Der Welt ein Beispiel: Die Entwicklung des erneuerbaren Energiesektors in Mexiko

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Zu Recht gilt Mexiko als eines der 10 attraktivsten Länder für Investitionen in Erneuerbare Energien. Seit der Energiereform 2013 hat das Land eine erstaunliche Entwicklung zurückgelegt und verfügt nach wie vor über große Kapazitäten, die auch ausgeschöpft werden sollen. Dies gelingt durch den starken Wettbewerb, der vor allem durch öffentliche Ausschreibungen, steuerliche Anreize und Förderungen in diesem Sektor geschaffen wurde.

 

Bis zum Jahr 2024 sollen bereits 100.000 Elektroautos auf den Straßen Mexikos unterwegs sein. Ein äußerst ambitioniertes Ziel des am 1. Juli 2018 neu gewählten mexikanischen Präsidenten Andrés Manuel López Obrador. Im Hinblick auf die Entwicklung, die Mexiko im Bereich der Erneuerbaren Energien in den letzten Jahren zurückgelegt hat, scheint dieses Ziel jedoch nicht abwegig. Durch die Energiereform 2013 hat der noch bis Ende November amtierende Präsident Enrique Peña Nieto ein bedeutendes Fundament mit wichtigen Anreizen für diese Entwicklung geschaffen. Entscheidender Schritt war die Öffnung des Energiesektors für private Investitionen sowie die Schaffung des Zertifikats für saubere Energien, das sogenannte „Certificado de Energías Limpias (CEL)”. Zu sauberer Energie zählt in Mexiko die Generierung aus nicht-fossiler Energie und beinhaltet damit auch Atomkraft sowie die Kraft-Wärme-Koppelung.

 

Die Energieerzeuger müssen ihre Tätigkeiten bei der staatlichen Stromregulierungsbehörde CRE anmelden, belegen und den Nachweis erbringen, dass sie auch einen bestimmten Anteil an sauberer Energien produzieren. Die CRE erteilt anschließend ein Zertifikat pro produziertem Megawatt pro Stunde an sauberer Energie. Großverbraucher (über 500 KW/h) müssen außerdem seit Januar 2018 nachweisen, dass sie einen Mindestverbrauch an sauberer Energie in Höhe von 5 Prozent des verbrauchten Stroms haben. Das Energieministerium SENE, möchte diesen Anteil in den kommenden Jahren weiter erhöhen und er soll im Jahr 2022 sogar bei 13,9 Prozent liegen.

 

Aktuelle Situation

Mexiko gehört zu den weltweit besten Standorten, um Erneuerbare Energien zu nutzen.

 

So werden aktuell 16,92 Prozent der elektrischen Energie aus sauberen Energien gewonnen. Von diesen 16,92 Prozent werden 83,48 Prozent aus Erneuerbaren Energien erzeugt. Der größte Anteil wird dabei aus Wasserkraft erworben, gefolgt von Windkraft, Erdwärme, Solarenergie und Biomasse.

 

 

Hinsichtlich der aus Windkraft erzeugten Energie belegt Mexiko mit 10 Windparks weltweit den 18. Platz. Innerhalb der nächsten 5 Jahre ist vorgesehen, die Produktion von Windenergie zu verdreifachen. 2024 sollen 22 Prozent der Erneuerbaren Energien in Mexiko aus Windenergie bestehen.

 

Im Bereich der Solarenergie sind 2015 in Mexiko 9 Solarparks zu verzeichnen. Im Jahr 2021 sollen es 68 sein. Um dieses Ziel zu erreichen, sind in den Jahren von 2018 bis 2024 Investitionen in Höhe von 150 Milliarden Pesos (circa 7 Milliarden Euro) im Solarsektor vorgesehen. Eines der größten Solarprojekte weltweit findet man in Chihuahua im Norden von Mexiko. Mit 2,3 Millionen Solarzellen und einer Größe von 2.200 Fußballfeldern soll der Solarpark nach Fertigstellung noch in diesem Jahr 1,3 Millionen Haushalte mit Strom versorgen.

 

Die aus Biomasse gewonnene Energie macht zwar derzeit nur einen kleinen Teil aus, jedoch lässt sich auch hier eine Entwicklung feststellen. So hat das mexikanische Unternehmen Nopalimex Biokraftstoff aus Kaktus-Biomasse hergestellt. Der Verbrauch liegt bei einem Liter pro Kilometer und die Kosten pro Liter bei 12 Pesos (circa 0,55 Euro).

 

Insgesamt lässt sich feststellen, dass das Potenzial an Erneuerbaren Energien, insbesondere an Solar- und Windenergie, lange noch nicht ausgeschöpft ist.

