Um die Website zu personalisieren und Ihnen den größten Mehrwert zu bieten, verwenden wir Cookies. Unter anderem dienen sie der Analyse des Nutzerverhaltens, um herauszufinden wie wir die Website für Sie verbessern können. Durch Nutzung der Website stimmen Sie ihrem Einsatz zu. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.



Russische Einkommensteuererklärung natürlicher Personen für das Jahr 2020

PrintMailRate-it

Alle natürlichen Personen, die Einkünfte aus ihrer Tätigkeit in der Russischen Föderation beziehen, unterliegen der Einkommensteuerpflicht. 


Steuerpflichtig sind natürliche Personen sowie Einzelunternehmer. Die konkrete Besteuerung hängt vom Status des Steuerzahlers ab — ob er steueransässig oder nicht ist.

Es gelten folgende Steuersätze je nach Einkunftsart und steuerlicher Ansässigkeit: 
  • 13 Prozent – für so genannte „Steuerresidenten” (unbeschränkt Steuerpflichtige bzw. Steueransässige). Der Steuersatz in Höhe von 15 Prozent gilt für Einkünfte von mehr als 5 Millionen Rubel pro Jahr, jedoch erst für Einkünfte ab dem 1. Januar 2021. Diese Steuersätze gelten ebenfalls für Arbeitnehmereinkünfte von Ausländern mit einer Arbeitsgenehmigung als hochqualifizierter Spezialist (HQS). 
  • 30 Prozent – für so genannte „Nichtansässige” oder beschränkt Steuerpflichtige;
  • 13 Prozent – für Dividenden, die durch Ansässige erhalten wurden (15 Prozent für Nichtansässige) oder beschränkt Steuerpflichtige
  • 35 Prozent – z.B. für Spiel- und Lottogewinne, Werbemaßnahmen (von mehr als 4.000 Rubel pro Jahr) und geldwerte Vorteile (z.B., zinsvergünstigte Darlehen)
  • seit dem 1. Januar 2021 sind Zinsen auf Bankeinlagen in der in der Russischen Föderation steuerpflichtig, soweit sie einen Freibetrag übersteigen, der sich aus den Zinsen zum Refinanzierungssatz der russischen Zentralbank zum 1. Januar der Besteuerungsperiode auf 1 Mio. RUB ergibt (derzeit 4,25% * 1 Mio. RUR = 42.500 RUB). Der Steuersatz auf den übersteigenden Betrag der Zinsens beträgt 13 Prozent und ist am 1.Dezember des Folgejahres aufgrund eines Steuerbescheids fällig. 
  • 5 Prozent für Dividenden, die nicht ansässige Steuerpflichtige bis zum 1. Januar 2029 auf Aktien internatio­naler Publikumsholdings erhalten.

Als Steueransässig gelten in der Regel natürliche Personen, die mindestens 183 Tage in einem Zeitraum von zwölf aufeinanderfolgenden Monaten auf dem Gebiet der Russischen Föderation gelebt haben. Im Zusammenhang mit der COVID-19 Pandemie konnten viele natürliche Personen nicht rechtzeitig  nach Russland zurückkehren, da die Grenzen geschlossen waren und der Transportverkehr eingeschränkt wurde. Der Präsident der Russischen Föderation hat das Gesetz Nr. 265-FZ vom 31. Juli 2020 unterzeichnet, gemäß dem natürliche Personen, die sich im Jahre 2020 zwischen 90 und 182 Tagen in der Russischen Föderation befanden, das Recht erhalten, sich auf Grundlage eines bei den Steuerbehörden einzureichenden Antrags für in der Russischen Föderation im Jahre 2020 steuerlich ansässig erklären zu lassen. Dieser Antrag ist bis zum 30. April 2021 bei der Steuerbehörde am Wohnort (Aufenthaltsort) vorzulegen.

Zur Neuberechnung der Steuer, die durch die Steueragenten gemäß dem vom Satz der Steueransässigen abweichenden Satz zu viel einbehalten wurde, legt die natürliche Person eine Steuererklärung und einen Antrag auf Erstattung der zu viel einbehaltenen und gezahlten Steuer bei der Steuerbehörde am Registrierungsort vor.

Sowohl russische Staatsangehörige als auch Ausländer können in Russland im Zusammenhang mit diesem Steuerstatus unbeschränkt steuerpflichtig sein.

Gegenstand der Besteuerung sind die Einkünfte der Ansässigen sowohl innerhalb, als auch außerhalb der Russischen Föderation (sogenanntes Welteinkommen). Somit sind Steueransässige, die über weitere Einkünfte verfügen als die, die ihr Arbeitgeber als Steueragent erklärt (u.a. durch Anwendung des Formulars 2-NDFL), grundsätzlich verpflichtet, diese selbstständig zu erklären. Dabei sind die Regelungen in Doppelbesteuerungsabkommen zu beachten, die z.B. zu einer Freistellung von Einkünften oder einer Anrechnung der im Ausland gezahlten Steuern führen können.

Für Nichtansässige – also natürliche Personen, die sich weniger als 183 Tage innerhalb der letzten zwölf Monaten in der Russischen Föderation aufhalten (und keinen COVID Ansässigkeitsantrag eingereicht haben, s. oben) – gelten dagegen als Besteuerungsobjekt nur Einkünfte aus Quellen innerhalb der Russischen Föderation, insofern ein geltendes Doppelbesteuerungsabkommen diese Besteuerung nicht ausschließt.

