Das Jahr 2018 für die polnischen Erneuerbaren Energien

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Das Jahr 2018 könnte für den polnischen EE-Sektor als ein Wendejahr bezeichnet werden. Nach den Jahren der Flaute, wurde 2018 endlich eine erste Ausschreibung für große Windkraftanlagen durchgeführt. Obwohl die erzielten Auktionspreise nicht besonders attraktiv waren, steht bereits fest, dass im Jahr 2019 weitere Ausschreibungsrunden organisiert werden. In 2018 wurde bereits die dritte Ausschreibungsrunde für kleinere PV-Anlagen durchgeführt. Die Wende im Energiesektor wurde aber nicht durch die erfolgten Ausschreibungsrunden verursacht, sondern durch drastische Erhöhungen der Strompreise. Dies hat die Regierung zu einem Umdenken bewogen, hin zu Erneuerbaren Energien. Die Regierung sieht die Erneuerbaren Energien inzwischen immer mehr als preisstabilisierende Marktfigur. Aber auch der Blickwinkel der Erneuerbare-Energien-Projektierer hat sich geändert. Viele schauen gerne auf den Konkurrenzmarkt und möchten den EE-Strom konkurrierend mit dem Kohlestrom verkaufen. In Polen entwickelt sich der Erneuerbare-Energien-Markt zu einem normalen, förderungsunabhängigen Geschäftsmodell. Nachfolgend die wichtigsten Ereignisse von 2018 zusammengefasst.


Ausschreibungsrunde für Wind und Sonne bis 1 MWp

 

Nach den Angaben der Energieregulierungsbehörde erhielten in Folge der am 15. November 2018 durchgeführten Ausschreibungsrunde AZ/9/2018 für den Verkauf von Energie aus Photovoltaik- und Windanlagen mit einer Leistung von bis zu 1 MWp, 554 Angebote von 251 Projektierern den Zuschlag. Der Mindestpreis, abzüglich der Umsatzsteuer, belief sich auf 288,99 PLN / MWh und der Höchstpreis auf 364,99 PLN / MWh. Insgesamt wurden 8.168.917,016 MWh an Strom für einen Gesamtwert von 2.878.556.631.19 PLN verkauft. Der nachfolgenden Tabelle sind die Angaben aus den drei bisher organisierten Ausschreibungen zu entnehmen.

 

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Erst nach über 2 Jahren ab dem Inkrafttreten des Gesetzes über Erneuerbare Energiequellen, in dem das alte Förderungssystem der grünen Zertifikate durch das Ausschreibungsmodell ersetzt wurde, gelang es dem polnischen Staat, die erste Ausschreibungsrunde für große Windkraftanlagen zu organisieren.  Die Auktion für Anlagen mit einer Leistung von über 1 MW, die gemeinsam für Photovoltaik- und Windkraftanlagen (onshore) organisiert wurde, fand am 5. November 2018 statt. Die maximale Strommenge, die im Wege der Auktion zum Verkauf stand, belief sich auf 45.000.000 MWh. Der Höchstpreis/Referenzpreis pro 1 MWh der abgegeben werden konnte, lag bei 320 PLN pro MWh (ungefähr 7,36 Eurocent / kWh).

 

Die Erwartungen für diese Ausschreibungen waren hoch, die Ergebnisse aus Sicht der Projektierer aber sehr ernüchternd. Der durchschnittliche Preis lag bei 196,17 PLN/MWh. Als Ergebnis dieser Auktion wurden mehr als 41.996 TWh an Strom im Wert von über 8,238 Milliarden PLN verkauft. Dabei erhielten nur 31 Angebote den Zuschlag.

 

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Probleme der Projektentwickler mit der Dauer der Netzanschlussverträge

 

Gemäß den einschlägigen Vorschriften des Energierechts darf die Frist für die erstmalige Einspeisung von dem in einer erneuerbaren Energiequelle erzeugtem Strom nicht länger als 48 Monate ab dem Tag des Abschlusses des Netzanschlussvertrages (mit Ausnahme von Offshore Windkraftanlagen) her sein. Für viele der Windprojekte wird die Frist bereits im Mai dieses Jahres ablaufen, denn für die Projekte, die vor der Einführung der Beschränkungsregelung den Netzanschlussvertrag abgeschlossen wurden, gilt die 4 Jahresfrist seit der Verabschiedung des einschlägigen Gesetzes. Falls die nächste Ausschreibung vor dem Endgültigkeitsdatum der Netzanschlussverträge stattfindet, werden die Projekte die den Zuschlag erhalten haben in den Genuss der automatischen Verlängerung der Gültigkeitsdauer der Anschlussverträge kommen. Diese Möglichkeit sieht das novellierte EEG vor. Es ist aber davon auszugehen, dass viele der Projekte den Zuschlag nicht erhalten oder aber wegen der niedrigen Auktionspreise an der Ausschreibung gar nicht teilnehmen werden. Wenn es dem Projektierer nach der Kündigung des Netzanschlusses nicht gelingt einen neuen Netzanschlussvertrag abzuschließen, wird das Projekt praktisch wertlos. Der Gesetzgeber hat das Risiko aber erkannt und plant Abhilfedurch Novellierung der entsprechenden Vorschriften.

 

Bevorstehende Novellierung des polnischen EEG

 

Die geplante EEG-Novellierung soll im ersten Quartal 2019 verabschiedet werden. Die Novellierung ist nicht nur wegen der Anschlussproblematik erforderlich, sondern auch wegen der fehlenden Ausführungsvorschriften. Nach der geltenden Rechtslage kann sonst im Jahr 2019 keine neue Ausschreibung durchgeführt werden. Mit der Änderung des EEG sollen die diesjährigen Auktionen ermöglicht werden. Die Novelle soll die zu verkaufenden Höchstmengen und -werte angeben. Es sollten auch neue Referenzpreise festgelegt werden, die den möglichen Höchstwert des Angebots darstellen.

 

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