d!conomy – Cebit 2015 und ihre Bedeutung für die deutsche Wirtschaft

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Die diesjährige Cebit in Hannover zeigte mit dem Hauptleitthema, d!conomy, einem Kunstbegriff aus „digital” und „economy”, den wohl derzeit wichtigsten Trend für die künftige Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft, und damit des deutschen Mittelstandes, auf: Die digitale Transformation der traditionellen Industrie.
 
Dieser Trend wird auf der Hannover Messe, vom 13.-17. April 2015, unter dem Leitthema „Integrated Industrie – Join the Network” von Industrieseite fortgeführt. Gemeint ist mit diesem Begriff die Digitalisierung und Vernetzung der Fertigungstechnik zur Etablierung von Smart Factories, um die Wertschöpfungsketten effizienter und profitabler zu gestalten.
 
Mit dem Megatrend d!conomy und Industrie 4.0 gingen zugleich 3 weitere Megatrends der diesjährigen Cebit einher: Big Data, Internet der Dinge (IoT) und IT-Security. Die durch die Machine-to-Machine-Kommunikation im Zuge der digitalen Transformation generierten „Big Data” bieten immer mehr Möglichkeiten zur Auswertung und somit zur Verbesserung der Fertigungs-, Produktions-, und Marketing-Prozesse.
 
In den USA – so führt es Michael Kroker in seinem wiwo-Blog unter Berufung auf eine Studie von Bay Wang, Gründer und Chef des amerikanischen IT-Analyseunternehmens Constellation Research mit Sitz im Silicon Valley aus – soll die fortschreitende Digitalisierung nach dem „Winner-takes-it-all”-Effekt bereits seit dem Jahr 2000 zum Verschwinden der Hälfte der umsatzstärksten Fortune-500-Firmen geführt haben. Das Verschwinden soll auf Übernahmen, Insolvenz oder darauf zurückzuführen sein, dass die Unternehmen schlicht aus der Liste fielen. In dem Blog wird davon ausgegangen, dass sich dieser Trend auch auf die deutsche Wirtschaft auswirken kann.
 
Auf der anderen Seite birgt d!conomy neue Risiken für die IT-Sicherheit. Nach einer Studie des amerikanischen Center for Strategic and International Studies aus dem Sommer 2014 soll Deutschland bereits jetzt durch Cybercrime einen  volkswirtschaftlichen Schaden von 1,6 Prozent des BIP erleiden.
 
Wenn deutsche Unternehmen den Winner-takes-it-all-Effekt vermeiden möchten, müssen sie also die Chancen von d!conomy unter Vermeidung der Risiken für die IT-Sicherheit nutzen. Neben technischen Maßnahmen, wie Einsatz von Verschlüsselungstechnologien und Security by Design, sind vor allem juristische Regelungen zwischen den beteiligten Akteuren notwendig, um die neu entstehenden Geschäftsmodelle juristisch abzubilden und abzusichern sowie die Haftungsrisiken zwischen den Beteiligten angemessen zu verteilen. Dabei spielen neben den Fragen der IT-Sicherheit im Zusammenhang mit Smart Factories ganz neue Fragestellungen eine Rolle: Wenn mehrere – was diesem Geschäftsmodell immanent ist – unterschiedliche Akteure an der Fertigung von Produkten beteiligt sind, ist zu regeln, wem die Rechte an den generierten Daten und Informationen, geistigen Werken und Know-how gehören, wer für Schäden, die durch die gemeinsam gefertigten Produkte entstehen, haftet, und ob die bisherigen Versicherungspolicen diese abdecken.
 
Unternehmen ist daher nicht nur anzuraten, sich jetzt und heute mit d!conomy zu beschäftigen und sich für die digitale Transformation ihrer Unternehmen zu wappnen, sondern dabei zugleich von Beginn an die rechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen und im Zuge der digitalen Transformation umzusetzen. Zur Vermeidung des „Winner-takes-it-all”-Effekts auf der einen und der IT-Sicherheitsrisiken auf der anderen Seite empfiehlt es sich deshalb, die genannten Punkte, einschließlich der Streitbeilegungsmechanismen, von Beginn an vertraglich zu regeln, um für spätere Auseinandersetzungen klare Regelungen und Eskalationsverfahren zu etablieren und so juristisch sicher aufgestellt das Potential von d!conomy vollständig nutzen zu können.
  
zuletzt aktualisiert am 24.03.2015 
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