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Philippinen: Aktuelle Lage zum Coronavirus

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​aktualisiert am 3. September 2021 | Lesedauer: ca. 3 Minuten

 

Die Philippinen sind weiterhin eines der am stärksten von Covid-19 betroffenen Länder in Asien. In der vergangenen Infektionswelle wurde die höchste Rate an Neuinfektionen am 3. April 2021 gemeldet. Seitdem waren die Infektionszahlen, bis auf einen kurzzeitigen Anstieg in der ersten Juniwoche, rückläufig. Dieser positive Trend hat jedoch Mitte Juli eine abrupte Kehrtwende vollzogen.

 

 

   

Seit Juli 2021 wird das Land von einer erneuten Welle heimgesucht, wobei kontinuierlich neue Rekorde täglicher Neuinfektionen erreicht werden. Die Philippinen haben dabei mit diversen Varianten des Virus zu kämpfen, darunter die Alpha-, Beta-, Delta-, Gamma- und Theta-Variante.
 

  • Infektionslage: Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Covid-19-Erkrankungen liegt inzwischen bei 1.857.646 und die Zahl der Corona-bedingten Todesfälle bei 31.961. Das entspricht einer Letalitätsrate von 1,72 Prozent. 1.695.335 Menschen gelten wiederum als genesen.
  • Neuinfektionen und Inzidenz: Die Anzahl der Neuinfektionen in den Philippinen liegt aktuell bei 18.332. Im Durchschnitt der letzten 7 Tage wurden 14.543 Neuinfektionen pro Tag erfasst. Innerhalb der letzten Woche wurden in den Philippinen 92,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gemeldet („7-Tage-Inzidenz”).
  • Immunisierung (Stand: 23. August 2021): In den Philippinen wurden bislang 18.697.647 Erstimpfungen durchgeführt. Das entspricht einer Impfquote bei den Erstimpfungen von 17,3 Prozent. Mit 13.197.689 weiteren Dosen sind 12,2 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft.
  • Testung (Stand: 21. August 2021): Der 7-Tage-Mittelwert der durchgeführten Tests liegt aktuell bei 59.891. Davon waren im 7-Tage-Mittelwert 13.835 Tests positiv, was wiederum einen positiven Testanteil von 23,1 Prozent ergibt. Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten muss jedoch mit einer höheren Dunkelziffer bei den realen Covid-19-Fällen gerechnet werden.

  

Maßnahmen zur Infektionsbekämpfung

Um dem sich ausbreitenden Coronavirus etwas entgegenzusetzen, hält die philippinische Regierung durch ihre Behörde „Inter-Agency Task Force for the Management of Emerging Infectious Diseases (IATF-EID)“ an Covid-19-Gemeinschaftsquarantänen fest. Das gesamte Staatsgebiet wird demnach in verschiedene Quarantäne­stufen eingeteilt:
 

1) Enhanced Community Quarantine (ECQ)

Einwohner von Gebieten, die unter einer ECQ stehen, müssen in der Regel zu Hause bleiben und dürfen nicht in andere Städte oder Bezirke reisen. Einzelpersonen dürfen das Haus lediglich dann verlassen, wenn sie sich mit lebensnotwendigen Gütern/Medizin versorgen müssen oder wenn es ihnen erlaubt ist, ihrer Arbeit nachzugehen. Besonders gefährdete Personengruppen (inklusive Personen unter 18 Jahren und über 65 Jahren) müssen mit minimalen Unterbrechungen seit März 2020 die Heimquarantäne jederzeit einhalten. Das Betreiben von Einrichtungen, die Arbeit von Personen oder die Durchführung von Aktivitäten, sind nur erlaubt, soweit dies in den “Omnibus Guidelines on Community Quarantine” ausdrücklich erwähnt ist. Folglich dürfen nur essentielle Einrichtungen und Branchen ihre für den öffentlichen Publikumsverkehr gedachten Räumlichkeiten offen halten, wie beispielsweise Krankenhäuser, Lebensmittelgeschäfte, Kurier-und Lieferdienste, bestimmte Fertigungsbetriebe und das BPO (Business Process Outsourcing). Im Vergleich zu früheren ECQ Quarantäne-Beschränkungen dürfen mehr Einrichtungen mit einer Notbesetzung weiterarbeiten (sog. Skeleton Workforce). 
 