 

Investitionen in Erneuerbare Energien in Mexiko

Durch die Öffnung des Marktes der sauberen Energien für private Investoren mittels Ausschreibungen und Auktionen sind Stromerzeugungsprojekte enorm angestiegen. Mexiko zählt zu den 10 attraktivsten Ländern für Investitionen in Erneuerbare Energien und hat viele Anreize für privatwirtschaftliche Investitionen geschaffen. So wird Investoren eine erhöhte steuerliche Abschreibungsrate für Maschinen, die im Zusammenhang mit der Stromerzeugung durch Erneuerbare Energien angeschafft wurden, gewährt. Ferner kann Technologie für Erneuerbare Energien zollfrei eingeführt werden. So konnte der mexikanische Solarverband ASOLMEX vor dem mexikanischen Bundesgerichtshof für Steuer- und Verwaltungsfragen die Aufhebung der im Jahr 2015 eingeführten Einfuhrzölle in Höhe von 15 Prozent auf Photovoltaik-Module erwirken.

 

Investoren können für Projekte im Bereich der Erneuerbaren Energien bei der Interamerikanischen Entwicklungsbank (IDB) und bei dem bereichsübergreifenden Fonds zur Infrastrukturentwicklung (Fondo Nacional de Infraestructura), der durch die mexikanische Nationalbank für Projekte und staatliche Dienstleistungen (Banco Nacional de Obras y Servicios Públicos, BANOBRAS) verwaltet wird, Förderung beantragen.

 

Örtliche Banken wie BBVA, Bancomext, Banorte, NAFIN und Banco Santander bieten zudem spezielle Finanzierungsmöglichkeiten für Projekte von Erneuerbaren Energien an.
Auch die deutsche Entwicklungsbank KfW bietet Kredite speziell für die Entwicklung von Projekten von Erneuerbaren Energien im In- und Ausland mit Kreditkonditionen, die an die Leistungsfähigkeit des jeweiligen Empfängerlandes und an die Besonderheiten des jeweiligen Projekts angepasst werden, an.

 

Ausblick

Angesichts der globalen Trends und der in diesem Bereich eingegangenen Verpflichtungen des Landes wie etwa durch das UN-Klimaabkommen, behält der Sektor der Erneuerbaren Energien in Mexiko seine Perspektive für nachhaltiges Wachstum für die kommenden Jahre bei. Dies wird dadurch verdeutlicht, dass die Kapazität im Solar- und Windsektor bis 2020 vervierfacht werden soll. Insgesamt soll der Betrag sauberer Energien im Jahr 2024 bzw. 2050, 35 Prozent bzw. 50 Prozent betragen. Im Vergleich dazu lag der Betrag sauberer Energien Mitte 2017 bei knapp 20 Prozent, wovon 15 Prozent erneuerbaren Quellen entsprachen.


Ebenso treiben die Auktionen für langfristige Stromlieferverträge den Ausbau der Kapazitäten sauberer Energie voran. So erfolgte zuletzt die Ausschreibung für den Bau einer Hochspannungsgleichstromleitung, die Baja California mit dem Rest des nationalen elektrischen Systems verbinden wird. Bereits einen Monat nach der Veröffentlichung der Ausschreibung haben 81 nationale und ausländische Unternehmen Interesse an der Arbeit bekundet, die eine Investition von 1,1 Milliarden US-Dollar und die Übertragung von 1.500 MW beinhalten wird. Gelingt es Mexiko, seinen Energiesektor zur sauberen Energie überzuleiten, könnte das Land laut der New York Times weltweit ein Beispiel abgeben.

 

Die Renewables Academy AG, RENAC, organisiert vom 12. bis 16. November 2018 gemeinsam mit der Deutsch-Mexikanischen Industrie- und Handelskammer eine AHK-Geschäftsreise nach Mexiko zum Thema Solarenergie. Auf der Fachkonferenz am 13. November 2018 in Mexiko-Stadt haben Unternehmen mit Sitz in Deutschland die Möglichkeit, ihre Produkte und Dienstleistungen aus den Bereichen Photovoltaik und Solarthermie dem mexikanischen Fachpublikum zu präsentieren. An den darauffolgenden Tagen werden von der AHK für jedes Unternehmen individuelle Termine bei mexikanischen Entscheidungsträgern und potenziellen Geschäftspartnern organisiert. Möchten Sie auch als Beispiel vorangehen und in Mexiko in Erneuerbare Energien investieren, so beraten und unterstützen wir Sie gerne.

 

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