Die richtige Wahl: Wohltätige Spende vs. Sponsoring

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von ​Anna Trifonova
 
Heutzutage sind sowohl wohltätige Unterstützung als auch Sponsoring sozialer Projekte sehr verbreitet.

 
Rödl & Partner arbeitet als sozial verantwortliches Unternehmen u.a. mit verschiedenen Stiftungen und Kin­derheimen zusammen, wobei wir gezielte Hilfe in Russland sowie im Ausland leisten. Jedoch bemerken wir bei der Erstellung der Dokumentation für solche Projekte oft, dass Organisationen, die entsprechende Projekte unterstützen wollen, keinen Unterschied zwischen einer wohltätige Spende und Sponsoring sehen. Allerdings können, je nachdem, in welcher Form die Förderung erfolgt und ob sie Gegenleistungen vorsieht, in der Praxis verschiedene steuerliche Folgen entstehen, von denen manche für die unterstützende Organisation nicht immer offensichtlich und klar sind.

 
Unter Berücksichtigung der Verbreitung und der sozialen Bedeutung solcher Projekte versuchen wir in diesem Artikel darzustellen, welcher Unterschied zwischen den Begriffen besteht und zu welchen steuerlichen Folgen die beiden Varianten für die an der Unterstützung beteiligten Personen in Russland führen.

 

Wohltätige Spenden

Unter wohltätigen Spenden ist eine freiwillige Tätigkeit juristischer oder natürlicher Personen zu verstehen, die in der uneigennützigen (d.h. unentgeltlichen oder vergünstigten) Übergabe von Vermögen (einschließlich Geldmittel), uneigennützigen Ausführung von Arbeiten oder Erbringung von Leistungen ausschließlich zu Zwecken, die im Wohltätigkeitsgesetz vorgesehen sind, besteht. Das Verzeichnis der wohltätigen Zwecke ist abschließend und unterliegt keiner erweiterten Auslegung.

 
Als Wohltäter gelten gem. dem Gesetz beliebige Personen, die Spenden leisten und die den Zweck und das Verfahren der Nutzung ihrer Spenden bestimmen. Somit ist die Spende eines Wohltäters strikt zweckgebunden und darf durch den Empfänger nicht außerhalb des festgelegten Rahmens verwendet werden. Wichtig ist auch, dass die Spende keine Werbeleistung als Gegenleistung vorsieht. Sonst widerspricht dies dem Sinn der Wohltätigkeit, der vor allem in der Uneigennützigkeit besteht.

 
Da die Wohltätigkeit ausschließlich gemeinnützige Ziele verfolgt und nicht auf Profit ausgerichtet ist, können solche Aufwendungen des Wohltäters nicht bei Berechnung der Gewinnsteuer als Ausgaben geltend gemacht werden. In Bezug auf die Umsatzsteuer sieht das russische Steuergesetzbuch für Wohltäter eine Vergünstigung vor, die in der Steuerbefreiung der Lieferung von Waren (mit Ausnahme von verbrauchssteuerpflichtigen Waren) an die wohltätige Organisationen ausschließlich zu den durch das Wohltätigkeitsgesetz vorgesehenen Zwecken besteht.

 

Sponsoring

Der Begriff „Sponsoring” ist in der geltenden Gesetzgebung nicht definiert. Jedoch legt das Werbegesetz fest, dass ein Sponsor eine Person ist, die die Finanzierung einer Veranstaltung (Kultur-, Sportveranstaltung usw.), einer Fernseh- oder Rundfunksendung oder eines anderen Ergebnisses künstlerischer Tätigkeit ermöglicht bzw. sicherstellt. Somit kann Sponsoring auch zweckgebunden sein, jedoch ist die Verwendung der Sponsorenmittel im Unterschied zur Spende nicht streng eingeschränkt.

 
Außerdem sieht das Werbegesetz die Möglichkeit von Sponsorenwerbung vor, d.h. Werbung, die unter der Bedingung verbreitet wird, dass darin eine bestimmte Person als Sponsor erwähnt wird. Daraus folgt, dass Sponsoring in der Regel eine Gegenleistung des Empfängers in Form der Verbreitung von Informationen über die Person (den Sponsor), die die Finanzierung gewährleistet hat, auf Grundlage vertraglicher Bedingungen vorsieht.

 
Im Unterschied zu Spenden, können Aufwendungen für Sponsorenwerbung je nach Art der Sponsorenwerbung als sonstige Aufwendungen vollständig oder in Höhe von nicht mehr als 1 Prozent des Umsatzerlöses des Sponsors gewinnsteuerlich als Betriebsausgaben geltend gemacht werden.
 
Dabei ist der Sponsor nicht verpflichtet, Umsatzsteuer abzuführen, soweit der Empfänger für ihn Werbe­leistungen erbringt, weil in dieser Situation die Sponsorenhilfe faktisch eine Vergütung für diese Leistungen darstellt, so dass der Empfänger des Sponsorings (als Auftragnehmer) zur Abführung der Umsatzsteuer verpflichtet ist, unabhängig davon, ob er eine kommerzielle oder eine nicht kommerzielle Organisation ist.

 
Wenn der Vertrag jedoch keine Werbeleistungen seitens des Empfängers vorsieht (d.h. die Unterstützung unentgeltlich ist), wird die Sponsorenhilfe mit hoher Wahrscheinlichkeit steuerrechtlich als Spende betrachtet, was dazu führt, dass der Sponsor seine Aufwendungen nicht als abzugsfähig erfassen kann.

  
In diesem Artikel wurden nur allgemeine steuerrechtliche Folgen der Förderung sozialer Projekte beschrieben. Jedoch ist jedes Projekt einzigartig. Um alle Details zu berücksichtigen und die rechtlichen Folgen der jewei­ligen Transaktion korrekt zu bestimmen, empfehlen wir den an solchen Tätigkeiten beteiligten Unternehmen, die Leistungen entsprechender Spezialisten in Anspruch zu nehmen.

 

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Helge Masannek

Rechtsanwalt, Steuerberater, Leiter Steuerberatung Russland

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