Neubewertung der Devisenkonten in der Rechnungslegung

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von Anna Migacheva
 

Gemäß Pt. 7 des Rechnungslegungsstandards PBU 3/2000 „Bilanzierung von Vermögensgegenständen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung”, bestätigt durch Anordnung Nr. 2n des Finanzministeriums der Russischen Föderation vom 10. Januar 2000, erfolgt die Umrechnung des Wertes von in fremden Währungen ausge­wie­senen Mitteln bei der Abrechnung (darunter in Bezug auf Darlehensverbindlichkeiten) mit juristischen und natürlichen Personen in Rubel zum Datum der Ausführung der Transaktion in der Fremdwährung sowie zum Datum der Erstellung des buchhalterischen Abschlusses. Ausgehend von der wörtlichen Auslegung dieses Artikels sind bei der Entstehung von Fremdwährungsverbindlichkeiten (Erhalt von Vermögensgegenständen, Leistungen, Arbeiten), der Auslieferung von Waren, der Erbringung von Leistungen und Ausführung von Arbeiten, deren Wert in Fremdwährungen bzw. in Deviseneinheiten festgelegt ist, bei vollständiger oder teilweiser Bezahlung sowie bei der Durchführung sonstiger Transaktionen in Fremdwährung (Verkauf der Währung) sämtliche Geldmittel in den Abrechnungen und Geldmittel in Fremdwährung und Deviseneinheiten gem. dem Kurs zum Datum der Durchführung dieser Transaktionen neu zu bewerten. Mit anderen Worten – alle Devisenkonten sind zum Datum der Durchführung einer jeglichen Devisentransaktion innerhalb eines Monats neu zu bewerten, da bei der Entstehung neuer Verbindlichkeiten oder bei der Bezahlung die Geldmittel in den Abrechnungen und auf den Bankkonten zu verschiedenen Kursen bewertet werden. Dies wiederum bedeutet, dass theoretisch Währungskonten jeden Tag neu zu bewerten sind.

 

Das Problem liegt darin, dass in dem in Russland meistverwendeten ERP-Programm 1C vorgesehenen Ver­fahren die Neubewertung aller Devisenkonten ausschließlich zum Berichtsdatum vorgesehen ist, und zum Zeitpunkt der Bezahlung in Fremdwährung nur der Teil der Verbindlichkeiten neu bewertet wird, der bei den Abrechnungen berücksichtigt wurde, sowie der Restbestand der Fremdwährung auf den Bankkonten. Bei der Durchführung aller sonstigen Transaktionen in Fremdwährungen oder Deviseneinheiten innerhalb eines Monats wird keine Neubewertung der Konten durchgeführt. Der Unterschied zwischen dem Ansatz in Bezug auf die Neubewertung im Rechnungslegungsstandard PBU 3/2000 und im 1C-Programm-Verfahren liegt in den ver­schiedenen Umsätzen aus Kursdifferenzen auf dem Konto 91 „Sonstige Erträge und Aufwendungen”. Zum Berichtsdatum nach der Neubewertung aller Konten im 1C-Programm wird der zusammengefasste Saldo der Kursdifferenzen auf dem Konto 91 „Sonstige Erträge und Aufwendungen” sowohl durch Neubewertung gem. Pt. 7 des Rechnungslegungsstandards PBU 3/2000 als auch durch das Verfahren der Neubewertung, das im 1C-Programm verwendet wird, gleich sein.

 

Unter Berücksichtigung des Zeitaufwands für eine manuelle Neubewertung aller Devisenkonten bei der Abwicklung jeder Transaktion, da ein automatisierter Prozess einer solchen Neubewertung durch das 1C-Programm nicht vorgesehen ist, kann dieses Problem durch Verwendung einer zusammengefassten Erfassung des Ergebnisses von Wechselkursdifferenzen in der Gewinn- und Verlustrechnung (im Folgenden „GuV”) gelöst werden. Eine Darstellung der aufgeschlüsselten Bruttowerte der Erträge und Aufwendungen in der GuV, die aus den vorläufigen Änderungen des Wertes ein und desselben Bilanzpostens entstanden sind, erscheint wirtschaftlich nicht zielführend und verschleiern die aktuelle Finanzlage. Dabei stellt eine zusammengefasste Darstellung des Ergebnisses der Änderungen des Bilanzwertes der Aktiva oder der Passiva, wie die Kurs­differenz, in der GuV keine Aufrechnung der Positionen des Abschlusses dar und verzerrt den Abschluss nicht. Diese umfasst die Finanzergebnisse der Tätigkeit der Gesellschaft für die Berichtsperiode. D.h., als Ertrag oder Aufwand aus den Kursdifferenzen ist das Ergebnis der Änderung des Wertes der Aktiva (Passiva) seit dem Periodenbeginn bis zum Berichtsdatum darzustellen, also das zusammengefasste Ergebnis aller vorläufigen Änderungen für die gewählte Periode (Auslegung R83 „Erfassung der Erträge und Aufwendungen aus der Neuberechnung des Wertes der Aktiva und der Passiva im Abschluss”, bestätigt durch das buchhalterische und methodologische Zentrum, 19. November 2008).

 

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