Malaysia: ein Land der interessanten Fördermöglichkeiten?

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​Malaysia ist vor allem als Erdöl und Erdgas produzierendes Land bekannt. Da die entsprechenden Reserven aber in den nächsten 20 bis 30 Jahren erschöpft sein werden, arbeitet man nun seit über 18 Jahren an einer Diversifizierung der Energieversorgung. Seit 2011 gibt es entsprechende gesetzliche Rahmenbedingungen, die Anreize für Erneuerbare Energien geschaffen haben:

 

  • Feed-In Tariff (seit 2011)
  • Net-Metering (seit 2016)
  • Steuerliche Vorteile – Reduzierung der Einkommensteuer (seit 2014)


All dies macht Malaysia zu einem interessanten Standort für Projekte aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien. Der gut vorbereitete Investor findet ein wirtschaftsfreundliches Klima und verlässliche Rahmenbedingungen vor.

 

Malaysia und die Erneuerbaren Energien

Durch die heimischen Erdöl- und Erdgasvorkommen wird Malaysia gewöhnlich nicht automatisch mit der Stromgewinnung aus Erneuerbaren Energien in Verbindung gebracht. Tatsache ist jedoch, dass bereits jetzt die heimische Erdölproduktion nicht ausreicht, um den eigenen Bedarf zu decken. Nach gegenwärtigen Schätzungen werden die wirtschaftlich abbaubaren Ölreserven für weniger als 20 Jahre reichen; bei den Erdgasvorkommen sind es weniger als 30 Jahre.

 

Vor diesem Hintergrund gibt es seit dem 2001 Bestrebungen, den heimischen Energiemix zu diversifizieren. Nach einer anfänglich sehr langsamen Entwicklung im Bereich der Erneuerbaren Energien resultieren diese Bestrebungen in dem im Jahr 2009 veröffentlichten National Renewable Eneregy Policy and Action Plan (Policy), dem Renewable Energy Act 2011 (RE Act) und dem Sustainable Energy  Development Authority Act 2011 (SEDA Act)1.

 

Während die Policy die erforderlichen rechtlichen, wirtschaftlichen und technischen Rahmenbedingungen für den wirksamen Aufbau von Erneuerbaren Energien in Malaysia definierte, befasst sich der RE Act bereits mit konkreten Maßnahmen wie Feed-In Tariff, der Finanzierung von Anreizen, dem Anschluss an die Energienetze oder der Abnahme des generierten Stroms über Power Purchase Agreements. Der SEDA Act schließlich gründete die Sustainable Energy Development Authority Malaysia, die die politischen und gesetzlichen Vorgaben im Bereich der Erneuerbaren Energien umsetzt.

 

Dies resultierte in einem nennenswerten Zuwachs der installierten Kapazitäten und somit in einer steigenden Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen.

 

 

 

Im Vordergrund steht im Moment die Erzeugung durch Photovoltaik-Anlagen kleiner und mittlerer Größe, gefolgt von Biomasse und Biogas. Malaysia ist ein etablierter Standort für die Herstellung von Photovoltaik-Modulen, was die technische Umsetzung von Projekten weiter begünstigt. Die Erzeugung aus Biomasse und Biogas hängt mit landwirtschaftlichen Restprodukten zusammen, die bei der Herstellung von Palmöl anfallen. Die Windkraft befindet sich in Malaysia in einem noch sehr frühen Stadium. Die rechtlichen Rahmenbedingungen bestehen für den kommerziellen Einsatz noch nicht, sodass Windkraft auch (noch) nicht von den Anreizen profitiert.

