Russische Einkommensteuererklärung natürlicher Personen für das Jahr 2019

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Alle natürlichen Personen, die Einkünfte aus ihrer Tätigkeit in der Russischen Föderation beziehen, unterliegen der Einkommensteuerpflicht. 


Es gelten 4 Einheitssätze für unterschiedliche steuerliche Einkünfte:   
  • 13 Prozent – für sog. „Steueransässige” oder „Steuerresidenten”;
  • 30 Prozent – für sog. „Nichtansässige”;
  • 13 Prozent – für Dividenden, die durch Ansässige erhalten wurden (15 Prozent für Nicht­ansässige);
  • 35 Prozent – für bestimmte Erträge aus Bankprodukten, Spiel- und Lottogewinne, Vorteilsgewährungen (z.B., zinsvergünstigte Darlehen), etc.

Steuerpflichtig sind natürliche Personen sowie Einzelunternehmer. Die Besteuerung hängt vom Status des Steuerzahlers ab – ob er steueransässig oder nicht ist. 


Als steueransässig gelten natürliche Personen, die mindestens 183 Tage in einem Zeitraum von zwölf aufeinanderfolgenden Monaten auf dem Gebiet der Russischen Föderation gelebt haben. Sowohl russische Staatsangehörige als auch Ausländer können in Russland im Zusammenhang mit diesem Steuerstatus steuerpflichtig sein.

Gegenstand der Besteuerung sind die Einkünfte der Ansässigen sowohl innerhalb, als auch außerhalb der Russischen Föderation (sogenanntes Welteinkommen). Somit sind Steueransässige, die über weitere Einkünfte verfügen als die, die ihr Arbeitgeber als Steueragent erklärt (u.a. durch Anwendung des Formulars 2-NDFL), verpflichtet, diese selbstständig zu erklären. Aufenthalte von Ausländern in der RF aufgrund von medizinischen Behandlungen oder Weiterbildungsmaßnahmen unterliegen nicht der Steuerpflicht.

Für Nichtansässige – also natürliche Personen, die sich weniger als 183 Tage innerhalb der letzten zwölf Monaten in der Russischen Föderation aufhalten – gelten dagegen als Besteuerungsgegenstand nur Einkünfte aus Quellen innerhalb der Russischen Föderation. 

Stichtag für die Einreichung der Jahressteuererklärung für das Kalenderjahr 2019 ist der 30. April 2020. Dies gilt für Personen, die über mindestens eine steuerpflichtige Einkunftsart verfügen, bei der kein Steuerein­behalt erfolgt ist. Die jeweils fällige Steuerschuld ist bis zum 15. Juli 2020 zu begleichen.

Eine Steuererklärung ist nicht erforderlich, falls ausschließlich Einkommen aus russischen Quellen erzielt wurde und die Einkommensteuer vollständig durch den Arbeitgeber, der Steueragent ist, einbehalten und entrichtet wurde. Unternehmen in der Russischen Föderation sind verpflichtet, die Einkommensteuer für ihre Mitarbeiter zu berechnen, einzubehalten und an den Fiskus abzuführen. Personen, die andere Einkom­mensquellen in der Russischen Föderation haben, auf die keine Einkommensteuer entrichtet wurde, oder ihr Einkommen aus dem Ausland beziehen, oder Einzelunternehmer sind, sind für die Einreichung der Einkom­mensteuererklärung sowie die Berechnung und Entrichtung der Steuer selbst verantwortlich.

Ausländer können vollständig bzw. teilweise von der Einkommensteuerzahlung in ihren Herkunftsländern befreit werden, wenn eine entsprechende Steuerbefreiung in einem Doppelbesteuerungsabkommen bzw. einem anderen internationalen Abkommen unter Beteiligung der Russischen Föderation vorgesehen ist.

Seit 2015 haben sich die Anforderungen der Steuerbehörden im Zusammenhang mit der Erfassung von Steuerpflichtigen geändert. Nun müssen natürliche Personen und Einzelunternehmer zur Deklarierung der erzielten Einkünfte bei der Steuerinspektion am Aufenthalts- bzw. Wohnort steuerlich registriert werden. 

Für Ausländer hängt die Möglichkeit der steuerlichen Registrierung direkt von ihrer Registrierung bei den russischen Migrationsbehörden ab. Die Verpflichtung zur Benachrichtigung der russischen Migrations­behörden über die Ankunft eines Ausländers liegt laut der russischen Gesetzgebung bei der Organisation, die Hotelleistungen erbringt und bei der eine solche Person plant, ihre Unterkunft zu beziehen. Dennoch existieren auch Präzedenzfälle, in denen Hotels die Übernahme dieser Funktion verweigert haben, daher empfehlen wir, diese Frage im Voraus direkt beim Hotelpersonal zu klären. Werden die Arbeitnehmer in Räumlichkeiten untergebracht, die durch die empfangende Partei (z. B. Auftraggeber der Arbeiten/Dienst­leistungen) zur Verfügung gestellt werden, so wird dem Auftraggeber die Pflicht der Registrierung bei den Migrationsbehörden auferlegt.

Im Schreiben Nr. 03-04-06/70619 vom 3. Dezember 2015 hat das Finanzministerium der Russischen Föderation mitgeteilt, dass, falls zum Zeitpunkt der Einreichung der Steuererklärung kein Wohnsitz oder Aufenthaltsort in der Russischen Föderation vorliegt, ein solcher jedoch früher existierte, die Steuererklä­rung bei der Steuerbehörde am letzten Wohnsitz eingereicht wird. Wenn die Person früher keinen Wohnsitz in Russland hatte, kann die Steuererklärung am letzten Aufenthaltsort in der Russischen Föderation eingereicht werden.

Ausländische Staatsangehörige, die keinen Wohnsitz bzw. Aufenthaltsort in Russland haben und auch früher keinen solchen hatten, sind im Fall des Bezugs von Einkommen aus Quellen in der Russischen Föderation berechtigt, die Steuererklärung am Anmeldungsort der Quelle der Auszahlung des Einkommens, d. h. am Ort der Registrierung des Unternehmens, das der Arbeitgeber ist, einzureichen.

Rödl & Partner berät Sie gern hinsichtlich der Besteuerung des Einkommens natürlicher Personen, unter­stützt Sie bei der steuerlichen Registrierung von Ausländern in Russland, beim Erhalt der Bestätigung der steuerlichen Ansässigkeit und bei der Erstellung der russischen Einkommensteuererklärung sowie deren Einreichung bei den Steuerbehörden. Dabei begleiten wir Sie bis zur Entgegennahme der entsprechenden Steuerbescheinigungen bzw. einer Bestätigung über den vollständigen Ausgleich der Steuerschuld gegen­über den russischen Steuerbehörden.

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Leonid Dimant

Leiter Business Process Outsourcing (Russland)

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