Versteigerung von 3.000 MW installierter Leistung in Spanien. Veröffentlichung der Gesetzentwürfe am 29. Dezember 2016

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Nach vier Jahren Moratorium kehrt die spanische Regierung offenbar zur Förderung Erneuerbarer Energien zurück. Laut den nun vorliegenden Gesetzesplänen findet noch im ersten Quartal 2017 eine Auktion statt und in diesem Jahr sollen insgesamt 3.000 MW zur Versteigerung kommen.

​Grund für den Kurswechsel sind offenbar die Vorgaben aus
Brüssel, die im Jahr 2020 eine Quote von 20 Prozent Erneuerbarer
Energien vorsehen. Derzeit erreicht Spanien nur 17,4 Prozent. An den geplanten Versteigerungen können laut dem Gesetzesprojekt Unternehmen aller Sparten der Erneuerbaren Energien teilnehmen, sowohl Windkraft und Photovoltaik als auch Biomasse und Biogas.

 

Nach einer Auktion in Spanien im Januar 2016, bei der 500 MW
Windkraftenergie zur Nullförderung unter den Hammer kamen,
was die EE-Verbände stark kritisierten, hat das spanische Industrieministerium eine garantierte Mindestförderung angekündigt.
Wie und in welcher Höhe sich diese Mindestförderung darstellt,
soll die Durchführungsverordnung für die Versteigerung regeln,
die anlässlich der zu erwartenden Auktion erscheint.

 

Das Zuschlagskriterium ist der Grad der prozentualen Reduzierung
des vom Industrieministerium vorgegebenen Investitionsvolumens
für eine Standardanlage. Im Gesetzentwurf beträgt das
Standardinvestitionsvolumen pro MW installierter PV-Leistung
derzeit 1,2 Millionen Euro, und die jährliche Vergütung für diese
Investition liegt bei 47.854 Euro/MW installierter Leistung in
2019. Den Zuschlag bekommen die Anlagen, welche die höchste
Reduzierung der Anfangsinvestition (und damit auch der jährlichen
Vergütung) anbieten. Für den Fall, dass eine 1-MW- PV-Anlage
einen Zuschlag für eine nullprozentige Reduzierung erhielte,
bekäme diese Anlage 2019 neben dem Strommarktpreis pro
kWh eine Zuzahlung in Höhe von 47.854 Euro. Entsprechend der
prozentualen Reduzierung sinkt die jährliche Zuzahlung. Diese
Zuzahlung ist unabhängig von den produzierten kWh und soll
die Rentabilität der EE-Projekte sicherstellen.

 

Geplant ist eine sogenannte marginale Versteigerung, bei der
alle Anlagen mit einem Zuschlag die Vergütung bekommen, die
die Anlage angeboten hatte, die als Letzte den Zuschlag erhalten
hat. Wenn also z. B. der letzte Bieter mit 20 Prozent Reduzierungsvorschlag den Zuschlag erhält, entfällt auf alle Anlagen,
auch bei höheren Reduzierungsangeboten die Vergütungshöhe,
die einer 20-prozentigen Reduzierung entspricht.

 

Wind-, Sonnen- und die restlichen Energietechnologien unterliegen
dabei einer gemeinsamen Bewertung. Die Anfangsinvestition
pro MW Windenergie für eine Standardanlage beträgt nach Ansicht des Energieministeriums ebenfalls 1,2 Millionen Euro und für die restlichen Technologien 2 Millionen Euro pro MW installierter Leistung. Das bedeutet, dass Wind und Sonnenenergie gleiche Ausgangspositionen haben und die für den spanischen Strommarkt günstigsten Erzeuger den Zuschlag erhalten. Die Betriebsdauer ist für Wind und PV-Anlagen auf
jeweils 25 Jahre festgelegt.

 

Es ist nicht nötig, bei der Einreichung der Versteigerungsunterlagen
bereits ein konkretes Projekt zu benennen, das Angebot einer abstrakten Menge an MW einer Technologie ist ausreichend.
Innerhalb von sechs Monaten nach Eintragung des Zuschlags
ist die Mitteilung über das konkrete Projekt im entsprechenden
Register erforderlich.

 

Für die Teilnahme an der Versteigerung wird eine Bankgarantie
zu hinterlegen sein, deren Höhe die Durchführungsverordnung
noch festlegt. Im Entwurf ist die Bankgarantie aber bereits in der
Höhe von 60 €/kW festgeschrieben. Diese hat der Teilnehmer in
einer Frist von 45 Tagen nach Zuschlag zu hinterlegen, und sie
kommt nach Planungs- und Baufortschritten zur Freigabe. Die Inbetriebnahme muss spätestens am 31. Dezember 2019 erfolgen.

 

Für deutsche Unternehmen aus dem Bereich der Erneuerbaren
Energien bieten sich damit wieder Möglichkeiten auf dem spanischen
Markt.

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