Welche Auswirkungen kann die Ernennung des neuen Präsidenten der Tschechischen Zentralbank auf konzerninterne Geschäfte haben?

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​Die Ernennung des neuen Präsidenten der Tschechischen Zentralbank wird wahrscheinlich zu einer Stabilisierung des Leitzinses führen. Dies wird selbstverständlich diverse wirtschaftliche Auswirkungen u.a. auf konzerninterne Geschäfte und insbesondere auf die konzerninterne Fi-nanzierung haben. 


Am 11. Mai 2022 wurde zum Präsidenten der Tschechischen Zentralbank Herr Aleš Michl ernannt. Noch als Bankratsmitglied hat er sich gegen die Anhebung der Zinssätze ausgesprochen. Welche Auswirkungen kann seine Ernennung auf Geschäfte mit verbundenen Unternehmen und konzerninterne Geschäfte ha-ben?  
Nach der bisherigen Einstellung von Aleš Michl zur Anhebung der Zinssätze kann eine Stabilisierung der Zins¬sätze erwartet werden. Neue Zinssätze werden durch den „alten" Bankrat im Juni verabschiedet und sollten sich kurzfristig nicht mehr ändern. Insbesondere wegen der außergewöhnlich hohen Inflation ist bei der Sitzung des Bankrates eine Anhebung des Leitzinses zu erwarten. Es kann davon ausgegangen werden, dass dieser Leitzins in naher Zukunft stabil bleibt. 

Eventueller Stopp der Zinserhöhung bedeutet, dass verbundene Unternehmen ihre Kalkulationen von Ver-rechnungspreisen dem entsprechend anpassen sollten. Dies betrifft insbesondere verbundene Unterneh-men, die an einer konzern¬internen Finanzierung als Darlehensgeber oder -nehmer beteiligt sind und den Anstieg der Zinssätze in ihren Darlehen noch nicht berücksichtigt haben (obwohl sie es hätten tun sollen) und die weitere Entwicklung bzw. eine Stabilisierung von Zinssätzen abwarten. Da eine solche Stabilisie-rung höchstwahrscheinlich bevorsteht, ist das Abwarten nicht mehr angebracht und auch wirtschaftlich nicht mehr vertretbar. Um den aktuellen Leitzins der Tschechischen Zentralbank zu berücksichtigen, sollten Gesellschaften, die an verbundene Unternehmen Darlehen gewähren, ihre Kalkulationen von Zinssätzen prüfen und die Zinssätze dem entsprechend anpassen (meistens erhöhen). In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass der Leitzins noch stärker angepasst werden sollte, um den spezifischen Risiken einzelner Geschäfte Rechnung zu tragen. Der endgültige Zinssatz für die konzerninterne Finanzierung wird in meisten Fällen noch höher sein. In diesem Zusammenhang muss erwähnt werden, dass die hohen Zinss-ätze der Tschechischen Zentralbank deutlich über den EUR-Leitzins der EZB liegen. Bei einer konzerninter-nen Finanzierung in EUR muss daher sorgfältig geprüft werden, welche Zinssätze anzuwenden sind.
Die Ernennung des neuen Präsidenten der Tschechischen Zentralbank wirkt sich des Weiteren auf den Wechselkurs der Tschechischen Krone aus. Es sind jedoch eher kurzfristige Schwankungen und anschlie-ßend eine Stabilisierung des Wechselkurses zu erwarten. Auch kurzfristige Wechselkursschwankungen können sich jedoch auf Gesellschaften auswirken, die Geschäfte mit verbundenen Unternehmen in Fremd-währung tätigen und gegen Währungsrisiken nicht abgesichert sind (sei es natürlich oder durch Sicherungs-instrumente). Die Finanzbehörden können in diesem Fall prüfen, ob tschechische Gesellschaften eine Wäh-rungsabsicherung vornehmen konnten oder die Absicherung innerhalb der „Unternehmensgruppe“ koordi-niert wurden. 

Nicht nur dieses Thema, sondern auch weitere mit Verrechnungspreisen verbundene Fragen werden durch unsere Gesellschaft Rödl & Partner stets geprüft und ausgewertet. Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung und sind selbstverständlich bereit, die für Sie alle relevanten Risiken zu beurteilen.

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Ing. Martin Koldinský

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