Shared Service Center in Polen – ausgewählte Standortfragen

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Die jüngste globale Wirtschaftskrise, in deren Folge mehrere Unternehmen einen stark spürbaren Rückgang der Nachfrage verzeichnet haben, mobilisierte diese Unternehmen dazu, nach Möglichkeiten zu suchen, die Effizienz zu steigern und gleichzeitig die Fixkosten zu senken. Eine der Methoden zur Erreichung langfristiger Ersparnisse waren Shared Service Center.
 

Was ist ein Shared Service Center?

Beim Shared Service Center handelt es sich um eine ausgesonderte Organisationseinheit, die Dienstleistungen für interne Kunden erbringt. Somit wird ein bestimmter Teil der Dienstleistungen von einem zentralen Standort aus an dezentralisierten Einheiten erbracht. Diese Dienstleistungen werden durch eine zur Organisationsstruktur gehörende und von der Organisation kontrollierte selbstständige Einheit erbracht.
 
Die Errichtung von Shared Service Centern erlaubt es Unternehmen, die Geschäftsprozesse zu reorganisieren und zu standardisieren, wodurch die Ressourcen konsolidiert und die Technologien besser genutzt werden. Die Organisation einer derartigen Einheit kann dezentralisiert, zentralisiert oder gemischt sein. Die meisten zurzeit in Polen gegründeten Shared Service Center haben eine zentralisierte Struktur, da die Abläufe von weniger Personen umgesetzt werden, wodurch der Hauptnutzen (die Kostensenkung) erreicht wird. Ein sehr wichtiges Merkmal der zentralisierten Lösung ist eine bessere Inanspruchnahme von Mitteln und Ressourcen sowie die Möglichkeit einer ständigen Verbesserung der Organisation eines solchen Centers.

 

Warum lohnt es sich, Shared Service Center in Polen zu errichten?

Da der Hauptgrund für die Errichtung von Shared Service Centern Kostenersparnisse sind, werden sie in Teilen der Welt lokalisiert, in denen das Verhältnis von Kosten zur Qualität der Ressourcen am günstigsten ist. Die Wahl des Standortes hängt auch von mehreren anderen Faktoren ab, die das Ziel einer effektiven Umsetzung der Ersparnisse des Unternehmens bei gleichzeitiger Einhaltung von Qualitätsstandards verfolgen. Bei den Shared Service Centern sind dies vor allem die Kompetenzen der Mitarbeiter, wie z.B.:
  • Ausbildung,
  • Innovationsfähigkeit,
  • Entwicklungswille,
  • Arbeitskultur,
  • Sprachkompetenz.
 
In sämtlichen o.g. Kategorien ist Polen gut aufgestellt.
 
Die Anleger achten dabei auch auf die Steuerfolgen eines solchen Vorhabens und die Möglichkeit der Einwerbung von Fördermitteln. In Polen gab es in den Jahren 2007 bis 2013 für Unternehmer das Operationelle Programm „Innovative Wirtschaft 2007-2013”, das vom Wirtschaftsministerium verwaltet wurde und die Einwerbung von Fördermitteln für Investitionen in Shared Service Center, insbesondere im Bereich Forschung und Entwicklung, ermöglichte. In den Jahren 2014 bis 2020 steht das Operationelle Programm „Intelligente Entwicklung” zur Verfügung. Zu erwarten ist, dass Unternehmen dank dieser Fördermittel gewissermaßen eine teilweise oder vollständige Erstattung der Aufwendungen für Sachanlagen oder immaterielle Vermögensgegenstände und Rechte bzw. für die Errichtung neuer Arbeitsplätze erhalten. Dem Grundsatz nach wird das Programm diejenigen Unternehmen fördern, die Investitionen mit hohem Innovationspotenzial und hohem Mehrwert tätigen sowie viele neue Arbeitsplätze schaffen. Die Errichtung von Shared Service Centern entspricht diesem Konzept.
 
Zu beachten sind auch die Vorteile in Form der Steuerbefreiungen auf Investitionen, die in den Sonderwirtschaftszonen (SWZ) getätigt werden. In Polen gibt es zurzeit 14 SWZ. Die Befreiungen können von Anlegern in Anspruch genommen werden, die eine Genehmigung für die Ausübung einer Tätigkeit in SWZ eingeholt haben. In der Genehmigung werden u.a. der Mindestwert der Investition, die Mindestbeschäftigung sowie die maximale Höhe der staatlichen Beihilfe und der Umfang der auszuübenden Tätigkeit bestimmt. In einem solchen Modell wird die staatliche Beihilfe gestaffelt und durch Unternehmen in Form von Steuerbefreiungen in Höhe von 25 bis 70 Prozent des Nettowerts der Investition bzw. der Summe der mit der Investition verbundenen Beschäftigungskosten über einen Zeitraum von 2 Jahren, ermittelt nach dem aktuellen Wert, in Anspruch genommen. Zu betonen ist, dass der Ministerrat im Jahre 2013 beschloss, die SWZ bis 2026 zu verlängern.
 
Dies hat zur Folge, dass internationale Konzerne Shared Service Center in Polen gerne errichten. Die steigende Zahl von Anlegern betrachtet Polen nicht nur als Ganzes, sondern konzentriert sich auf die einzelnen Zentren im Land. In den größten Städten Polens gibt es mehrere Dutzend Shared Service Center. Gleichzeitig sind die Anleger nicht nur an den Großstädten Polens, sondern auch an „aufsteigenden” Zentren, wie Bydgoszcz, Lublin, Radom oder Szczecin interessiert. Auf der Karte Polens sind auch die Spezialisierungen der einzelnen Städte im Bezug auf die erbrachten Dienstleistungen ersichtlich. Breslau – Leader moderner Dienstleistungen – lokalisiert die meisten Forschungs- und Entwicklungszentren und verfügt über einen Technologiepark,der beinahe 50 IT-Unternehmen vereint. In Warschau, Krakau, Danzig und Posen befinden sich Zentren für Finanzbuchhaltungsdienstleistungen, die meisten in Posen. Falls die gewählte Richtung und das Entwicklungstempo aufrechterhalten werden, kann Posen in kurzer Zeit zu den wesentlichsten Finanzzentren in Mittel- und Osteuropa aufsteigen.
 

Welche Perspektiven für die Entwicklung von Shared Service Centern gibt es in Polen?

Die makroökonomischen Prognosen aller wichtigen Einrichtungen – wie OECD, Polnische Nationalbank (NBP), Hauptstatistikamt (GUS) und Agenturen der EU – besagen übereinstimmend, dass sich die polnische Wirtschaft in den nächsten Jahren stabil entwickeln wird, d.h. mit einer Inflationsrate von ca. 3 Prozent und einer Inflation CPI, die sich im sicheren Bereich zwischen 0,9 und 4,3 Prozent eingependelt hat. Dies erlaubt es den Unternehmern, optimistisch in die Zukunft zu blicken. Unserer Einschätzung nach werden sich die Shared Service Center bei einem derart günstigen Wirtschaftsklima weiterhin entwickeln und neue Regionen erobern, indem von der Ausübung einer einzigen Funktion auf Multifunktionalität sowie die Erweiterung der bisher ausgeübten Tätigkeit umgestellt wird.
 
zuletzt aktualisiert am 30.10.2014

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