Künftige Änderungen im Rechnungslegungsstandard 16/02 Informationen über zu beendende Tätigkeit

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Die durch den Standard eingebrachten Änderungen müssen ab dem Abschluss 2020 zwingend angewendet werden. Eine frühere Umsetzung der Anforderungen ist aber auch möglich.  Wodurch wird sich die neue Version des Standards von der bisherigen unterscheiden?

 

Anwendungsbereich

Ab 2022 muss dieser Standard auch in nichtkommerziellen  Organisationen angewendet werden. Die einzigen Ausnahmen stellen staatliche und kommunale Einrichtungen dar.


Die Norm über die Anwendung des Rechnungslegungsstandards bei der Vorbereitung des konsolidierten Abschlusses wurde ebenfalls gestrichen.

 

Einführung des Begriffes „langfristiges Aktiv zum Verkauf“1

Unter langfristigen Aktiva für den Verkauf werden Sachanlagen oder andere Anlagenvermögensgegenstände (mit Ausnahme von Finanzanlagen) verstanden, deren Nutzung wegen eines Beschlusses über deren Verkauf beendet wird, wenn der Nachweis vorliegt, dass diese Gegenstände künftig nicht mehr genutzt werden. Als Nachweis können der Beschluss der Geschäftsführung, die Vornahme von Handlungen zur Vorbereitung des Gegenstandes auf den Verkauf oder die Verkaufsvereinbarung dienen.  


Unter den langfristigen Aktiva für den Verkauf werden auch für den Verkauf bestimmte Sachwerte geführt, die nach der Abschreibung von Anlagevermögen verbleiben oder während der laufenden Instandhaltung, Wartung, Modernisierung oder Rekonstruktion erhalten wurden. Ausgenommen davon sind Fälle, in denen diese Werte als Vorräte klassifiziert wurden.


Gegenstände des Anlagevermögens, deren Nutzung aus einem beliebigen Grund vorübergehend eingestellt wurde, gehören nicht zu den langfristigen Aktiva für den Verkauf.

 

Einführung des Begriffes „Rückstellung“2 anstatt der „Rücklagen“3

Wenn die Tätigkeit der Organisation für zu beendend befunden wird, entstehen in der Regel Verbindlich­keiten, die durch die rechtlichen Vorschriften, die vertraglichen Bedingungen oder freiwillige Verpflichtun­gen der Organisation gegenüber natürlichen und juristischen Personen bedingt sind, deren Interessen von der Beendigung der Tätigkeit betroffen werden.


Laut den in Punkt 8 des Rechnungslegungsstandards 16/02 eingebrachten Änderungen muss die Organisa­tion zum Ausweis solcher Verpflichtungen eine Rückstellung und keine Rücklage bilden.


Wir möchten Sie auch daran erinnern, dass die Bildung und die Bewertung der Rückstellungen durch den Rechnungslegungsstandard 8/2010 „Rückstellungen, ungewisse Forderungen und ungewisse Verbindlich­keit“ geregelt wird.

 

Ausweisung und Bewertung

Langfristige Aktiva zum Verkauf werden getrennt von anderen Aktiva als Umlaufvermögen ausgewiesen. Zum Umklassifizierungsdatum werden die langfristigen Aktiva zum Bilanz(rest)wert der Sachanlage oder eines anderen Gegenstands des Anlagevermögens bewertet, deren bzw. dessen Nutzung aufgrund des Beschlus­ses über den Verkauf beendet wird. Danach (nach der Umklassifizierung) werden auf diesen Gegenstand die Methoden zur Bewertung der Vorräte angewendet.


Dabei erklärte das Finanzministerium Russlands in seinem Informationsschreiben vom 9. Juli 2019 einige Besonderheit des Ausweises. So wird im Fall der Verringerung des Wertes des langfristigen Vermögens­wertes zum Ende der Berichtsperiode eine Wertberichtigung im Zusammenhang mit der Wertminderung gebildet. Am Ende jeder Berichtsperiode wird der Vermögensgegenstand auf nachfolgende Wertminderung bzw. -erhöhung geprüft.


In der Rechnungslegung wird der Preis des Vermögenswertes abzüglich der Wertberichtigung für die Wert­minderung ausgewiesen.

 

Ausweisung in der Rechnungslegung und Erklärungen im Erläuterungsschreiben

Das Erläuterungsschreiben muss über die zu beendende Tätigkeit Auskunft geben.


Laut den neuen Bestimmungen kann die zu beendende Tätigkeit zu Zwecken der Vorbereitung der Abschlüsse operativ und/oder funktional ausgegliedert werden, solange die Vermögenswerte, Verbindlich­kei­ten, Erträge und Ausgaben der Organisation aus den gewöhnlichen Tätigkeitsarten (oder deren wichtigste Teil) mit der zu beendenden Tätigkeit der Organisation unmittelbar verbunden sind bzw. dieser direkt zugeordnet werden können.


Die Angaben über die zu beendende Tätigkeit müssen für die Berichtsperioden vorgelegt werden, die mit der Erklärung der Tätigkeit für zu beendend beginnen und mit der Durchführung der Abrechnungen im Zusam­menhang mit dem Eingang der Erträge und der Erfüllung der Verpflichtungen aus dieser Tätigkeit enden. 

 

Wenn die Tätigkeit nach dem Ende der jährlichen Berichtsperiode, aber vor der Unterzeichnung des Abschlusses der Organisation für zu beendend erklärt wurde, müssen in diesem Abschluss  entsprechende Kennzahlen für die Zeitperiode dieses Abschlusses korrigiert werden. Die Folgen der Erklärung der Tätigkeit für zu beendend (Ausweis der Rückstellungen, Wertminderungen bei Aktiva und Verluste aus diesen Wert­minderungen) werden nach dem Verfahren ausgewiesen, das für die Ausweisung der Vorgänge nach dem Berichtsdatum vorgesehen ist. Darüber hinaus müssen über langfristige Vermögensgegenstände auch folgende Angaben ausgewiesen werden:   
  • Beschreibung der Aktiva;
  • Beschreibung der Verkäufe und deren Umstände sowie die voraussichtliche Verkaufsmethode und -frist;
  • Gewinne (Verluste) aus diesen Vermögenswerten und Posten der Gewinn- und Verlustrechnung, in den diese Gewinne (Verluste) einfließen (mit Ausnahme des Sonderfalls, wenn die Erträge bzw. Verluste in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen werden);
  • wenn die Angaben segmentweise ausgewiesen werden: das Segment, zu dem diese Kennzahlen gehören.
1Im Original „Долговой актив к продаже”
2Im Original „Оценочное обязательство”
3Im Original „Резерв”

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Olga Nikolaeva

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