5 wichtige Fakten über EU-Fördermittel

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Die Beantragung von EU-Fördermitteln ist ein komplizierter Prozess, dessen Ergebnis vorwiegend von der Kenntnis der Richtlinien und Grundsätze abhängt, die für die EU-Fördermittel gelten. Jeder potenzielle Antragsteller muss über die grundlegenden Informationen zu den Möglichkeiten der Beantragung von Fördermitteln verfügen – dies ist der erste Schritt zum Erfolg bei der Einwerbung von EU-Mitteln.
 

1. Was sind Fördermittel?

Fördermittel stellen eine nicht rückzahlbare finanzielle Beihilfe dar, die in Form der Erstattung der getragenen Kosten oder in Form eines Vorschusses gewährt wird. Bei Projekten, für die eine finanzielle Unterstützung in Form eines Vorschusses gewährt wurde, werden die Fördermittel auf das Konto des Unternehmens überwiesen, ehe die Ausgaben getragen werden. Im Falle der Kostenerstattung trägt die Kosten zuerst der Unternehmer, eine Auszahlung erfolgt erst später.
 

2. Wer kann die Fördermittel beantragen?

Die Fördermittel können von jedem Unternehmen beantragt werden, das eine Tätigkeit ausübt und seinen Sitz auf dem Gebiet der Republik Polen hat (bei natürlichen Personen handelt es sich hier um deren Wohnort). Die finanzielle Beihilfe, die den Unternehmen angeboten wird, wird nach der Größe der Unternehmen differenziert und richtet sich an Mikro-, Klein-, mittelständische und Großunternehmen.
 
Unternehmenskategorie Beschäftigtenzahl –
jährliche
Arbeitseinheiten (JAE)
Jahresumsatz Jahresbilanz
oder
 
Mikrounternehmen < 10 ≤ 2 Millionen Euro ≤ 2 Millionen Euro
Kleinunternehmen < 50 ≤ 10 Millionen Euro ≤ 10 Millionen Euro
Mittelständische Unternehmen < 250 ≤ 50 Millionen Euro ≤ 43 Millionen Euro
Großunternehmen ≥ 250 > 50 Millionen Euro > 43 Millionen Euro
 

3. Für welche Projekte können die Fördermittel gewährt werden?

Fördermittel können u.a. für folgende Vorhaben beantragt werden:
  • Investitionen in neue Maschinen und Sachanlagen (z.B. Kauf von neuen technologischen Linien);
  • Forschungs- und Entwicklungsarbeiten (F+E) in Form einer Zusammenarbeit der Unternehmen mit wissenschaftlichen Einheiten und anschließend Umsetzung der Ergebnisse dieser Arbeiten in der Praxis (z.B. durch Kommerzialisierung);
  • Erhöhung der Energieeffizienz (z.B. Einsatz von Anlagen zur Reduzierung der Umweltverschmutzung);
  • Nutzung erneuerbarer Energiequellen (z.B. Bau von Biogasanlagen);
  • Entwicklung der Informations- und Kommunikationsinfrastruktur (z.B. E-Dienstleistungen);
  • Durchführung von Schulungen.
 

4. Welche Ausgaben können mit Fördermitteln finanziert werden?

Die Ausgaben, die mit Fördermitteln finanziert werden können, werden als förderfähige Ausgaben bezeichnet. Es handelt sich hierbei um Ausgaben, die folgende Bedingungen erfüllen:
  • Sie wurden in den EU- und den nationalen Verordnungen sowie in der Wettbewerbsdokumentation bestimmt;
  • sie wurden tatsächlich getragen und dokumentiert;
  • sie stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Projekt und sind für dessen Umsetzung unentbehrlich;
  • sie wurden um die Vorsteuer gemindert, ausgenommen die gemäß den nationalen Umsatzsteuervorschriften nicht erstattungsfähige Umsatzsteuer;
  • sie wurden grundsätzlich im sog. Förderungszeitraum getragen, der im inhaltlichen und finanziellen Zeitplan des Projekts, der wiederum im Antrag auf Gewährung der Fördermittel enthalten ist, bestimmt wurde.
  •  

5. Nach welchen Grundsätzen werden in Polen die Fördermittel in den Jahren 2014 bis 2020 gewährt?

Polen wird die EU-Fördermittel mittels Instrumenten ausgeben, die als Operationelle Programme bezeichnet werden. Dabei unterscheidet man zwischen 2 Programmarten: Nationale Operationelle Programme, die sich aus 6 speziellen Programmen zusammensetzen:
  • Infrastruktur und Umwelt (u.a. emissionsarme Wirtschaft, Energieeffizienz);
  • Intelligente Entwicklung (u.a. Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, Steigerung der Innovativität der Wirtschaft);
  • Wissen, Bildung, Entwicklung (u.a. Entwicklung der Kompetenzen durch die Veranstaltung von Schulungen);
  • Digitales Polen (u.a. Fördermittel für die Entwicklung der E-Verwaltung, E-Dienstleistungen, Bau des Netzes des Breitband-Internetzugangs);
  • Ostpolen (umfasst die östliche Makroregion, die sich aus 5 Woiwodschaften (poln. Verwaltungsbezirke) zusammensetzt: Lubelskie, Podkarpackie, Podlaskie, Swietokrzyskie und Warminsko-Mazurskie);
  • Technische Hilfe (Unterstützung im Bereich der richtigen Inanspruchnahme der Fördermittel).

 
Regionale Operationelle Programme

Im Rahmen der Regionalen Operationellen Programme werden die EU-Fördermittel von den zuständigen Institutionen (d.h. den Marschallämtern) auf jede der 16 Woiwodschaften (gemäß den individuellen Bedürfnissen der jeweiligen Region) verteilt. Die Fördermittel können ausschließlich von dem Unternehmen beantragt werden, das den Sitz in der jeweiligen Woiwodschaft hat.
 
zuletzt aktualisiert am 30.10.2014
 

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