Erneuerbare Energiequellen – Auktion

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​von Kairat Yermakhanbet
 
Die weltweite Nachfrage nach erneuerbaren Energiequellen, die quasi unerschöpflich und umweltverträglich sind, nimmt ständig zu.
 

Derzeit widmet die Regierung der Republik Kasachstan der Entwicklung alternativer Energien große Aufmerksamkeit. Seit im Jahr 2009 das Gesetz „Über die Unterstützung der Verwendung erneuerbarer Energiequellen” verabschiedet worden ist, hat sich zuletzt die internationale Ausstellung „Astana EXPO-2017” explizit diesem Thema beschäftigt. Die in 2014  festgelegten Einspeisetarife haben anfangs für Zuversicht gesorgt, dass erneuerbaren Energiequellen ausgebaut werden würden:

1. Windkraftanlagen, mit Ausnahme des fixierten Tarifs für das Projekt der Windkraftanlage „Astana EXPO-2017” mit einer Leistung von 100 MW zur Umwandlung der Windenergie – 22,68: Windkraftanlage „Astana EXPO-2017” mit einer Leistung von 100 MW zur Umwandlung der Windenergie – 59,7;
2. Photoelektrische Umwandler von Solarenergie, mit Ausnahme des fixierten Tarifs für Projekte der Solaranlagen, die Photovoltaikmodule auf Grundlage von kasachischem Silizium (Kaz PV) zur Umwandlung der Solarenergie verwenden – 34,61;
3. kleine Wasserkraftwerke – 16,71;
4. Biogasanlagen – 32,23. 

Unter anderem aufgrund erheblicher Währungsschwankungen musste in der Folgezeit von der kasachischen Regierung einen Mechanismus ausgearbeitet werden, der eine jährliche Anpassung der fixierten Tarife ermöglichte.
 

Für Projekte mit Verbindlichkeiten in Fremdwährung wurden die Einspeisetarife im Falle der Änderung des Wechselkurses der nationalen Währung zu den konvertierbaren Währungen um 25 Prozent und mehr im durch die kasachische Regierung bestimmten Verfahren an den US-Dollar gekoppelt.  Faktisch hat diese Indexierung der Einspeisetarife dazu geführt, dass das Interesse ausländischer Investoren am Ausbau erneuerbarer Energieträger gewachsen ist.
 

Seit März 2018 folgt Kasachstan nunmehr einer anderen Strategie. Das Interesse von Investoren soll durch die Einführung eines Auktionssystems gesteigert werden. Es ist vorgesehen, dass Projekte von bis zu 1.000 Megawatt ausgeschrieben werden. Für 2018 es geplant, in 2 Runden insgesamt 18 Auktionen durchzuführen.
 

Für die ersten Ausschreibungen wird zunächst ein Höchstpreis gelten, den die Bieter im Rahmen der Auktion unterbieten können. Diese Höchstpreise sind durch einen Verweis auf die im Jahr 2014 festgelegten Einspeisetarife bestimmt.
 

Für weitere Auktionen gilt als Höchst- oder Anfangspreis der (End-)Preis, der bei der zuletzt stattgefundenen Auktion fixiert worden ist. Eine solche Abstufung führt aber auch dazu, dass zu Beginn der Auktionen mit einer Vielzahl von Bietern zu rechnen ist.
 

Im Großen und Ganzen wird der Übergang auf das Ausschreibungssystem nach Ansicht des Ministeriums für Energiewirtschaft der Republik Kasachstan zum Absinken des Preises für Solarenergie um 50 Prozent führen.
 

Ein wichtiger Aspekt im Zusammenhang mit dem Übergang auf das Auktionssystem ist die Frage nach der Anwendung der in die Gesetzgebung eingebrachten Änderungen auf die PPA´s (Power Purchase Agreement), die bereits vor 2018 mit dem kasachischen Abrechnungs- und Finanzzentrum abgeschlossen wurden.  Diese Altfallregelung ist von der Einführung des neuen Auktionssystems nicht betroffen. Die in 2014 fixierten Einspeisetarife gelten weiterhin für 15 Jahre.
 

Einem möglichen Investor stehen mithin 2 mögliche Investitionsmodelle zur Auswahl: Zum einen Projekte, die noch unter die Altfallregelung fallen könnten, zum anderen die Teilnahme an Auktionen.
 

Wichtig ist, zu Beginn eines Projekts sämtliche Risiken im Zusammenhang mit der Indexierung der (alten) Einspeisetarife, der Frage nach dem Erfordernis von Baulizenzen u.a. zu klären. Es empfiehlt sich stets bei einem Projekt, das unter die Altfallregelung fallen könnte, eine Due Diligence durchzuführen, die solche und andere Risiken aufdeckt.
 

Auch die Teilnahme an einer Auktion kann Risiken bergen, da für die Teilnahme die Hinterlegung einer Sicherheitsleistung notwendig ist, genauso wie die Hinterlegung einer Kaution für den Fall des Obssiegen bei der Ausschreibung.
 

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