Weitere Regelungen: Ausgangssperre zwischen 20:00 Uhr und 4:00 Uhr; ggf. Alkoholverbot abhängig von der Entscheidung der LGU (Local Government Unit); grundsätzlich sind Zusammenkünfte verboten (mit Ausnahme von eingeschränkten Trauerfeiern); das öffentliche Transportwesen ist in der Kapazität (Festlegung vom Verkehrsministerium) eingeschränkt; Verbot der Benutzung des Innen- und Außenbereichs von Gaststätten.


Gilt aktuell für:
- kein Gebiet auf den Philippinen

 

2) Modified Enhanced Community Quarantine (MECQ)

MECQ bezeichnet die Übergangsphase zwischen ECQ und General Community Quarantine (GCQ), in der die folgenden Maßnahmen gelockert und weniger notwendig werden: strenge Beschränkungen für den Personenverkehr und -transport, strenge Regulierung der operativen Industrien, Bereitstellung von Lebensmitteln und wesentlichen Dienstleistungen sowie erhöhte Präsenz von uniformierten Beamten, um die Quarantäneregelungen durchzusetzen.
 
Die wichtigsten noch aufrechterhalten Regelungen sind folgende: Strikte Ausgangssperre zwischen 22:00 Uhr und 4:00 Uhr, mit Ausnahmen für systemrelevante Berufsgruppen; eingeschränkte Bewegungsfreiheit, mit Ausnahmen zur Beschaffung lebensnotwendiger Güter für eine Person/Haushalt; Straßensperren und Kontrollstellen; Restaurants (außer Schankgärten) etc. bleiben geschlossen, bzw. mit sehr limitierter Kapazität geöffnet; eingeschränkte Öffnung der Supermärkte mit limitierter Besucheranzahl.
 
Gilt für den Zeitraum vom 21. August bis zum 31. August 2021:

  • NCR – Metro Manila
  • Luzon – Cordillera Administrative Region: Apayao; Region I: Ilocos Norte; Region III: Bulacan, and Bataan; and Region IV-A: Cavite, Laguna, Lucena City, and Rizal
  • Visayas – Region VI: Aklan, Iloilo, and Iloilo City; Region VII: Cebu City, Lapu-Lapu City, and Mandaue City
  • Mindanao – Region X: Cagayan de Oro
     

Für die Region NCR - Metro Manila gelten folgende Besonderheiten: Ausgangssperre zwischen 20:00 Uhr und 4:00 Uhr; Sport im Freien ist nur zwischen 6:00 Uhr und 9:00 Uhr erlaubt; ggf. Alkoholverbot abhängig von der Entscheidung der LGU; personenbezogene Dienstleistungen bleiben verboten; Möglichkeit von clusterbe­zogenen Lockdowns.
 

3) General Community Quarantine (GCQ)

Die am 1. Mai eingeführte GCQ ist im Allgemeinen weniger streng als die MECQ. Öffentliche Verkehrsmittel dürfen mit eingeschränkter Kapazität betrieben werden. Alle Einrichtungen und Tätigkeiten welche unter der ECQ verboten waren (bspw. Unterhaltungseinrichtungen), dürfen mit 50 bis 100 Prozent ihrer regulären Kapazität wieder betrieben bzw. ausgeführt werden (Festlegung durch das Handelsministerium). Alle weiteren Einrichtungen und Tätigkeiten dürfen in voller Auslastung betrieben bzw. ausgeführt werden. Auch Einkaufszentren dürfen öffnen, allerdings beschränkt auf ausgewählte Stände und Geschäfte.
 
Gilt für den Zeitraum vom 1. bis 31. August 2021:   

  • Luzon – Cordillera Administrative Region: Baguio City; Region II: City of Santiago, Isabela, Nueva Vizcaya, Quirino; Region III: Tarlac; Region IV-B: Puerto Princesa
  • Visayas – Region VI: Guimaras, Negros Occidental
  • Mindanao – Region IX: Zamboanga Sibugay, Zamboanga City, Zamboanga del Norte; Region XI: Davao Oriental, and Davao del Sur; Region XII: General Santos City, Sultan Kudarat, Sarangani, North Cotabato, South Cotabato; Region XIII: Agusan del Norte, Surigao del Norte, Agusan del Sur, Dinagat Islands, Surigao del Sur; and Bangsamoro Autonomous Region in Muslim Mindanao: Cotabato City
     

