Russland: Flexibilisierung von Steuervorauszahlungen und weitere steuerliche Maßnahmen aufgrund der Covid-19-Pandemie

PrintMailRate-it

veröffentlicht am 23. April 2020 | Lesedauer ca. 2 Minuten

  

Die Staatsduma hat am 17. April 2020 ein weiteres Föderales Gesetz mit Maßnahmen zur Abfederung der wirtschaftlichen Pandemiefolgen in dritter Lesung verabschiedet.

  

  
 

Gewinnsteuer

Das Gesetz sieht eine Änderung des Verfahrens zur Leistung von Vorauszahlungen und die Erhöhung der Erlös-Bemessungsgrenze für Zwecke der Steuerentrichtung am Quartalsende vor. 

 
So wird allen Steuerzahlern von April 2020 und bis Ende 2020 das Recht gewährt, die Vorauszahlungen monatlich zu leisten, wobei die Berechnung der Zahlungen auf Grundlage des faktischen Gewinns anstatt auf Grundlage des Gewinns des Vorquartals erfolgt, was sich angesichts des im zweiten Quartal erheblich gefallenen Handelsumsatzes zweifellos positiv auswirken wird, da so Steuerüberzahlungen an den Fiskus vermieden werden können. Dazu ist es erforderlich, die Bilanzierungsvorschriften im jeweiligen Unternehmen zu ändern und die Steuerbehörde im gesetzlich vorgeschriebenen Verfahren zu benachrichtigen.

 
Außerdem gewährt das Gesetz das Recht, auf eine quartalsweise Entrichtung der Vorauszahlungen zu wechseln, wenn in den letzten vier Quartalen die Verkaufseinkünfte des Steuerzahlers im Durchschnitt 25 Mio. Rubel pro Quartal nicht überstiegen. Bislang lag dieser Schwellenwert bei 15 Mio. Rubel. 

  
Diese Änderung ist ebenfalls ausschließlich positiv zu bewerten, da nun sehr viel mehr Steuerzahler zu einer quartalsweisen Steuerentrichtung wechseln können, was es ihnen gestattet, ihre Kapitalflüsse effektiver zu nutzen und die Liquidität im Laufe des Quartals zu schonen. 

 
Die Änderungen treten mit dem Tag der offiziellen Veröffentlichung des Gesetzes in Kraft.

 
Außerdem sieht das Gesetz folgendes vor:

  • Ausweitung der Liste der sonstigen Aufwendungen:
    • um Kosten für Desinfektion und Erwerb von medizinischen Gütern zur Einhaltung der sanitären Anforderungen im Zusammenhang mit der Verbreitung von Covid-19, sowie von Spezialkleidung und individuellen Schutzmitteln (unter anderem aktuell für Steuerzahler, die die Landwirtschaftliche Einheitssteuer und das Vereinfachte Besteuerungssystem anwenden);
    • um Kosten für Erwerb, Lieferung und Anpassung von medizinischen Erzeugnissen zur Diagnose und Behandlung von Covid-19 (gemäß einem von der russischen Regierung bestätigten Verzeichnis)
  • Zusätzlich befreit das Gesetz Subventionen im Zusammenhang mit der Pandemie und den dadurch verursachten negativen Folgen, die Steuerzahler aus besonders betroffenen Branchen erhalten haben, von der Gewinnsteuer, wenn diese Steuerzahler zum Stand am 1. März 2020 im Register der kleinen und mittelständischen Unternehmen registriert waren. Gleichzeitig werden Aufwendungen, die mithilfe dieser Subventionen getätigt wurden, steuerlich nicht abzugsfähig sein, außerdem können auf entsprechend erworbene medizinische Erzeugnisse keine Abschreibungen erfolgen.

 

Das Gesetz sieht für diese Vergünstigungen eine rückwirkende Geltung vor – sie werden auf Sachverhalte angewendet, die seit dem 1. Januar 2020 eingetreten sind.

 

Einkommensteuer für natürliche Personen (NDFL)

Das Gesetz sieht eine Befreiung von aus föderalen Mitteln gewährten Zuzahlungen für mit Covid-19-Erkrankten arbeitendes medizinisches Personal sowie von aus föderalen Mitteln im Zusammenhang mit der Pandemie und den dadurch verursachten negativen Folgen gezahlten Subventionen von der Einkommensteuer vor.

 
Diese Vergünstigungen werden, wie auch ein Teil der gewinnsteuerlichen Vergünstigungen, rückwirkend ab 1. Januar 2020 angewendet.
 

Umsatzsteuer

Das Gesetz sieht vor, dass die Bestimmungen in Punkt 2.1 und Unterpunkt 6, Punkt 3, Artikel 170 Steuergesetzbuch der Russischen Föderation nicht auf im Zusammenhang mit der Pandemie gewährte Subventionen angewendet werden. Somit können Steuerzahler die Vorsteuer, auf mithilfe von Subventionen erworbener Waren, geltend machen (gilt nur für KMU aus besonders betroffenen Branchen). Diese Änderung tritt mit der offiziellen Veröffentlichung des Gesetzes in Kraft.   

Um die Website zu personalisieren und Ihnen den größten Mehrwert zu bieten, verwenden wir Cookies. Unter anderem dienen sie der Analyse des Nutzerverhaltens, um herauszufinden wie wir die Website für Sie verbessern können. Durch Nutzung der Website stimmen Sie ihrem Einsatz zu. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.
Deutschland Weltweit Search Menu