Investitionen im Zeitalter der Digitalisierung: Ein Blick nach Asien

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veröffentlicht am 24. August 2022 | Lesedauer ca. 5 Minuten


Digitalisierung ist weit mehr als mit einem Handy oder Laptop zu arbeiten. In den pri­mären aber v.a. auch sekundären Wirtschaftssektoren sind noch viele Potenziale vor­handen, Prozesse und ganze Geschäftsmodelle zu transformieren. Auch im tertiären Sektor existieren noch viele Möglichkeiten, obwohl die Zahl digitaler Angebote im Be­reich der Dienstleistungen schon enorm gestiegen ist. Beispielhaft hierfür sind tech­nische Innovationen wie künstliche Intelligenz, Machine Learning, digitale Zwillinge, FinTech, Cloud Services, Blockchain, LegalTech, elektronische Rechnungsstellung und -prüfung, E-Commerce-Leistungen, Logistikdienstleistungen im Bereich der FMCG und Gastronomie oder klassisches Streaming von Filmen oder Musik auf dem heimischen Fernseher und über das Smartphone.


Auf dem Weg zu einer digitalisierten globalen Wirtschaft und Gesellschaft macht die Transformation weder vor Ländergrenzen noch Branchen halt. Die Durchdringung ist bei genauerer Betrachtung schon heute groß – ob im privaten oder im wirtschaftlichen Kontext. So wird das Telefon und Fax in der Arbeitswelt von heute mehr und mehr durch kollaborative Tools verdrängt. Moderne Werkzeuge bieten nicht nur Telefonie, sondern eine Kombi­nation aus Echtzeit-Chat-Kommunikation über Faxempfang bis hin zur gemeinschaftlichen Echtzeit-Doku­mentenerstellung – rund um den Globus, 24/7 und immer ohne Zeit- und Informationsverlust.

Während Deutschland mit der Digitalisierung, insbesondere auf staatlicher und gesellschaftlicher Ebene gefühlt noch immer hadert, werden in Asien zügig Fakten geschaffen. Ost- und Südostasien gelten als die top aufsteigenden Regionen mit Blick auf die Digitalisierung.

Zu den Wegbereitern des letzten Jahres gehören nicht nur China, Indonesien oder Vietnam – der gesamte panasiatische Raum zündet die nächste ökonomische Evolutionsstufe. Insbesondere beim Ausbau der Infra­struktur für digitale Angebote und Unternehmen konnte Asien schnell aufholen. Dies trifft unter anderem auf die Internetdurchdringung zu, wo neben den Ballungsräumen vor allem die ländlichen Räume erschlossen wurden. Als Folge des Ausbaus eröffnen sich für Unternehmen nicht nur neue Absatzmärkte, sondern auch neue Zielgruppen. Die asiatischen Bevölkerungen gelten als digitalaffine und technologieoffene Kunden, sowohl im ruralen als auch (sub-)urbanen Raum.

Doch wo viel Licht, da ist auch Schatten. Dass Digitalisierung kein Selbstläufer ist zeigen Schwergewichte wie Indien und Japan. Sie verfügen zwar über viel Potenzial, jedoch zögern sie ähnlich wie Deutschland und halten die Zündschnur noch etwas unschlüssig in den Händen. Der „alten“ Industrienation Japan ist jedoch im Gegensatz zu Deutschland im letzten Jahr ein Coup gelungen, zu dem sich die deutsche Politik nicht durch­ringen konnte. Sie schufen ein eigenes Ressort für die Digitalisierung, dass insbesondere die Transformation der öffentlichen Verwaltung vorantreiben soll.

Die Digitalisierung gilt allgemein als großer Treiber und Game Changer des globalen wirtschaftlichen Handelns und der modernen Arbeitswelt. Fachkräfte sind rar und die Anforderungen an Arbeitskräfte mit Blick auf die Transformation sind hoch. Das verschärft den „War for Talents” nochmal deutlich, ebenso wie die Pandemie in vielen Branchen sichtliche Spuren und Personalengpässe hinterlassen hat.

Mit der Generation Z, die in 2025 fast 25 Prozent der Bevölkerung in Asien-Pazifik ausmachen wird, steht eine digitalaffine Generation in den Startlöchern. Diese Generation wird nicht nur starken Einfluss auf Unternehmen als Arbeitgeber haben, sondern zweifelsohne andere und höhere Ansprüche an digitale und nachhaltige Produkte und Dienstleistungen stellen, als es die Generationen vor ihnen taten. Zudem wandelt sich der Arbeitsmarkt nicht nur hierzulande zu einem Bewerbermarkt – auch Asien ist davon betroffen.

Nach über zwei Jahren Pandemie mit Reisebeschränkungen und dem zeitweisen Stillstand der Wirtschaft stel­len sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber unweigerlich die Frage: Wie wollen und können wir in Zukunft nach­haltig arbeiten, leben und wirtschaften? Arbeitsmodelle wie Home-Office, mobiles oder hybrides Arbeiten bis hin zu Workation verändern die klassischen 9-to-5 Jobs und stellen lokale wie auch ausländisch investierte Unternehmen vor neue Herausforderungen – eröffnen aber auch neue Chancen. Moderne Technik und Infra­struktur ermöglichen den Blick über die Ländergrenzen hinaus, sei es bei der Erschließung neuer Märkte als auch zur Linderung des Fachkräftemangels. Hier gilt es vor allem, steuerliche und rechtliche Fallstricke im Blick zu haben und Risiken zu minimieren. Eine umfassende Analyse des Ist-Zustands und eine entsprechend realistische und zielorientierte Strategieausrichtung entlang des jeweiligen Marktes und seiner Zielgruppen ist hier selbstverständlich ein Muss.