General Community Quarantine (GCQ) mit zusätzlichen verschärften Restriktionen in der Zeit bis zum 31. August 2021:

  • Luzon – Region I: Ilocos Sur; Region II: Cagayan; Region IV-A: Quezon and Batangas; and Region V: Naga City
  • Visayas – Region VI: Bacolod City, Capiz and Antique; and Region VII: Negros Oriental and Cebu Province
  • Mindanao – Region IX: Zamboanga del Sur; Region X: Misamis Oriental; Region XI: Davao City, Davao del Norte, Davao de Oro, Davao Occidental; and Region XIII: Butuan City
     

Zu den verschärften Restriktionen gehören u.a.: max. 20-prozentige Auslastung im Innenbereich und max. 50-prozentige Auslastung im Außenbereich von Restaurants; max. 30-prozentige Auslastung in Körperpflege­einrichtungen; Verbot von Tagungen etc.; interzonale Reiseeinschränkungen; religiöse Zusammenkünfte bis max. 10 Prozent der Veranstaltungsortkapazität.
 

4) Modified General Community Quarantine (MGCQ)

MGCQ bezieht sich auf die Übergangsphase zwischen der GCQ und dem New Normal (neue Verhaltensweisen und Mindeststandards für die öffentliche Gesundheit, die gemeinsam institutionalisiert werden und auch nach der Pandemie bestehen bleiben), wenn die folgenden vorübergehenden Maßnahmen gelockert und weniger notwendig werden: Einschränkung von Bewegungsfreiheit und Transport, die Regulierung der operativen Industrien und die Anwesenheit von uniformierten Beamten um die Quarantäneregelungen durchzusetzen.
 
Die wichtigsten Einschränkungen sind dementsprechend folgende: Ausgangssperre für besonders vulnerable Personengruppen (insbesondere auch Personen unter 18 Jahren und über 65 Jahren), Betriebsbeschränkungen für das Unterhaltungsgewerbe, Nutzung von maximal 50 Prozent der Sitzplatz- oder Veranstaltungsortkapazität.
 
Gilt bis zum 31. August 2021:   

  • alle nicht im Vorangegangenen genannten Gebiete der Philippinen
     

Diese Einteilung kann jedoch anlassbedingt jederzeit von der Regierung geändert werden. Zusätzlich können von den jeweiligen Verwaltungseinheiten, wenn notwendig, gesonderte örtliche „Lockdowns“ festgesetzt werden.
 
Die philippinische Regierung schreibt vor, dass jeder in der Öffentlichkeit einen vollflächigen Gesichtsschutz (in bestimmten Bereichen) zusammen mit einer Mund-Nasen-Bedeckung tragen muss. Bei unsachgemäßer Verwendung oder Nichteinhaltung können schwere Strafen bis hin zur Verhaftung verhängt werden.
 
Beim Betreten von Geschäften, Supermärkten und Restaurants sowie fallweise geöffneten Freizeiteinrichtungen ist eine nachverfolgbare Registrierung, teilweise mittels QR Codes obligatorisch.
 

Reise-/Visabeschränkungen

Seit 1. Februar 2021 müssen Ausländer zum Zeitpunkt der Einreise über ein gültiges Visum verfügen. Im Moment halten die philippinischen Behörden allerdings weiterhin an einem Einreiseverbot für Ausländer fest. Das heißt, bereits erteilte philippinische Einreise-Visa wurden für ungültig erklärt, und neue touristische Visa werden derzeit grundsätzlich nicht ausgestellt. Ausnahmen gelten lediglich für Flugzeug- und Schiffsbe­satzungsmitglieder, für Familienangehörige (Ehegatten, Kinder, Eltern) von philippinischen Staatsangehörigen, Personen mit privilegiertem Aufenthaltsstatus als Diplomaten und Angehörige internationaler Organisationen, sowie für Ausländer, die bereits im Besitz von Langzeitvisa sind. Nichtsdestoweniger kann in Einzelfällen eine „Travel Ban Exemption“ (Ausnahmeregelung) über das zuständige Ministerium und das Außenministerium beantragt werden. Hierfür muss ein wichtiger Grund glaubhaft dargelegt werden.
 