Stichtag für die Einreichung der Jahressteuererklärung für das Kalenderjahr 2020 ist der 30. April 2021. Dies gilt für Personen, die über mindestens eine steuerpflichtige Einkunftsart verfügen, bei der kein Steuereinbehalt erfolgt ist. Die jeweils fällige Steuerschuld ist bis zum 15. Juli 2021 zu begleichen.

Eine Steuererklärung ist nicht erforderlich, falls ausschließlich Einkommen aus russischen Quellen erzielt wurde und die Einkommensteuer vollständig durch den Arbeitgeber, der Steueragent ist, einbehalten und entrichtet wurde. Unternehmen in der Russischen Föderation sind verpflichtet, die Einkommensteuer für ihre Mitarbeiter zu berechnen, einzubehalten und an den Fiskus abzuführen. Personen, die andere Einkommensquellen in der Russischen Föderation haben, von denen keine Einkommensteuer entrichtet wurde, oder ihr Einkommen aus dem Ausland beziehen, oder Einzelunternehmer sind, sind für die Einreichung der Einkommensteuererklärung sowie die Berechnung und Entrichtung der Steuer selbst verantwortlich.

Ausländer können vollständig bzw. teilweise von der Einkommensteuerzahlung in ihren Herkunftsländern befreit werden, wenn eine entsprechende Steuerbefreiung in einem Doppelbesteuerungsabkommen bzw. einem anderen internationalen Abkommen unter Beteiligung der Russischen Föderation vorgesehen ist.

Seit 2015 haben sich die Anforderungen der Steuerbehörden im Zusammenhang mit der Erfassung von Steuerpflichtigen geändert. Nun müssen natürliche Personen und Einzelunternehmer zur Deklarierung der erzielten Einkünfte bei der Steuerinspektion am Aufenthalts- bzw. Wohnort steuerlich registriert werden. 
Für Ausländer hängt die Möglichkeit der steuerlichen Registrierung unmittelbar von ihrer Registrierung bei den russischen Migrationsbehörden ab. Die Verpflichtung zur Benachrichtigung der russischen Migrationsbehörden über die Ankunft eines Ausländers liegt laut der russischen Gesetzgebung bei der Organisation, die Hotelleistungen erbringt und bei der eine solche Person plant, ihre Unterkunft zu beziehen. Dennoch existieren auch Präzedenzfälle, in denen Hotels die Übernahme dieser Funktion verweigert haben, daher empfehlen wir, diese Frage im Voraus direkt beim Hotelpersonal zu klären. Werden die Arbeitnehmer in Räumlichkeiten untergebracht, die durch die empfangende Partei (z.B. Auftraggeber der Arbeiten (Dienstleistungen)) zur Verfügung gestellt werden, so wird dem Auftraggeber die Pflicht der Registrierung bei den Migrationsbehörden auferlegt.

Im Schreiben Nr. 03-04-06/70619 vom 3. Dezember 2015 hat das Finanzministerium der Russischen Föderation mitgeteilt, dass, falls ein ausländischer Staatsangehöriger zum Zeitpunkt der Einreichung der Steuererklärung nicht registriert wurde, da kein Wohnsitz oder Aufenthaltsort in der Russischen Föderation vorliegt, ein solcher jedoch früher existierte, die Steuererklärung bei der Steuerbehörde am letzten Wohnsitz eingereicht wird. Seit dem 1. April 2020 kann ein ausländischer Staatsangehöriger, der bei der Inspektion des Föderalen Steuerdienstes am Wohnsitz / Aufenthaltsort oder am Ort der Registrierung von Immobilien bzw. Transportmittel, die dem ausländischen Staatsangehörigen gehören, in der Russischen Föderation, nicht registriert ist, auf Grundlage der Angaben über die Lohnsteuer (gemäß den Bescheinigungen 2-NDFL bzw. 6-NDFL) registriert werden. Das heißt, die Registrierung erfolgt am Sitz des Unternehmens, bei dem er tätig ist. Solche ausländischen natürlichen Personen werden bei der der Inspektion des Föderalen Steuerdienstes abgemeldet, falls innerhalb von drei Jahren keine Angaben über Einkommen des ausländischen Staatsangehörigen eingereicht wurden.

Rödl & Partner berät Sie gern hinsichtlich der Besteuerung des Einkommens natürlicher Personen, unterstützt Sie bei der steuerlichen Registrierung von Ausländern in Russland, beim Erhalt der Bestätigung der steuerlichen Ansässigkeit und bei der Erstellung der russischen Einkommensteuererklärung sowie deren Einreichung bei den Steuerbehörden. Dabei begleiten wir Sie bis zur Entgegennahme der entsprechenden Steuerbescheinigungen bzw. einer Bestätigung über den vollständigen Ausgleich der Steuerschuld gegenüber den russischen Steuerbehörden.

 Aus dem Newsletter

Kontakt

Contact Person Picture

Leonid Dimant

Leiter Business Process Outsourcing (Russland)

+7 495 9335 120
+7 495 9335 121

Anfrage senden

 Wir beraten Sie gern!

Deutschland Weltweit Search Menu