Solarenergie – die Zukunft für Kenias Erneuerbare-Energien-Sektor

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Kenias Marktpotenzial für Solarenergie steigt zunehmend. Die Solarenergiebranche besitzt das Potenzial, die Zukunft von Erneuerbaren Energien in Kenia entscheidend mitzugestalten. Die Nutzung von Solarenergie ist in Kenia bereits weit verbreitet. Zur Verbreitung trugen u.a. die Kostensenkungen und das erweiterte Angebot der PV-Module, die enorme Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und die Volatilität von Wasser- und Windkraft bei.

​Bereits heute ist Kenia weltweit führend in Bezug auf die Anzahl installierter PV-Systeme pro Einwohner. Jedes Jahr beziehen mehr Kenianer ihren Strom aus Solarenergie als Netzanschlüsse eingerichtet werden. Gründe dafür sind Netzanschlussschwierigkeiten, aber v.a. die damit verbundenen Kosten und die Strompreise von Kenya Power, dem staatlichen Versorgungsunternehmen.


Der Anstieg von installierten PV-Systemen führte auch zu einem Reformbedarf im Energierechtssektor. Im Rahmen der Reform verabschiedete die Energy Regulatory Commission (ERC) 2012 die Energy Solar Photovoltaic Systems Regulations (PV-Regulations). Die PV-Regulations dient dem Verbraucherschutz mit dem Ziel, den Markteintritt von mangelhaften PVSystemen und schlecht ausgebildeten Installateuren zu verhindern. Die PV-Regulations schreibt den Besitz einer ERC Lizenz für Entwickler, Hersteller, Händler und Installateuren von PVSystemen vor. Zudem haften laut der PV-Regulations Händler und Installateure für sämtliche Konstruktions- und Spezifikationsmängel von PV-Komplettsystemen. Eine Liste lizensierter Techniker und Installationsunternehmen ist auf der ERC-Website erhältlich.


Zurzeit wird Solarenergie im öffentlichen Sektor v.a. im Telekommunikations- und Beleuchtungsbereich, im kathodischen Schutz von Pipelines sowie in Trocknungsprozessen und in der Warmwasserbereitung eingesetzt. Darüber hinaus nehmen PVDachanlagen zum Eigenverbrauch von Unternehmen zu. Der Anreiz für Unternehmen besteht neben den teuren Stromkosten insbesondere auch aufgrund der instabilen Stromversorgung – Stromausfälle sind in Kenia keine Seltenheit. Ferner steigt in Kenia die Nachfrage von PV-Systemen für abgelegene Safari Lodges. Im Vergleich zu teuren Dieselgeneratoren, die die Idylle der Safari-Parks auf Grund ihrer Lautstärke zerstören, bieten Solaranlagen eine gute Alternative.


Auch die kenianische Regierung leistete bereits wichtige Beiträge zur Förderung der Solarenergie. So wurden die Importzölle und die Mehrwertsteuer für Erneuerbare-Energien-Anlagen abgeschafft. Laut einer Studie der ERC aus 2015 wird die gesamte installierte Leistung von Solarkraft in Kenia auf über 20 MWp, mit einem jährlichen Wachstum von 15 Prozent geschätzt. Das Ziel der kenianischen Regierung liegt bei einer installierten Leistung von 600 MWp bis 2030. Zur Erreichung dieses Ziels wurden  bereits diverse Projekte gestartet.


Dazu zählen:

  • Samburu Solar Project (40 MWp)
  • Kopere Solar Park in Kisumu (22,7 MWp)
  • Witu Solar Project (40 MWp)
  • Garissa Solar Project (55MWp)
  • Isiolo County Solar Project (40 MWp)
  • Nakuru Solar Project (25MWp)


Zur Förderung der Solarenergie trägt auch der standardisierte Strombezugsvertrag sowie die bestehenden Einspeisetarife für Independent Power Producer von Anlagen unter 50 MWp bei. Der neue Energiegesetzesentwurf (Energy Bill), der zurzeit im Parlament diskutiert wird, sieht die Einführung von Net-metering für Privatkunden sowie die Abschaffung der Lizenzpflicht für Eigenverbrauchsanlagen unter 1 MWp vor.

 

Ein weiterer wichtiger Akteur für das Wachstum der Solarenergie in Kenia ist der private Sektor, dessen Aktivitäten zur Stromversorgung von geschätzten 200.000 Haushalten durch Eigenverbrauchsanlagen geführt haben. Die rapide Verbreitung wurde v.a. durch den Verkauf von Produkten ermöglicht, die ganz konkret auf die individuellen Bedürfnisse der kenianischen Kunden angepasst wurden. Dies erklärt auch die Existenz von über 800 Verkaufsstellen im ländlichen Raum für Solarprodukte. Die Solarbranche in Kenia erfuhr auch eine Vielzahl an Produktinnovationen, wie z.B. das M-KOPA Projekt. Der Ansatz dieses Geschäftsmodells zielt auf die Erschwinglichkeit von Solarenergieprodukten für einkommensschwache Haushalte durch einen Pay-per-use-Zahlungsplan ab.


Die Entwicklung der Solarenergiebranche in Kenia zeigt sich auch anhand der Vielzahl an unterschiedlichen PV-Projekten, die Rödl & Partner Kenia im vergangenen Jahr betreute. Die Projekte umfassten u. a. eine PV-Anlage zur Stromversorgung eines neuen Einkaufszentrums, eine Teefabrik, die Solarenergie als Ersatz für netzgebundenen Strom nutzt und einen Kunden mit einer besonders innovativen Lösung: in Containern transportierbare Photovoltaik-Anlagen, welche sich genau wie Dieselgeneratoren – nur umweltfreundlicher und kostengünstiger – schnell und unkompliziert nahe Fabriken oder Geschäftsgebäuden auf- und wieder abbauen lassen.


Durch den Einsatz der Regierung, des Privatsektors sowie der vollzogenen Innovationen der Branche, stellt die Solarenergie in der Tat die Zukunft des Erneuerbare-Energien-Sektors in Kenia dar.

Die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG)
kam noch kurz vor der parlamentarischen Sommerpause zum
Abschluss. Danach kann das „Gesetz zur Einführung von Ausschreibungen
für Strom aus erneuerbaren Energien und zu
weiteren Änderungen des Rechts der erneuerbaren Energien”
voraussichtlich wie geplant zum 1. Januar 2017 in Kraft treten.
Entsprechend ist aus dem als „EEG 2016” gestarteten Gesetzgebungsprojekt
ein „EEG 2017” geworden.
Die mit dem EEG 2017 fortgesetzte Umstellung von einem Einspeisevergütungs-
auf ein Ausschreibungsfördersystem beurteilt
die Branche in Bezug auf Akteursvielfalt, Projektrisiken und die
damit gesetzten Zubauanreize überwiegend kritisch. Letztendlich
ist es aber gerade in Zeiten eines schrumpfenden Marktes entscheidend,
neue (oder auch unveränderte) Chancen zu erkennen
und zu nutzen. Dabei stellt die mit der EEG-Novellierung 2016
fortgesetzte Tendenz zu einer zunehmenden Verkürzung der
Novellierungszyklen und der Gesetzgebungsverfahrensdauer
die Marktakteure vor die Herausforderung, die sich aus der
Novelle ergebenden Chancen noch früher und noch schneller
umzusetzen, um neue Marktnischen zu besetzen und die immer
knapper werdende Zeit relativer Rechtssicherheit bis zur nächsten
Novellierung zu nutzen.

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