Ferner müssen alle Einreisenden, außer Diplomaten und Angehörige internationaler Organisationen, sich in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Davon müssen mindestens 10 Tage in einer vorgebuchten, akkreditierten Quarantäne-Einrichtung abgeleistet werden, wobei am 7. Tag ein PCR-Test durchgeführt wird. Die restlichen 4 Tage dürfen in häuslicher Quarantäne abgeleistet werden. Für vollständig geimpfte Personen aus sogenannten „Green Countries“ sowie für Personen, die sich in den der Einreise vorausgegangenen vierzehn Tagen in diesen Ländern aufgehalten haben, gelten Einreiseerleichterungen.
 
Weiterhin wurde von der philippinischen Regierung bekannt gegeben, dass vollständig geimpfte Reisende sich von dem Philippine Bureau of Quarantine (BOQ) ein internationales Impfzertifikat ausstellen lassen können (ICV oder yellow card). Dieses kann in den Philippinen oder auch international als authentifizierter Impfnachweis genutzt werden.
 
Die Anzahl der einreisenden Flug-Passagiere ist weiterhin auf täglich 2.000 Personen mit Priorität auf rückkehrende philippinische Gastarbeiter beschränkt. Nichtsdestotrotz hat die nationale Fluggesellschaft „Philippine Airlines“ den internationalen und inländischen Flugbetrieb ab Juli 2021 wieder erhöht. Flugreisen zu touristischen Zwecken innerhalb der Philippinen sind nunmehr auf wenigen vereinzelten Strecken möglich. Obligatorisch muss die TRAZE-App zur Ermöglichung der behördlichen Nachverfolgung benutzt werden.
 
Weitere öffentliche Transportmittel wie Busse, Taxis, Sammeltaxis etc. sind derzeit abhängig von der jeweils geltenden Gemeinschaftsquarantänestufe eingeschränkt benutzbar.
 
Des Weiteren ist zur Eindämmung der Delta-Variante die Einreise aus den folgenden Ländern verboten, wenn man sich vierzehn Tage vor der Einreise dort aufgehalten hat: Indonesien, Indien, Pakistan, Bangladesch, Nepal, Sri Lanka, Oman und die Vereinigten Arabischen Emiraten und seit dem 25. Juli 2021 auch Malaysia und Thailand. Reisende, die ausschließlich Flugtransitpassagiere in diesen Ländern waren, sind von diesem Einreiseverbot ausgenommen.
 

Perspektive

Das Jahr 2020 brachte für die Philippinen mit einem Einbruch des Bruttoinlandprodukts um 9,5 Prozent die schlimmste Rezession der jüngeren Geschichte. Dies lag insbesondere an den massiven Quarantäne- und Lockdownmaßnahmen, der eingebrochenen internationalen Nachfrage und an Unterbrechungen in den Lieferketten. Dabei mussten der Bausektor, der Einzelhandel und die Tourismusbranche die größten Einbußen hinnehmen.
 
Trotz weiterhin starker Mobilitätseinschränkungen und einem nicht allzu weit fortgeschrittenen Impfprogramm, gab die philippinische Zentralbank (Bangko Sentral ng Pilipinas) bekannt, dass der Zielkorridor für die reale BIP-Steigerung im Jahr 2021 auf 6,0 Prozent - 7,0 Prozent eingegrenzt wird. So meldete auch die philippinische Statistikbehörde für das zweite Quartal 2021 eine BIP-Steigerung von 11.8 Prozent. Zahlreiche private Geldinstitute hingegen prognostizieren Zahlen zwischen 5,0 Prozent und 6,0 Prozent. Weiterhin sei davon auszugehen, dass schon im Jahr 2022 das Vorkrisenniveau erreicht werden kann, und sich wieder ein langfristiger Trend zum konjunkturellen Aufschwung einpendelt. Dann könnten auch wieder die Stärken der philippinischen Wirtschaft, die junge und gut ausgebildete Bevölkerung, die hohe Konsumneigung und die geplanten Infrastrukturmodernisierungsprogramme, zum Tragen kommen. So ruht die Hoffnung der philippinischen Regierung darauf, dass mit fortschreitender und erfolgreicher Pandemiebekämpfung das Investitionsvolumen, insbesondere aus dem Ausland, wieder anzieht.

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