Wirtschaftsprüfertestate als Nachweis in Entlastungsverfahren

PrintMailRate-it
Zur Reduzierung der Energiekosten können Unternehmen von verschiedenen gesetzlichen Privilegien Gebrauch machen. In der Regel müssen im Zuge der betreffenden Entlastungsverfahren Nachweise erbracht werden – etwa über verbrauchte Energiemengen. Wirtschaftsprüfertestate spielen hier insbesondere eine wichtige Rolle beim Geltendmachen der Besonderen Ausgleichsregelung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).
 

Bedeutung von Testaten im Rahmen von Entlastungsverfahren

Die EEG-Umlage schlägt im Jahr 2015 mit 6,17 ct für jede verbrauchte kWh Strom zu Buche und stellt damit einen signifikanten Anteil des Strompreises dar. Umso bedeutsamer ist für die betroffenen Unternehmer eine Entlastung durch die erfolgreiche Geltendmachung der Besonderen Ausgleichsregelung im EEG. Die Besondere Ausgleichsregelung ermöglicht die Entlastung stromkostenintensiver Unternehmen des produzierenden Gewerbes mit einem Stromverbrauch von mehr als 1 GWh pro Jahr in Höhe von bis zu 95 Prozent der EEG-Umlage. Neben der Besonderen Ausgleichsregelung im EEG existiert für bestimmte Branchen auch beispielsweise die Möglichkeit der sogenannten Stromkostenkompensation. Für diese Beihilfe ist die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) zuständig. Diese Entlastungsmöglichkeiten bedürfen der Unterstützung durch externe Spezialisten. Die für die Entlastung notwendigen Nachweise bezüglich der erforderlichen Unternehmenseigenschaften (etwa Stromkostenintensivität) sind durch Bescheinigung eines Wirtschaftsprüfers oder vereidigten Buchprüfers zu erbringen. Da diese auch auf dem handelsrechtlichen Abschluss aufbauen, empfiehlt es sich, die Entlastungsmöglichkeiten bereits bei der Erstellung des Jahresabschlusses mit abzuprüfen, um Synergien zu heben.
 

Optimierung des Datenmanagements

Da die Erstattungen und Entlastungen meist eng zusammenhängen und bei den jeweiligen Anträgen auch gegenseitig Berücksichtigung finden müssen, kann es hilfreich sein, die Datensammlung und Antragstellung an zentraler Stelle durchzuführen und mit einem externen Berater die möglichen Potenziale auszuloten.
 
Viele der Erstattungen sind jahresbezogen zu ermitteln, d.h. auch wenn in einem Jahr nicht alle Möglichkeiten genutzt werden können, kann bei einer entsprechenden Planung zumindest für die Folgejahre unter Umständen eine Entlastung erreicht werden. Hierzu müssen jedoch die Auswirkungen zwischen den einzelnen Kostenbestandteilen auf den Jahresabschluss untersucht werden.
 

Handlungsempfehlung

Die Entlastungsmöglichkeiten bezüglich der Energiekosten sind sehr vielseitig. Eine optimale Ausnutzung erfordert eine genaue Kenntnis der Zusammenhänge und Tatbestandsvoraussetzungen. Da viele der Entlastungsanträge auf Basis des Jahresabschlusses erstellt werden, empfiehlt sich eine Abstimmung der kaufmännischen mit den technischen Abteilungen, um alle Potenziale auszuschöpfen. Gerade an dieser Schnittstelle besteht bei vielen Unternehmen noch erheblicher Verbesserungsbedarf. Auch mögliche Umstrukturierungen sollten in Betracht gezogen werden, da die meisten Preisbestandteile die Stromkosten noch langfristig belasten.
 
zuletzt aktualisiert am 11.03.2015

Kontakt

Contact Person Picture

Uwe Deuerlein

Wirtschaftsprüfer, Steuerberater

Partner

+49 911 9193 3602

Anfrage senden

Contact Person Picture

Lukas Kostrach

Rechtsanwalt

Senior Associate

+49 911 9193 3572
+49 911 9193 3549

Anfrage senden

Um die Website zu personalisieren und Ihnen den größten Mehrwert zu bieten, verwenden wir Cookies. Unter anderem dienen sie der Analyse des Nutzerverhaltens, um herauszufinden wie wir die Website für Sie verbessern können. Durch Nutzung der Website stimmen Sie ihrem Einsatz zu. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.
Deutschland Weltweit Search Menu