Neben den Herausforderungen des wandelnden Arbeitsmarktes treten weitere Fragestellungen auf, die bei Investitionsprojekten mit Blick auf die Digitalisierung im Ausland und insbesondere im asiatischen Markt von hoher Bedeutung sind. So sei beispielsweise der Datenschutz genannt, der in einigen der asiatischen Länder in Bezug auf das Verständnis, die Sensibilisierung und gesetzliche Regulierung noch weit entfernt von euro­päischen Standards ist – wenngleich das Bewusstsein sowie der regulatorische Rahmen in den letzten Jahren stetig zugenommen haben. Neben dem Datenschutz spielt die Abwehr von Cyber-Attacken eine entscheidende Rolle und sollte in der Strategiephase nicht außer Acht gelassen werden. Gerade bei digitalen Geschäfts­pro­zessen und -modellen ist es essentiell, die bestmöglichen Abwehrmaßnahmen zu ergreifen und sich vor Cyber-Attacken auf Daten, Finanzströme oder ganze Netzwerke zu schützen. Daten sind das Gold des 21. Jahrhun­derts und damit einer der wichtigsten immateriellen Vermögenswerte, die zwingend zu schützen sind, um Daten- und Reputationsverluste oder die Unterbrechung der Geschäftstätigkeiten zu verhindern. Eng mit bei­den Themen verbunden ist die (umweltfreundliche) Energiebeschaffung und -sicherung, denn diese ist unver­zichtbar zum Betreiben kleiner und großer Rechenzentren, wo nicht nur Daten gespeichert werden, sondern ganze Geschäftsprozesse abgebildet sind.

Die wachsende Bedeutung des Dauerthemas Nachhaltigkeit, sowohl aus ökologischer als auch sozioöko­nomischer Sicht, zeigt sich auch in den gestiegenen Anforderungen der Stakeholder. Der ökologische Fußab­druck von Unternehmen und Produkten spielt mittlerweile eine wichtige Rolle, z.B. bei der Kreditvergabe, bei Finanzierungen, bei Investitionen in Start-ups, bei M&A-Transaktionen oder bei Fördermaßnahmen seitens den Regierungen. Unternehmen sind daher angehalten entsprechende Kompetenzen, ein größeres Bewusstsein für und eine stärkere Integration von Klima und Nachhaltigkeit in ihren Kerngeschäftsstrategien zu entwickeln und zu integrieren.

Die Rahmenbedingungen für die oben genannten Punkte sind in den unterschiedlichen asiatischen Ländern nur schwer vergleichbar, sowohl was die Grundhaltung der jeweiligen lokalen Regierung und Gesellschaft, die gesetzlichen Regularien als auch die unterschiedlichen Compliance-Anforderungen anbelangt.

Ob Markteintritt, regionale oder lokale Expansion, ob mit einem digitalen oder analogen Geschäftsmodell, oder ob Sie sich mitten im unternehmerischen Transformationsprozess befinden – in allen Phasen stehen Ihnen unsere Experten vor Ort mit Rat und Tat zu Seite.

Denn folgende Fragen sollten Sie in den unterschiedlichen Stadien der Planung, Vorbereitung, Durch- und Fortführung oder auch Beendigung ihrer unternehmerischen Tätigkeit in Asien beantworten können:

  • Welche Aspekte sprechen gegenwärtig und in den kommenden Jahren für eine Erst- oder Neuinvestition in der betroffenen Industrie in dem Markt meiner Wahl?
  • Existieren für die geplante Investition Förderprogramme oder andere staatliche Unterstützungsleistungen?
  • Welche Möglichkeiten der Finanzierung bestehen für die geplante Investition?
  • Wie sollte die Investition strukturiert werden, um die unterschiedlichen Risiken (regulatorisch, steuerlich, wettbewerblich, etc.) zu minimieren, und mittel- bis langfristig profitabel zu sein?
  • Was ist bei der Auswahl von Kooperationspartnern (staatlich und nicht-staatlich) zu berücksichtigen?
  • Sind für die Durchführung der Investition besondere Lizenzen, Genehmigungen, Qualifikationen etc. erforderlich?
  • Unterliegt das Unternehmen im laufenden Betrieb bestimmten Buchführungs-, Berichts- oder Überwachungspflichten?
  • Unter welchen Voraussetzungen können Gewinne aus der Investition ins Heimatland zurückgeführt werden?
  • Wie kann eine Investition bestmöglich gegen den unfreiwilligen Verlust, Diebstahl, unlautere Verwendung, Wertminderung, etc. geschützt werden?
  • Worauf sollte bereits bei Planung der Investition geachtet werden, um bestmöglich auf die künftige Entscheidung über die Fortführung oder Beendigung der Investition vorbereitet zu sein?


Informieren Sie sich darüber, was Digitalisierung in Thailand bedeutet, wie die chinesische (digitale) Gesell­schaft tickt, welche Chancen sich in Vietnam eröffnen. Und last but not least – wo sich die besten Investi­tionschancen für Sie bieten.

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Unsere Experten in den Ländern China, Indonesien, Malaysia, Singapur, Thailand und Vietnam geben Einblicke, wie Sie als Unternehmer vor Ort von der jeweiligen Digitalisierungs­strategie profitieren können, welche kulturellen Voraussetzungen Sie erwarten, und welche Potenziale für deutsche Unternehmen vor Ort bestehen.

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Beate Kürstner-Heß

Marketing Managerin Asien

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