kapitals des Unternehmens führt, mit Ausnahme von Einlagen der Gesellschafter (Eigentümer des Vermögens), als Erträge anerkannt wird.
 
Eine Einlage der Gesellschafter ins Vermögen der Gesellschaft wird in der handelsrechtlichen Rechnungs­legung der empfangenden Partei im Soll der Konten der Aktiva in Korrespondenz mit Haben des Kontos der Erfassung des Zusatzkapitals erfasst.
 

Seit 2018 wurde die steuerrechtliche Erfassung der von den Gesellschaftern erhaltenen Vermögenseinlagen geändert. Durch das Föderale Gesetz Nr. 286-FZ vom 30. September 2017 wurde die Liste der Erträge, die gewinnsteuerlich nicht berücksichtigt werden, korrigiert. In der neuen Fassung des Art. 251 des Steuer­gesetzbuchs der Russischen Föderation (im Folgenden „SteuerGB”) werden unter anderem folgende Zuwendungen von den Gesellschaftern den nicht gewinnsteuerpflichtigen Erträgen zugeordnet:
  • In Form von Vermögen, Vermögens- oder Nichtvermögensrechten, die als Einlage ins Vermögen der Gesellschaft auf durch das Zivilgesetzbuch der Russischen Föderation vorgesehenen Weise von den Gesellschaftern erhalten wurden;
  • unentgeltliche Hilfe durch einen Gesellschafter, der mehr als 50 Prozent der Anteile am Stammkapital besitzt, wenn das Vermögen innerhalb eines Jahres ab dem Zeitpunkt des Erhalts durch die Gesellschaft nicht an Dritte übertragen wird.

 

Somit sind seit 2018 für die Steuerbefreiung der Erträge aufgrund einer von Gesellschaftern, die über einen Anteil von weniger als 50 Prozent verfügen, erhaltenen Vermögenseinlage folgende Bedingungen einzuhalten:
  • Das Verfahren der Leistung der Einlagen ins Vermögen ist in der Satzung festgelegt;
  • die Gesellschafter haben die Leistung der Einlagen auf der Gesellschafterversammlung mit mindestens zwei Dritteln der Stimmen der Gesellschafter beschlossen (falls keine größere Mehrheit der Stimmen durch die Satzung vorgesehen ist).

 
Generell werden Einlagen ins Gesellschaftsvermögen durch alle Gesellschafter proportional zu deren Anteilen am Stammkapital geleistet. Durch die Satzung kann jedoch ein anderes Verfahren vorgesehen werden. In der Regel kann eine Einlage ins Vermögen nur in Geldform geleistet werden. Jedoch kann die Möglichkeit der Leistung von Einlagen auf eine andere Weise (zum Beispiel durch Waren oder Anlage­vermögen) in der Satzung oder im Beschluss der Gesellschafterversammlung festgelegt werden.
 
Derzeit ist die Frage der Besteuerung bei der Erhöhung des Reinvermögens der Tochtergesellschaft aufgrund eines Forderungsverzichts ihres Gründers, unklar. Durch das Föderale Gesetz Nr. 286-FZ vom 30. September 2017 wurden Fälle der Erhöhung des Reinvermögens der Gesellschaft mit gleichzeitiger Been­digung der Verpflichtungen der Gesellschaft gegenüber den Gesellschaftern aus der Liste der steuerfreien Erträge in Artikel 251 SteuerGB gestrichen. Falls das Reinvermögen der Gesellschaft durch ein früher gewährtes Darlehen durch einen Beschluss des Gesellschafters erhöht wird und die Rückzahlungs­verpflichtungen der Gesellschaft gegenüber dem Gesellschafter erlassen werden, ist seit 2018 der Betrag der erlassenen Schuld in die Gewinnsteuerbemessungsgrundlage aufzunehmen. Jedoch besteht eine Rechtsprechung, die eine Befreiung von der Besteuerung auch in diesem Fall zulässt (Entscheidung Nr. F05-5241/2014 des Föderalen Arbitragegerichts des Bezirks Moskau vom 4. Juni 2014 zur Sache Nr. А40-70623/13).
 

 Aus dem Newsletter

Kontakt

Contact Person Picture

Leonid Dimant

Leiter Business Process Outsourcing (Russland)

+7 495 9335 120
+7 495 9335 121

Anfrage senden

Um die Website zu personalisieren und Ihnen den größten Mehrwert zu bieten, verwenden wir Cookies. Unter anderem dienen sie der Analyse des Nutzerverhaltens, um herauszufinden wie wir die Website für Sie verbessern können. Durch Nutzung der Website stimmen Sie ihrem Einsatz zu. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.
Deutschland Weltweit Search Menu