 

Die Anreize – Feed-In Tariff (FiT)

Malaysia verfügt über einen Feed-In Tariff seit der Einführung des RE Act im Jahr 2011. Nach diesem System sind Netzbetreiber verpflichtet, von lizenzierten Stromproduzenten (Feed-In Approval Holder oder FIAH) bestimmte Mengen Strom zu bestimmten Preisen abzunehmen. SEDA vergibt entsprechende Lizenzen. Eine Schwäche des Systems besteht darin, dass die Vergabe von neuen Lizenzen durch ein Quotensystem beschränkt wird. Der Hintergrund hierfür ist, dass Malaysia noch nicht über einen deregulierten Energiemarkt verfügt und somit nur ein bestimmtes Budget zur Förderung des FiT in einem Finanzjahr zur Verfügung steht. Im laufenden Jahr 2018 zum Beispiel sind die Quoten für neue Photovoltaik-Anträge bereits aufgebraucht; Biomasse, Biogas und Wasserkraft stehen jedoch weiterhin zur Verfügung.

 

Die Anreize – Net-Metering

Zusätzlich zum FiT verfügt Malaysia auch seit 2016 über ein Net-Metering System. Hier steht der Eigenverbrauch des Betreibers im Vordergrund. Net-Metering kommt sowohl im privaten, als auch im gewerblichen Sektor zum Einsatz, ist jedoch gegenwärtig auf Photovoltaik Anlagen beschränkt, die auf bestehenden Gebäuden des Betreibers installiert werden müssen. Wirtschaftlich ist Net-Metering vor allem auch wegen des gestuften Energietarifs in Malaysia interessant: die Spitzenstufen des Tarifs kommen für den Betreiber einer Anlage nicht mehr zum Einsatz. 
 

Die Anreize – steuerliche Vorteile

In diesem Zusammenhang sind insbesondere die Investment Tax Allowance (ITA) und die Income Tax Exemption (ITE) zu erwähnen. Die ITA erlaubt es malaysischen Gesellschaften 100 Prozent der im Zusammenhang mit einem „Green Technology”-Projekt getätigten Investitionsausgaben als Betriebsausgabe in einem Jahr geltend zu machen. Dies allerdings nur bis insgesamt 70 Prozent des in dem relevanten Jahr zu versteuernden Einkommens. Bei Bedarf kann auch ein Vortrag ins nächste Finanzjahr erfolgen. Die ITE hingegen befreit 100 Prozent des zu versteuernden Einkommens in einem bestimmten Finanzjahr von der sonst zu zahlenden Einkommensteuer.

 

 

Quelle: www.seda.gov.my

 

Die Anreize werden jeweils auf Antrag durch die Malaysia Investment Development Authority (MIDA) genehmigt und stehen allen malaysischen Gesellschaften zur Verfügung, die mindesten fünf Beschäftigte in Vollzeit haben. Die Investitionsausgaben müssen sich auf Projekte oder Dienstleistungen aus dem Bereich – unter anderem – der Erneuerbaren Energien, der Energieeffizienz,  der E-Mobilität oder der Abfallverwertung beziehen.

 

Quelle: www.seda.gov.my

 

Fazit

Die Schlussfolgerung, dass Malaysia vielleicht noch im Vergleich zu anderen Ländern in der Entwicklung der Erneuerbaren Energien hinterherhinkt, mag erlaubt sein. Doch gerade dies kann für den gut vorbereiteten Investor interessant sein: Im Gegensatz zu saturierten Märkten bestehen staatliche Anreize, die durch richtige Projektplanung und Vorbereitung zu dem Erfolg eines Projektes beitragen können. Gerade bei der Windkraft gibt es einen Markt, der noch völlig unerschlossen ist.

 

Schließlich bietet Malaysia generell gute Bedingungen für ausländische Investitionen: etablierter Standort für Industrie und das herstellende Gewerbe, stabile Wirtschaft mit guten Wachstumsraten und verlässliche politische und rechtliche Rahmenbedingungen. All dies belegt durch das „Ease of Doing Business” Ranking der Weltbank, in dem Malaysia den 24. Platz belegt.
 

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1Alle Unterlagen auf www.seda.gov.my abrufbar.

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