Energieeffizienz in Spanien, Chancen für deutsche Unternehmen

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Im Dezember 2012 ist die Energieeffizienzrichtlinie 2012/27/EU in Kraft getreten, die bis Juni 2014 in nationales Recht umzusetzen war. Bereits bis 30. April 2014 hatten die Mitgliedstaaten ein vorläufiges nationales Energieeffizienzziel festzulegen. Spanien hat dieses Energieeffizienzziel im Plan Nacional de Acción de Eficiencia Energética – PNAEE 2014 - 2020 festgelegt. Darin wird das Ziel die Energieeffizienz zu steigern und den Endenergiebedarf zu senken festgesetzt. Außerdem wird der Staat verpflichtet, jährlich 3 Prozent der im Besitz der Zentralregierung befindlichen Gebäude zu renovieren. Darüber hinaus sollen jedoch auch private Wohnhäuser und Industriegebäude energieeffizienter gestaltet werden. So stellt sich nun die Frage, wie diese Ziele am effektivsten umgesetzt werden können?

Im Dezember 2012 ist die EU-Energieeffizienzrichtlinie in Kraft getreten. Auch Spanien als Mitgliedsstaat der Europäischen Union war verpflichtet, bis zum 30. April 2014 einen Plan einzureichen, in dem der spanische Rahmen für Energieeffizienzmaßnahmen vorgestellt wird.

Diese EU-Richtlinie sieht eine Steigerung der Energieeffizienz um 20 Prozent bis zum Jahr 2020 sowie eine Senkung des Energieverbrauchs in den Mitgliedstaaten und daher eine jährliche Endenergieeinsparung in Höhe von 1,5 Prozent vor. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen Gebäude renoviert und energieeffizienter gestaltet werden. Betroffen sind auch die Industrie und der Transportsektor, sowie öffentliche Versorgungsbetriebe und die Landwirtschaft.
Zunächst sah Spanien diese Richtlinie als eine unverhältnismäßige Belastung für seine ohnehin angespannte wirtschaftliche Situation, da die Richtlinie eine Reduzierung des Energie-Konsums um 26,4 Prozent bis 2020 vorsah. Dennoch wurde zwei Wochen vor Ablauf der Frist am 30. April 2014 ein Plan zur Steigerung der Energieeffizienz bei der Kommission eingereicht.

Der neue spanische Plan (Plan Nacional de Acción de Eficiencia Energética – PNAEE 2014 - 2020) teilt sich in vier Abschnitte. Nach einer Einführung, folgt eine statistische Information über den Energiekonsum in Spanien im Jahr 2012 und die Auflistung der bereits seit 2011 erzielten Erfolge. Der letzte Teil zeigt auf, was zur Erreichung der Ziele außerdem geändert werden muss.
Teile des ersten Plans wurden bereits im Jahr 2012 umgesetzt. So reduzierte sich beispielsweise der Endenergieverbrauch um 4 Prozent und der Elektrizitätskonsum um 1,3 Prozent. Die Nutzung erneuerbarer Energien wurde um 7,9 Prozent gesteigert.

Infolge einer weiteren aktiven Steigerung der Energieeffizienz könnten Energieimporte in Spanien vermieden werden, zumal die Energieeffizienz einen Motor für die spanische Wirtschaft und die Entwicklung der Industrie darstellen könnte. Dies würde wiederum zur Schaffung neuer Arbeitsplätze beitragen.

Der neue Plan sieht vor allem eine Grundsanierung der Gebäude im Industriesektor, das Einführen von Energieausweisen und die Durchführung von Energieaudits vor. Zunächst soll ein Überblick über den spanischen Gebäudebestand anhand von Statistiken erarbeitet werden. Schließlich soll eine Reihe kostenwirksamer Renovierungskonzepte je nach Gebäudetyp und Klimazone erarbeitet werden. Strategien und Maßnahmen sollen entwickelt werden, um kostenwirksame Sanierungen anzuregen. Eine zukunftsgerichtete Perspektive soll Investitionsentscheidungen positiv beeinflussen. Eine Schätzung der erwarteten Energieersparung ist einzureichen.

Um als Vorbild zu dienen, verpflichtet sich der Staat, jährlich 3 Prozent der Gesamtfläche beheizter oder gekühlter Gebäude, die im Eigentum der Zentralregierung sind und von ihr genutzt werden, nach den Mindestanforderungen an die Gesamtenergieeffizienz zu renovieren. Zu erwerben sind dabei die energieeffizientesten Produkte, Dienstleistungen und Gebäude.

Für Unternehmen bieten sich nun Chancen, ihre Technik und ihr Know-how in Spanien einzusetzen, beispielsweise im Bereich der Dämmung oder Heizung/Sanitär. Aufgrund des Plans besteht die Verpflichtung und der Anreiz für Eigentümer, ihre Gebäude energieeffizienter zu gestalten, um die Ziele der spanischen Regierung zu erreichen.
Alle Gebäude, die über eine Zentralheizung, Klimatisierung und Warmwasser verfügen, sollen Zähler einbauen lassen, um den Verbrauch zu messen. In Gebäuden, in denen diese aus technischen Gründen nicht umzusetzen ist, sind alternative Systeme zu installieren. Bis Ende 2014 sollen 35 Prozent der Stromzähler mit bis zu 15 kW der Vertragsleistungen von jedem Versorgungssystem  durch intelligente Stromzähler ersetzt werden, bis Ende 2016 nochmals 35 Prozent und bis Ende 2018 weitere 30 Prozent.

Des Weiteren soll das Transportsystem effizienter gestaltet werden. Das setzt die Einführung von Regelungen und Finanzinstrumenten voraus, aber auch freiwillige Vereinbarungen, die Einführung von Standards und Normen sowie ein System für Energieplaketten. Auch in diesen Bereichen ist die deutsche Industrie ein Vorreiter und hat daher beste Chancen, ins spanische Ausland zu investieren.

Obwohl nur einige Teile der EU-Richtlinie in Spanien umgesetzt wurden, bieten sich für Investoren viele Möglichkeiten, die Energieeffizienz im Land zu steigern. Es ist zu erwarten, dass auch die übrigen Teile der Richtlinie umgesetzt werden und noch weitere Branchen die Möglichkeit bekommen, ihre Produkte in Spanien zu vermarkten.

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