Der Mittelstand im Spannungsfeld der Energiewende

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Die Energiewende führt zu einem Strukturwandel, der nicht nur die Energiebranche, sondern auch Unternehmen und Energieverbraucher in Deutschland in die Pflicht nimmt. Wie können Unternehmer von diesem dynamischen Marktumfeld profitieren?
 
Der Umbau der Energieversorgungsstruktur von wenigen zentralen zu vielen dezentralen Erzeugern, mit einem Schwerpunkt auf Erneuerbare Energien stellt für Deutschland wohl das größte Infrastrukturprojekt der Nachkriegszeit dar. Die energiemarktseitigen Auswirkungen der intensiven Förderung der Erneuerbaren Energien in Kombination mit verfügbarem und günstigem Kapital, wurden teilweise unterschätzt, so dass nun seit 2014 „auf die Bremse” getreten wird. Eine klare Richtung, wohin nun die Reise gehen soll, ist derzeit – bedingt durch erheblich konkurrierende Interessen auf dem Energiemarkt – nicht erkennbar.
 

Doch was bedeutet dies für den Energieeinkauf und die Energieversorgung für mittelständische Unternehmen?

Gerade für mittelständische Unternehmen bestehen unterschiedliche Möglichkeiten, Energiekosten zu sparen oder die Ökobilanz der eigenen Produkte und Dienstleistungen und somit das Unternehmensimage zu verbessern.
 
Eine Analyse der betrieblichen Energieverbräuche ist hilfreich, Optimierungspotenziale zu heben. Bestehende Instrumente zur Energiekostenreduzierung können so zielgerichtet eingesetzt werden. Neben einer Verbesserung der Energieeffizienz kann in vielen Fällen der Energiebezug optimiert werden. Insbesondere Investitionen in eigene dezentrale Erzeugungskapazität können dabei helfen, die Abhängigkeit von den teilweise turbulenten Entwicklungen auf dem Energiemarkt zu verringern.
 
Wenn man die Entwicklung der Industriestrompreise im Verlauf der vergangenen Jahre betrachtet, wird deutlich, welche Kostenbestandteile hauptsächlich den Endpreis beeinflusst haben.
 

Bemerkenswert ist, dass sich trotz steigender Endkundenpreise der Anteil für die Erzeugung, den Transport und den Vertrieb im Jahr 2014 nominal auf gleichem Niveau wie 2004 eingestellt hat. Bekanntermaßen wirkt hier der „Merit-Order”-Effekt durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien börsenpreissenkend. Dies schlägt sich jedoch nicht in der Stromrechnung der Unternehmen nieder, da jener Effekt die Refinanzierung der Erneuerbaren Energien an der Börse erschwert – eine steigende, vom Stromverbraucher zu tragende EEG-Umlage ist die Folge.
 
Die weiteren Preisbestandteile wie die „Ökosteuer” sind bisher ohne Lenkungswirkung und bewirken keine feststellbaren Effizienzbemühungen. Dies könnte sich jedoch durch die von der EU geforderten Energieeffizienzsysteme (bspw. DIN EN ISO 50001) ändern. Unternehmen, welche die Stromsteuerbelastung im Wege des Spitzenausgleichs reduzieren möchten, sind insoweit angehalten, mittels eines Energieeffizienzsystems zunächst die Verbräuche zu erfassen, um Einsparpotenziale zu identifizieren und nach Möglichkeit energiesparende Maßnahmen umzusetzen.
 
Vor dem Inkrafttreten der EEG-Novelle im vergangen August war die Einsparung der EEG-Umlage durch den Aufbau eigener Erzeugungskapazitäten eine lukrative Möglichkeit zur Energiekostensenkung. Den Ausbau der Eigenstromnutzung hat der Gesetzgeber mit der Einführung einer anteiligen EEG–Umlage auf Eigenstrom zwar gebremst, wertvolle Kostenvorteile können aber nach wie vor erreicht werden.
 
Doch auch abseits der Kostendebatte sollten Unternehmen über Maßnahmen zur nachhaltigen Prozessoptimierung, sei es über regenerative Eigenerzeugungsanlagen oder über Effizienzmaßnahmen, nachdenken. Fragen nach dem CO2-Fussabdruck eines Produktes oder einem Nachhaltigkeitszertifikat spielen eine immer größere Rolle bei der Kaufentscheidung.
 
zuletzt aktualisiert 11.03.2015

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