Russische Einkommensteuererklärung natürlicher Personen für das Jahr 2018

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Alle natürlichen Personen, die Einkünfte aus ihrer Tätigkeit in der Russischen Föderation beziehen, unter­liegen der Einkommensteuerpflicht.

 

Es gelten 4 Einheitssätze für unterschiedliche steuerliche Einkünfte:
  • 13 Prozent – für sog. „Steueransässige” oder „Steuerresidenten”;
  • 30 Prozent – für sog. „Nichtansässige”;
  • 13 Prozent – für Dividenden, die durch Ansässige erhalten wurden (15 Prozent für Nicht­ansässige);
  • 35 Prozent – für bestimmte Erträge aus Bankprodukten, Spiel- und Lottogewinne, Vorteilsgewährungen (z.B., zinsvergünstigte Darlehen), etc.
Steuerpflichtig sind natürliche Personen sowie Einzelunternehmer. Die Besteuerung hängt vom Status des Steuerzahlers ab – ob er steueransässig oder nicht ist.

 
Als Steueransässig gelten natürliche Personen, die mindestens 183 Tage in einem Zeitraum von 12 aufein­anderfolgenden Monaten auf dem Gebiet der Russischen Föderation gelebt haben. Sowohl russische Staats­angehörige als auch Ausländer können in Russland im Zusammenhang mit diesem Steuerstatus steuerpflichtig sein.

 
Gegenstand der Besteuerung sind die Einkünfte der Ansässigen sowohl innerhalb, als auch außerhalb der Russischen Föderation (sogenanntes Welteinkommen). D.h., dass Steueransässige, die über weitere Einkünfte verfügen als die, die ihr Arbeitgeber als Steueragent erklärt (u.a. durch An­wendung des Formulars 2-NDFL), verpflichtet sind, diese selbstständig zu erklären. Aufenthalte von Ausländern in der RF aufgrund von medi­zinischen Behandlungen oder Weiterbildungsmaßnahmen unterliegen nicht der Steuerpflicht.

 
Für Nichtansässige – also natürliche Personen, die sich weniger als 183 Tage innerhalb der letzten 12 Monaten in der Russischen Föderation aufhalten – gelten dagegen als Besteuerungsgegenstand nur Einkünfte aus Quel­len innerhalb der Russischen Föderation.

 
Stichtag für die Einreichung der Jahressteuererklärung für das Kalenderjahr 2018 ist der 30. April 2019. Dies gilt für Personen, die über mindestens eine steuerpflichtige Einkunftsart verfügen, bei der kein Steuereinbehalt erfolgt ist. Die jeweils fällige Steuerschuld ist bis zum 15. Juli 2019 zu be­gleichen.

 
Eine Steuererklärung ist nicht erforderlich, falls ausschließlich Einkommen aus russischen Quellen erzielt wurde und die Einkommensteuer vollständig durch den Arbeitgeber, der Steueragent ist, einbe­halten wurde. Unter­nehmen in der Russischen Föderation sind verpflichtet, die Einkommen­steuer für ihre Mitarbeiter zu berechnen, einzubehalten und an den Fiskus abzuführen. Personen, die andere Einkommensquellen in der Russischen Fö­deration haben, von denen keine Einkommensteuer entrichtet wurde, oder ihr Einkommen aus dem Ausland beziehen, oder Einzelunternehmer sind, sind für die Einreichung der Einkommensteuererklärung sowie die Berechnung und Entrichtung der Steuer selbst verantwortlich.

 
Ausländer können vollständig bzw. teilweise von der Einkommensteuerzahlung in ihren Herkunfts­ländern be­freit werden, wenn eine entsprechende Steuerbefreiung in einem Doppel­besteuerungs­abkommen bzw. einem anderen internationalen Abkommen unter Beteiligung der Russischen Föderation vorgesehen ist.

 
Seit 2015 haben sich die Anforderungen der Steuerbehörden im Zusammenhang mit der Erfassung von Steu­erpflichtigen geändert. Nun müssen natürliche Personen und Einzelunternehmer zur De­klarierung der erzielten Einkünfte bei der Steuerinspektion am Aufenthalts- bzw. Wohnort steuerlich registriert werden.

 
Für Ausländer hängt die Möglichkeit der steuerlichen Registrierung direkt von ihrer Registrierung bei den rus­sischen Migrationsbehörden ab. Die Verpflichtung zur Benachrichtigung der russischen Migrations­­­behörden über die Ankunft eines Ausländers liegt laut der russischen Gesetzgebung bei der empfangenden Organisation und bei Unterkunft in einem Hotel, beim entsprechenden Hotel. Dennoch existieren auch Präzedenzfälle, in denen Hotels die Übernahme dieser Funktion verweigert haben, daher empfehlen wir, diese Frage im Voraus direkt beim Hotelpersonal zu klären. Werden die Arbeitnehmer in Räumlichkeiten untergebracht, die durch die empfangende Partei (z.B. Auftraggeber der Arbeiten/Dienstleistungen) zur Verfügung gestellt werden, so wird dem Auftraggeber die Pflicht der Registrierung bei den Migrationsbehörden auferlegt.

 
Im Schreiben Nr. 03-04-06/70619 vom 3. Dezember 2015 hat das Finanzministerium der Russischen Föde­ration mitgeteilt, dass, falls zum Zeitpunkt der Einreichung der Steuererklärung kein Wohnsitz oder Aufent­haltsort in der Russischen Föderation vorliegt, ein solcher jedoch früher existierte, die Steuererklärung bei der Steuerbehörde am letzten Wohnsitz eingereicht wird.

 
Wenn die Person früher keinen Wohnsitz in Russland hatte, kann die Steuererklärung am letzten Aufenthaltsort in der Russischen Föderation eingereicht werden.

 
Ausländische Staatsangehörige, die keinen Wohnsitz bzw. Aufenthaltsort in Russland haben und auch früher keinen solchen hatten, sind im Fall des Bezugs von Einkommen aus Quellen in der Russischen Föderation be­rechtigt, die Steuererklärung am Anmeldungsort der Quelle der Auszahlung des Ein­kommens, d.h. am Ort der Registrierung des Unternehmens, das der Arbeitgeber ist, einzureichen.

 
Rödl & Partner berät Sie gern hinsichtlich der Besteuerung des Einkommens natürlicher Personen, unterstützt Sie bei der steuerlichen Registrierung von Ausländern in Russland, beim Erhalt der Bestätigung der steuer­lichen Ansässigkeit und bei der Erstellung der russischen Einkommen­steuererklärung sowie deren Einreichung bei den Steuerbehörden. Dabei begleiten wir Sie bis zur Entgegennahme der entsprechenden Steuerbe­schei­nigungen bzw. einer Bestätigung über den voll­ständigen Ausgleich der Steuerschuld gegenüber den russischen Steuerbehörden.

 

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